Kaufprämie für Elektroautos E-Auto-Förderung: Wer jetzt bis zu 6.000 Euro vom Staat bekommt

Familien und Geringverdiener profitieren besonders von der neuen Kaufprämie. Plug-in-Hybride werden ebenfalls gefördert – unter bestimmten Bedingungen. Aus dem Handwerk kommen Lob und Skepsis. 

Die Bundesregierung will mit drei Milliarden Euro den Umstieg auf Elektroautos ankurbeln. - © Mediaparts - stock.adobe.com

Privatleute können rückwirkend zum Jahresanfang eine staatliche Förderung von 1.500 bis 6.000 Euro für das Kaufen oder Leasen eines neuen E-Autos erhalten. "Wir wollen mit diesem Förderprogramm etwas für die Umwelt tun, für unsere europäische Automobilindustrie und für die Haushalte, die sich ohne Unterstützung noch kein Elektroauto leisten können", sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD). Dabei ist die Förderung je nach Einkommen, Familienstand und Antriebsart unterschiedlich hoch.  

ZDK: Neue Förderung setzt wichtige Impulse

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) begrüßt das neue Förderprogramm. "Dass Haushalte mit geringerem Einkommen sowie Familien gezielt stärker unterstützt werden, ist der richtige Ansatz", sagte Verbandspräsident Thomas Peckruhn. Bei sinkenden Preisunterschieden zwischen Verbrenner und E-Fahrzeugen sowie einer breiteren Modellpalette im erschwinglichen Klein- und Kompaktwagensegment dürfte das Förderpaket zu einer spürbaren Erhöhung der E-Auto-Nachfrage 2026 beitragen. Entscheidend sei jetzt eine zügige und unbürokratische Umsetzung. Kritisch sieht der Verband, dass keine gebrauchten E-Fahrzeuge gefördert werden.

Kritischer blickt der Bundesinnungsmeister des Kfz-Handwerks, Detlef Peter Grün, auf die Wiedereinführung einer staatlichen Förderung. "Nicht Prämien, sondern eine funktionierende Infrastruktur und bezahlbarer Ladestrom werden dauerhaft dafür sorgen, dass mehr E-Autos auf die Straßen kommen", sagt Grün. Bei beiden Themen gibt es aus seiner Sicht noch erheblichen Handlungsbedarf.

Zuschüsse sollen rückwirkend ab 1. Januar 2026 gelten

Wie Bundesumweltminister Schneider mitteilte, soll die Förderung für alle E-Fahrzeuge der Fahrzeugklasse M1 rückwirkend zum 1. Januar 2026 gelten. Dabei kann der Förderantrag bis spätestens ein Jahr nach der Neuzulassung gestellt werden. Die geförderten Fahrzeuge müssen 36 Monate gehalten werden. Das Portal für die Antragstellung soll nach den Worten Schneiders "voraussichtlich" im Mai freigeschaltet werden.

IG-Metall fordert: Nur Förderung für "Made in EU"

Die Förderung gilt für alle Hersteller und unabhängig vom Listenpreis. Nach Einschätzung der IG-Metall-Vorsitzenden Christiane Benner muss dagegen eine Beschränkung auf Fahrzeuge "Made in EU" schnellstmöglich geprüft werden. Hersteller, die anderswo teils zu schlechten Arbeits- und Umweltstandards fertigen, sollten nicht von deutschen Steuergeldern profitieren.

Für reine E-Autos gibt es höhere Zuschüsse

Konkret gibt es eine Basisförderung von 3.000 Euro für rein elektrische Fahrzeuge sowie 1.500 Euro für Plug-in-Hybride und Range-Extender. Bei den beiden Letzteren muss eine elektrische Reichweite von mindestens 80 Kilometer gegeben sein. Außerdem dürfen sie nicht mehr als 60 Gramm an klimaschädlichem CO₂/km ausstoßen. Noch wenige Tage zuvor war von einem Ausstoß von 50 Gramm CO₂/km die Rede. Wegen solcher Detailfragen war die Vorstellung des Programms kurzfristig verschoben worden.

Zudem soll für die Zeit ab dem 1. Juli 2027 eine Umstellung der Förderung für danach zugelassene Plug-in-Hybride geprüft werden. Denkbar sei eine Förderung, die sich am realen CO₂-Ausstoß im Betrieb bemisst.

Mehr Förderung für Familien mit Kindern

Die soziale Staffelung der Förderung sieht vor, dass generell Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von bis zu 80.000 Euro gefördert werden. Lebt in der Familie ein Kind unter 18 Jahren, erhöht sich die Grenze auf 85.000 Euro. Für Familien mit zwei und mehr Kindern steigt die Grenze auf 90.000 Euro. Für Haushalte mit einem zu versteuernden Jahreseinkommen von 45.000 Euro und weniger gibt es neben der Basisförderung noch weitere 2.000 Euro. Für Einkommen zwischen 45.001 bis 60.000 Euro sind es 1.000 Euro zusätzlich. Außerdem gibt es noch 500 Euro für ein Kind sowie 1.000 Euro für zwei oder mehr Kindern.

Schneider: "Geld reicht"

Insgesamt stellt die Bundesregierung für die Förderung in den nächsten Jahren drei Milliarden Euro zur Verfügung. "Die Mittel reichen für geschätzt 800.000 Fahrzeuge in den nächsten drei bis vier Jahren", erklärte Schneider. Angesichts der einkommensabhängigen Förderung gehe er davon aus, dass das Geld reicht. Unter der vorigen Ampel-Regierung hatte die E-Auto-Förderung wegen Haushaltsproblemen abrupt Ende 2023 eingestellt werden müssen.

Schneider: "Das sind richtig geile Autos"

Schon 2025 hat der Absatz rein elektrisch betriebener Pkws bei den Neuzulassungen mit 545.142 (Vorjahr: 380.609) um 43,2 Prozent zugelegt. Insgesamt war der Anteil so auf 19,1 (12,5) Prozent gewachsen. Dabei waren nach den Worten Schneiders rund 80 Prozent der in Deutschland 2025 neu zugelassenen E-Autos und Plug-in-Hybride aus europäischer Produktion. Auch die Top Ten der neu zugelassenen E-Modelle zeige, wie stark die deutsche Automobilindustrie sei. "Das sind jetzt richtig geile Autos, die von den deutschen Herstellern auf dem Markt sind", sagte er. Und 2026 dürften noch weitere und auch günstigere Modelle der deutschen Hersteller auf den Markt kommen, zeigte er sich zuversichtlich. Darüber hinaus wolle er dafür sorgen, dass das Laden der E-Fahrzeuge leichter werde. Mit Blick auf die Strompreise sieht Schneider noch erhebliches Senkungspotenzial – nicht zuletzt durch mehr Wettbewerb unter den Anbietern.