Banken fragen bei Unternehmen immer häufiger Nachhaltigkeitsdaten ab. Vor allem das verarbeitende Gewerbe und größere Mittelständler stehen im Fokus.

Nach Einschätzung der KfW beachten Kreditinstitute klimabedingte Risiken immer stärker bei der Kreditvergabe an Unternehmen. "Es ist davon auszugehen, dass Banken und Sparkassen aufgrund regulatorischer Anforderungen künftig bei der Kreditvergabe noch stärker auf Nachhaltigkeitsaspekte schauen werden", sagt Juliane Gerstenberger, Mittelstandsexpertin bei der KfW-Research. Für mittelständische Unternehmen aller Größenklassen sei es deshalb unerlässlich, entsprechende Daten strukturiert zu erfassen. Dazu zählen etwa Daten zu Treibhausgasemissionen oder Energie- und Materialverbräuchen.
KfW: Kleine Unternehmen brauchen mehr Unterstützung
Insbesondere für kleine Unternehmen ist es nach den Worten Gerstenbergers nicht immer leicht, alle Nachhaltigkeitsanforderungen zu durchdringen und zu erfüllen. "Hier braucht es mehr Klarheit und mehr Unterstützung sowie einheitliche und branchenübergreifende Standards, die die speziellen Belange kleiner und mittlerer Unternehmen angemessen berücksichtigen", betont sie. Als Beispiel für einen vereinfachten Berichtsstandard nennt Gerstenberger den VSME-Standard für kleine und mittlere Unternehmen. Aber auch dieser sei noch relativ umfangreich und enthalte zahlreiche Datenpunkte, die Unternehmen bereitstellen müssten.
Verarbeitendes Gewerbe besonders oft befragt
Grundlage ihrer Einschätzung ist eine Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels 2025, an der zwischen Februar und Juni 2025 rund 13.000 mittelständische Unternehmen aller Wirtschaftszweige teilgenommen haben. Dabei zeigte sich, dass vor allem mittelständische Unternehmen des verarbeitenden Gewerbes zu Nachhaltigkeitsaspekten von ihren Banken befragt wurden. Insgesamt gaben 24 (Vorjahr: 20) Prozent von ihnen an, 2024 dazu befragt worden zu sein. Im Baugewerbe waren es 15 (zwölf) Prozent.
Größere Mittelständler stärker im Fokus als kleinere
Auch werden tendenziell größere Mittelständler mit mehr als 50 Beschäftigen eher zu Nachhaltigkeitsdaten befragt als kleinere. So gaben 37 (Vorjahr: 34) Prozent der Größeren an, befragt worden zu sein. Bei den Mittelständlern mit zehn bis 49 Beschäftigten waren es 24 (21) Prozent, bei denen mit weniger als fünf Beschäftigten nur zwölf (13) Prozent.