Transporter-Trends Ausblick 2026: Neue Nutzfahrzeuge rollen an

Bei den Transportern geht der Trend weiter klar in Richtung Elektromobilität, doch kräftige Verbrennermotoren haben noch längst nicht ausgedient – neue Modelle, Rekorde und Jubiläen sorgen für frische Impulse im Markt.

Kia PV5 Cargo
Der Kia PV5 Cargo bereichert das Angebot an kleinen Elektro-Transportern und wurde kürzlich zum "Van of the Year 2026" gekürt. - © Kia

Kia: Als "Van of the Year" ins neue Jahr

Seit seiner Premiere sorgt Kia PV5 in der Fachwelt für Furore: Red Dot Award für das Design, Reichweiten-Weltrekord und nun die Auszeichnung als Transporter des Jahres 2026.

Seine Praxistauglichkeit konnte ein PV5 Cargo Ende September 2025 in Frankfurt unter Beweis stellen. Mit maximaler Nutzlast von 665 kg beladen und Langstreckenbatterie (71,2 kWh) an Bord, fuhr der elektrisch angetriebene Kastenwagen auf öffentlichen Straßen nördlich der Mainmetropole ohne Ladestopp 693,38 km weit.

Der 58,2 km lange Rundkurs führte über Stadt- und Landstraßen mit Ampeln, Kreuzungen, Kreisverkehren bei einem Höhenunterschied von rund 370 m. Überwacht vom Tüv Hessen schaffte der PV5 Cargo damit den Sprung ins Guin­ness-Buch der Rekorde für die längste Strecke eines Leichttransporters ohne Ladestopp bei maximaler Nutzlast.

Offiziell gibt Kia für den PV5 Cargo die maximale Reichweite mit 416 km an. Ist die kleinere Batterie (51,5 kWh) verbaut, sinkt sie auf knapp 300 km. Dafür kann der Kastenwagen dann aber eine Zuladung von bis zu 790 kg schultern. Das Ladevolumen liegt bei der L2H1-Konfiguration bei 4,4 m3.

Fahrgestell zur Solutrans vorgestellt

Kia Fahrgestell
Das Fahrgestell ist der jüngste Spross in der PV5-Familie der Kia-Transporter. - © Kia

Zur Nutzfahrzeugmesse Solutrans Mitte November 2025 in Lyon stellte Kia mit dem PV5 Chassis Cab sein erstes Fahrgestell vor. Es ist bereits bestellbar ist. Je nach Konfiguration bietet das knapp 5 m lange Fahrzeug mit einem Wendekreis von 11 m eine Nutzlast von bis zu 1.005 kg und bei einem hohen Kastenaufbau bis zu 8 m3 Laderaumvolumen.

Ab 2026 will Kia seine Transporterpalette weiter ausbauen, unter anderem durch neue Versionen des PV5 Cargo mit kurzem Radstand (L1H1) sowie mit langem Radstand und Hochdach (L2H2). Auch größere Modelle wie PV7 und PV9 sollen bald folgen.

VW: Aktionsmodelle zum Bulli-Geburtstag

VW Multivan Aktionsmodell
75 Jahre Bulli: Als Geburtstagsgeschenk spendiert VW den Multivan als limitiertes Aktionsmodell.

Volkswagen feiert "75 Jahre Bulli". Mit dem VW T1 ging 1950 ein Transporter in Serie, der heute als das am längsten ge­baute Nutzfahrzeug Europas gilt. Zum Abschluss des Jubiläumsjahres bringt VW zwei Aktionsmodelle in den Handel, dieauf jeweils 500 Exemplare limitiert sind. Auch für das bevorstehende Jahr kündigt die VW-Nutzfahrzeugsparte Neuigkeiten an.

So soll 2026 das Angebot beim ID Buzz Cargo um eine weitere Variante mit langem Radstand und 48-kWh-Batterie erweitert werden.  Weitere technische Details und die Preise für den verlängerten Elektro-Transporter will VW rechtzeitig bekannt geben.

Bei den blau-weißen Aktionsmodellen, die mit der Aufschrift "75" an den Bulli-Geburtstag erinnern, handelt es sich um einen Multivan in Topausstattung mit langem Radstand und 150 PS starken Dieselmotor unter der Haube sowie um einen ID Buzz. Der elektrische Bulli entspricht bereits dem 2026er-Modell mit verlängerter Karosserie und großem Akku. Außerdem soll eine Wärmepumpe die Reichweite er­­höhen. Beide Jubiläumsmodelle werden laut VW mit einem Preisvorteil von rund 3.800 bzw. 5300 Euro angeboten.

Startschuss für den eCrafter in Polen

Gleichzeitig investiert VW gerade kräftig in den Ausbau seines Werkes im polnischen Września. Ende November wurde der Grundstein für zwei neue Produktionshallen mit einer Gesamtfläche von rund 60.000 Quadratmetern gelegt. Dort soll von 2027 an der neue eCrafter vom Band rollen.

In einer Halle wird künftig die Plattform für das Fahrgestell des elektrischen 3,5-Tonners gefertigt. Dabei kommen 150 Roboter für Schweiß-, Klebe- und Montageprozesse zum Einsatz. Die zweite Halle dient laut VW als Batterielager und wird mit Ladestationen für Elektro-Lkw sowie einem KI-gestützten Kamerasystem zur Batteriekontrolle ausgestattet.

Das Crafter-Werk nahe Poznań wurde vor knapp zehn Jahren eingeweiht. Pro Tag verlassen inzwischen rund 450 Fahrzeuge das Werk. Neben dem VW Crafter rollt hier auch der bau­gleiche MAN TGE vom Band.

Mercedes-Benz: Stärkster hochgeländegängige Unimog aller Zeiten

Unimog Showcar
Unimog-Showar zum 80-jährigen Jubiläum. - © Mercedes-Benz Special Trucks

Mit dem Unimog feiert 2026 eines der vielseitigsten Nutzfahrzeuge sein 80-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass stellt Mercedes-Benz ein luxuriöses Showcar vor, das im kommenden Jahr von einem Exklusivkunden im realen Praxiseinsatz getestet werden soll.

Gemeinsam mit dem Umbaupartner Hellgeth Engineering sei für das Jubiläum laut Mercedes der bislang stärkste hochgeländegängige Unimog für das Luxussegment mit verbesserter Leistung und hohem Komfort entstanden. Das Showcar setze im Unimog-Segment neue Maßstäbe: Die außergewöhnlichen Fahreigenschaften im Gelände wurden durch noch mehr Leistungsstärke und ein unverwechselbares Design ergänzt.

Das Showcar basiert auf dem Unimog U 4023 mit Portalachsen und verwindungsfähigem Rahmen. In Kombination mit dem zuschaltbaren Allradantrieb und den Längs- und Differenzialsperren in beiden Achsen gewährleistet er auch in schwierigem Gelände die nötige Traktion und Kontrolle. Der serienmäßige Vierzylindermotor wurde durch einen Sechszylinder mit 300 PS ersetzt.

Die Doppelkabine in Premium-Ausstattung bietet Platz für bis zu vier Personen. Digitale Kameras und Monitore ersetzen die klassischen Außenspiegel, was die Rundumsicht verbessern und für mehr Sicherheit sorgen soll. Ob und wann der extravagante Unimog in Serie geht, wird sich nach dem Jubiläumsjahr entscheiden.

Ram Rampage: Neuer Pick-up für Europa

RAM Rampage
Der RAM Rampage ist mit einer Länge von 5.028 mm rund 900 mm kürzer als der legendäre RAM 1500. - © KW

Der Pick-up-Hersteller RAM hat in Verona mit dem Rampage ein neues Mo­dell vorgestellt, das in zwei Allrad-Versionen mit 9-Gang-Automatik auf den europäischen Markt kommen soll. Gebaut wird der Pick-up in Brasilien.

Der ge­ländegängigere RAM Rampage Rebel wird von einem 200 PS starken Turbodiesel angetrieben und erreicht mit seiner Nutzlast von 1.015 kg fast das Niveau der größeren Pick-ups, meldet die KW Gruppe aus Bremerhaven, nach eigenen Angaben führender Importeur amerikanischer Fahrzeuge.

Der tiefergelegte R/T wendet sich mit einem 272 PS starken Benzin­motor unter der Haube und einer Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h eher an sportlichere Fahrer.

Kleiner E-Transporter aus China

Hudson eBuddy
Der nächste Chinese auf dem Transportermarkt: Den Hudson eBuddy gibt es als Pritsche oder mit Cargo-Box. - © Hudson EV

Mit dem Hudson eBuddy kommt ein weiterer elek­trisch an­getriebener Kleintransporter aus China auf den europäischen Markt. Handelspartner ist die österreichische Heinzl-Gruppe, die im Norden Wiens ein großes Lager unterhält, von wo aus Ersatzteile binnen 24 Stunden lieferbar sind, wie Heinzl mitteilt.

Der eBuddy ist nicht der erste Elektro-Transporter von Hudson auf deutschen Straßen. Auch die beiden großen Kastenwagen von Ari Motors, einem sächsischen Anbieter von Elektrofahrzeugen, stammen von dem chinesischen Unternehmen. Der Hudson eBuddy reiht sich mit einer Länge von 3.820 mm und einer Nutzlast von bis zu 850 kg größenmäßig hinter dem Ari 901 XL und dem Ari 1710 ein.

Marktanteile will Hudson vor allem über den Preis gewinnen. Für die Pritsche werde der Kleintransporter für 14.900 Euro netto angeboten, mit Kofferaufbau kommen 1.000 Euro hinzu. ABS, Klimaanlage, Rückfahrkamera, elektrische Fensterheber, Funkschlüssel und Nebelschlussleuchten gehören zur Serienausstattung.

Ausgelegt ist der eBuddy eher für Kurzstrecken. Aus der 15,4-kWh-­Batterie generiert der Elektromotor maximal 150 km Reichweite bei einer Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h. Die Akku-Garantie gelte für fünf Jahre oder eine Laufleistung von 150.000 km.