Das Jahr 2025 war für die Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen von großer Verunsicherung geprägt. Die Geschäfte liefen nicht gut – Planungssicherheit fehlt. Das dämpft auch die Erwartungen auf 2026. Der neue Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex zeigt, dass viele Selbstständige geringere Investitionen planen.

Die Stimmung der Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen ist im Keller. Das gesamte Jahr 2025 war für sie ein großer Negativtrend – wenn auch mit einzelnen, kleinen Aufwärtsbewegungen. So können auch die etwas steigenden Werte vom November die Gesamtbilanz nicht aufhellen.
Der Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex, der die Geschäftslage und die Erwartungen der Selbstständigen mit weniger als neun Mitarbeitern erfasst, zeigt zwar, dass sich das Geschäftsklima der Selbstständigen im November leicht auf minus 19,8 Punkte verbessert hat. Außerdem fielen die Erwartungen etwas weniger pessimistisch aus. Sie lagen im November bei minus 25,4 Punkten (Oktober: minus 30,7).
Dennoch bewerten die Wirtschaftsforscher des ifo Instituts, die den Index im Auftrag des Internetdienstleisters Jimdo erstellen, die Lage als schwierig.
Wirtschaftsforscher haben Zweifel an einer baldigen Erholung
Das ergibt sich auch aus dem Vergleich mit der Gesamtwirtschaft. Die wirtschaftliche Entwicklung vieler kleiner Unternehmen ist an die der großen gekoppelt, da diese vielfach Auftraggeber für die Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen sind. In der Gesamtwirtschaft hat sich die Stimmung im November 2025 um 0,7 Punkte verschlechtert.

Das ifo Institut wertet dies als Zweifel an einer baldigen Erholung. Genau das stützt allerdings auch die Zurückhaltung der Selbstständigen – und lässt ihre Investitionsbereitschaft sinken.
Ein gutes Drittel der für den Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex befragten Selbstständigen plant demnach geringere Investitionen als 2025. Nur jedes sechste Kleinstunternehmen möchte im Vergleich zum Vorjahr mehr investieren.
Als Grund für die Zurückhaltung beschreiben die Wirtschaftsforscher die fehlende Planungssicherheit. So gaben im November 32 Prozent der befragten Selbstständigen an, ihre eigene Geschäftsentwicklung nur schwer einschätzen zu können.
Selbstständige wollen weniger investieren

Da die kleinen Unternehmen Kreditverhandlungen derzeit als restriktiv empfinden, setzen sie dann, wenn doch Investitionen anstehen und auch zur Finanzierung der laufenden Geschäfte, auf Eigenkapital. Da 91 Prozent dies in der ifo-Befragung angaben, sprechen die Autoren des Index von einer starken Abhängigkeit von Eigenmitteln und informellen Finanzierungsquellen. Dies erhöhe allerdings auch die Verwundbarkeit von Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmen gegenüber Nachfrageschocks und Liquiditätsengpässen.
Bei der Finanzierung setzen die Selbstständigen derzeit insgesamt auf folgende Quellen:
- 91 Prozent finanzieren ihr Geschäft überwiegend über Eigenkapital.
- Jeweils rund 22 Prozent nutzen Leasing oder Beteiligungskapital.
- 15 Prozent erhalten Unterstützung von Familie und Freunden.
- 46 Prozent setzen auf Bankkredite.
Mit Blick auf die aktuell schwierige Lage ruft Matthias Henze, CEO bei Jimdo, dazu auf, dass Soloselbstständige und Kleinstunternehmen endlich wieder verlässlichere Rahmenbedingungen bekommen müssen.
Dem schließt sich der Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland an. Vorstandsvorsitzender Andreas Lutz erklärt, welche Schritte konkret nötig wären, um die Rahmenbedingungen zu verbessern: "Es gibt vier klar umrissene Maßnahmen, die viel bewirken würden: die Einbeziehung der Selbstständigen in die Aktivrente, eine wirksame Reform des Statusfeststellungsverfahrens, eine faire Beitragsbemessung und die Einführung von Altersvorsorge-Depots. Die Bundesregierung muss hier endlich vom Teil des Problems zum Teil der Lösung werden." jtw
