Die Zahl der neu genehmigten Wohnungen in Deutschland steigt deutlich. Zwischen Januar und September 2025 wurden rund 175.550 Einheiten genehmigt – dennoch sieht die Bauwirtschaft den Zugriff auf den Wohnungsbedarf nur als Teilsieg.

Der Wohnungsbau kommt langsam wieder in Schwung. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, wurden von Januar bis September 2025 rund 175.550 Wohnungen genehmigt. Das entspricht einem Plus von knapp zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit setzt sich die Stabilisierung der Genehmigungszahlen fort. "Allerdings auf einem Niveau, das weiterhin deutlich unter dem liegt, was wir brauchen", sagte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands Deutsches Baugewerbe (ZDB). Aktuell rechnet der ZDB für 2025 mit 225.000 fertiggestellten Wohnungen.
Hubertz: Gute Nachrichten für den Wohnungsbau
Für Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) sind die Zahlen ein positives Signal: Im September wurden 24.383 Baugenehmigungen erteilt – ein Anstieg um rund 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, der allerdings mit nur 15.263 Genehmigungen sehr niedrig war. Maßgeblich für den Zuwachs sind laut Pakleppa die genehmigten Mehrfamilienhäuser: Gut 14.000 Wohnungen bedeuten eine Verdoppelung im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Genehmigungen für Ein- und Zweifamilienhäuser stiegen auf rund 5.200 Wohnungen, ein Plus von etwa 30 Prozent.
EH‑55-Förderung soll den Aufschwung stabilisieren
Um den Aufschwung zu festigen, will das Bundesbauministerium die Förderung erhöhen. "Damit aus Planungen auch gebaute Häuser werden, fördern wir ab Mitte Dezember das Abschmelzen des Bauüberhangs mit 800 Millionen Euro", sagte Hubertz mit Blick auf die neu angekündigte EH‑55-Förderung. "Bauherren, die ein genehmigtes Projekt in der Schublade haben, können mit Förderzusage sofort loslegen", betonte sie.
Bauwirtschaft fordert verlässliche Investitionsimpulse
Für das Baugewerbe und die Wohnungswirtschaft ist die Förderung ein wichtiges Zeichen. Gleichzeitig brauche es allerdings langfristige Unterstützung: "Entscheidend wird sein, dass dieses Programm verstetigt und über mehrere Jahre angelegt wird", so Pakleppa. Nur so könnten Bauherren langfristig planen, ohne dass ein Wettlauf um knappe Mittel entstehe. "Der Wohnungsmarkt ist auf verlässliche Investitionsimpulse angewiesen, damit die Stabilisierung zu einer echten Trendwende wird", fügte er hinzu.