Fachkräftemangel in Deutschland Allianz für Aus- und Weiterbildung gegen die Matching-Krise

Bundesregierung, Wirtschaft und Gewerkschaften setzen ihre Allianz für Aus- und Weiterbildung fort – im Kampf gegen Fachkräftemangel und unbesetzte Ausbildungsstellen. Das ist auch nötig.

Viele Betriebe suchen händeringend nach passenden Auszubildenden – doch das Matching zwischen Angebot und Nachfrage bleibt schwierig. - © Atelier 211 - stock.adobe.com

Angesichts des Fachkräftemangels will die Bundesregierung gemeinsam mit Wirtschaftsverbänden, Gewerkschaften und der Agentur für Arbeit die duale Ausbildung in Deutschland weiter stärken. Die Lage sei "mehr als herausfordernd", sagte Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) beim Spitzentreffen der "Allianz für Aus- und Weiterbildung" in Berlin. Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) begrüßte die Fortsetzung der Allianz für Aus- und Weiterbildung in dieser Legislaturperiode. "Unsere Auszubildenden von heute sind die Fachkräfte von morgen, die unsere Volkswirtschaft voranbringen", sagte sie gegenüber der DHZ.

Große Matching-Probleme

Das Hauptproblem des Ausbildungsmarktes besteht nach Aussagen der Allianzpartner derzeit darin, dass zu viele junge Menschen keinen Berufsabschluss erreichen, während gleichzeitig viele betriebliche Ausbildungsstellen unbesetzt bleiben. Der Grund: Viele Betriebe finden keine oder keinen passenden Bewerber bzw. keine passende Bewerberin. "Es gehe darum, das Matching besser hinzukriegen", sagte DIHK-Präsident Peter Adrian.

Dittrich: Handwerk steht klar zur dualen Ausbildung

Das Handwerk bemüht sich seit Jahren um passenden Nachwuchs. "Trotz wirtschaftlicher Flaute und weltpolitischer Unsicherheiten zeigt die stabile Zahl neuer Ausbildungsverträge im Handwerk: Die Betriebe stehen klar zur dualen Ausbildung", sagte jüngst Handwerkspräsident Jörg Dittrich mit Blick auf den Berufsbildungsbericht 2025. Allerdings seien im Handwerk allein 2024 rund 19.000 Ausbildungsplätze unbesetzt geblieben.

Demografischer Wandel erfordert Gegenmaßnahmen

Wie die Allianzpartner weiter mitteilten, ist auch künftig "entschlossenes Handeln" angesichts des altersbedingt abnehmenden Fachkräftepotenzials erforderlich. Vor allem die berufliche Orientierung soll gestärkt und Unterstützungsangebote sowie Unterstützungsbedarfe besser zusammengebracht werden.

Kurze Erholung nach Corona hat sich nicht fortgesetzt

Dies gilt umso mehr, da sich die Erholung auf dem Ausbildungsmarkt nach der Corona-Krise im Jahr 2024 nicht fortgesetzt hat. Nach Angaben des jüngsten Berufsbildungsberichts wurden zum 30. September 2024 insgesamt rund 473.400 betriebliche Ausbildungsverträge gezählt – ein Minus von 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, davon rund 135.100 im Handwerk.

Mit Inhalten der dpa