Odenwälder Marzipan hebt ab Ein Stück Handwerk auf historischer Mond-Mission

Die Odenwälder Marzipankonditorei hat es geschafft – ihr handgefertigtes Premium-Marzipan reist als Teil der Orbit-for-Life-Mission in die Schwerelosigkeit. Ein außergewöhnlicher Moment für das Handwerk und die Region.

Das "Mond-Marzipan" wurde im Betrieb in Weilbach versiegelt und direkt zur NASA-Startrampe in Cape Canaveral, Florida, zur Konservierung im Mondrover gesendet. - © Odenwälder Marzipankonditorei GmbH

Die Mission klingt wie aus einem Science-Fiction-Film: Eine goldene Pyramide, gefüllt mit handgefertigten Kulturschätzen aus der Schweiz und Deutschland, wird den Südpol des Mondes erreichen. Unter den Auserwählten ist das Odenwälder Edel-Marzipan von Gerd Zuber, Inhaber der Odenwälder Marzipankonditorei GmbH. "Was Besseres kann uns gar nicht passieren, weil ich denke, es bringt schon Interesse", sagt Zuber über die Gelegenheit. Die Verbindung entstand durch persönliche Kontakte zur ESA: Ein Bekannter der Familie, der in der Schweiz lebt, ermöglichte den ungewöhnlichen Auftrag.

Die Reise zum Mond

Die Mondplakette aus handgefertigtem Premium-Marzipan ist bereits vorbereitet und befindet sich nun bei der NASA, sorgfältig verpackt und bereit für den Start. Ende des Jahres soll die Rakete in Richtung Südpol des Mondes abheben. Zusammen mit weiteren Kulturschätzen wie Schweizer Schokolade, Bio-Wein und Single-Malt-Whisky wird das Marzipan damit eines der ersten kulturellen Artefakte dieser Art auf dem Mond sein – eine ewige Hommage an Kreativität, Handwerkskunst und menschliche Kultur. Zudem wird eine Saatgutbank auf dem Mond installiert, um symbolisch die Vielfalt des Lebens zu sichern und die Verbindung zwischen Erde und Weltraum zu dokumentieren, wie es auf der Seite von Orbit for Life heißt, der Organisation, die die Lunar Delight Mission begleitet.

Eine außergewöhnliche Reise für das Handwerk

Diese außergewöhnliche Reise für das deutsche Handwerk verdeutlicht, dass Handwerk nicht nur lokal wirkt, sondern weltweite Aufmerksamkeit erlangen kann. Zuber erklärt: "Wir haben es geschafft, aus der Küche heraus bis zum Mond. Ich bin natürlich stolz darauf." Dabei geht es ihm nicht nur um Ruhm, sondern auch um die Chancen für das Handwerk insgesamt. "Ich finde die Gelegenheit – gerade für das Handwerk – natürlich gut, dass man aus der kleinsten Sache etwas Großes machen kann. Und das gilt nicht nur für Bäckerei, Konditorei oder Süßwaren, sondern für viele Handwerksberufe."

Aus der Küche zum Mond – beim nächsten Mal zum Mars

Konditormeister Gerd Zuber hat seine Firma 1978 gegründet und aus der eigenen Küche aufgebaut. Heute gibt er den Betrieb schrittweise an seine Kinder weiter – Sohn und Tochter übernehmen Büro und Produktion. Über die Mondmission scherzte die Familie: "Beim nächsten Mal zum Mars", erzählt Zuber. Im Hinblick auf seine eigenen Kinder und junge Menschen im Allgemeinen gibt Zuber noch einen Gedanken mit: "Die Jugend von heute will natürlich studieren, lange in der Schule bleiben, aber sie vergessen dabei, dass das Handwerk sehr viele Chancen bietet, gut zu leben und groß zu werden."