Auch im Zeitalter der Digitalisierung verlieren klassische Methoden und Hilfsmittel nicht ihre Bedeutung. Infowände im Betrieb können Azubis beim Lernen helfen. Ausbildungsberater Peter Braune erklärt, welche Varianten es für diese Lernmethode gibt.

Infowände im Betrieb können die Form einer Wandzeitung haben, die alleine dazu dient, ein Thema darzustellen. Oder sie können zur Interaktion aufrufen und zur Ideenwand werden. Infowände gibt es in verschiedenen Formen und sie können Azubis helfen, selbstständig Themen im Rahmen der Ausbildung zu strukturieren, darzustellen und damit das Lernen zu unterstützen.
Möchte man als Ausbilderin oder Ausbilder diese Lernmethode im Betrieb etablieren, ist es zunächst wichtig, Absprachen zu treffen, wer die Gestaltung der Informationswand übernimmt. Sie kann dann zum festgelegten Thema mit Texten, Bildern, Zeitungsausschnitten, Diagrammen, Tabellen, Zeichnungen beklebt oder beschrieben sowie farblich gestaltet werden.
Für die Inhalte sind Überschriften und kurze, einprägsame Texte geeignet. Unter den Überschriften finden sich dann die detaillierteren Informationen. Die Arbeit an der Wand beginnt in der Regel mit einer Besprechung und Kommentierung der gesammelten Materialien. Informationswände sind für viele Zwecke einsetzbar, so zum Beispiel als Raumteiler, Präsentationsflächen oder für dauerhafte Dokumentationen.
Infowände zu einem Thema: Die Wandzeitung
Eine Wandzeitung dient meist zur Vorstellung von Arbeitsergebnissen. Sie wird häufig als zusammenfassender Abschluss einer gemeinsamen Erarbeitungsphase der Lehrlinge genutzt. Die Ausbilderin oder der Ausbilder erklärt die Vorgehensweise ausführlich, damit die Lehrlinge wissen, wie sie die Wandzeitung nutzen können und was deren Sinn ist.
Wie bei jeder Informationswand startet der Vorlauf mit einer Materialsammlung. Daraus lässt sich eine Gliederung erstellen. Der Ausbilder kann die Arbeit auf mehrere Lehrlinge verteilen. Hierfür sollten im Idealfall kleinere Räume zur Verfügung stehen. Der Ausbilder legt genügend Arbeitsmaterial wie Filzstifte, Papier, Kleber, Klebeband, Scheren, Schnur und Paketpapier bereit.
Beim Ergebnis sollten Ausbilder auf Fantasie und Ideenvielfalt achten. Die fertige Wandzeitung befindet sich an einem Platz, an dem sie gut sichtbar, leicht lesbar und vor allem von den Lehrlingen schnell zu entdecken ist.
Als Meinungswand eignet sie sich für persönliche Stellungnahmen, Kritik, Änderungsvorschläge, Lob oder Anregungen. Wandzeitungen bieten eine Abwechslung zu anderen Methoden, ohne diese jedoch dauerhaft zu ersetzen. Sie sollten vor allem in Verbindung mit handlungsorientierten Methoden genutzt werden, weil Wandzeitungen zu einer guten Verbindung und Verankerung von Ergebnissen beitragen können.
Infowände für Ideen und Mindmapping
Eine Ideenwand dient zur Suche nach Ideen und Gedanken zu einem Thema. Oft wird dafür eine große Korkplatte verwendet, an der alles mit Pinnnadeln befestigt wird. Der Ausbilder sammelt anregende Bilder, Notizen, Skizzen, wichtige Zitate und anderes Material. Alles steht in einem Zusammenhang mit einer Berufsbildposition. Sie ist zum Beispiel für den Einstieg in ein neues Lernziel aus dem betrieblichen Ausbildungsplan geeignet. Sie bietet eine Möglichkeit, den Gedanken freien Lauf zu lassen.
Beim Einsatz von Mindmapping, einem Gedankensturm, dient sie als optische Methode dazu, Informationen und Ideen zu gliedern. Die Lehrlinge müssen an der Wand, zeichnerisch, ein wichtiges Thema, zum Beispiel aus einem Groblernziel, mit verzweigten Ästen und Schlüsselwörtern oder Bildern darstellen. Es handelt sich hierbei um eine Kombination aus sprachlichem und bildlichem Denken, die dabei hilft, Ideen zu sammeln, schwierige Themen sichtbar zu machen und Zusammenhänge zu verstehen.
Ihr Ausbildungsberater Peter Braune
Zum Autor: Peter Braune hat Farbenlithographie gelernt, war Ausbilder und bestand in dieser Zeit die Ausbildungsmeisterprüfung. Er wechselte als Ausbildungsberater zur Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main. Dort baute er dann den gewerblich-technischen Bereich im Bildungszentrum auf und leitete die Referate gewerblich-technischen Prüfungen sowie Ausbildungsberatung, zu der auch die Geschäftsführung vom Schlichtungsausschuss gehörte. Danach war er Referent für Sonderprojekte.