Tariferhöhung, Lohnsteuer, Black Friday Änderungen im November 2025: Neue Gesetze, wichtige Termine

Der November bringt frischen Wind – und das nicht nur wetterbedingt. Von digitalen Neuerungen über finanzielle Fristen bis hin zu Änderungen im Alltag: Der Monat hält zahlreiche Neuerungen bereit, die viele Menschen betreffen. Ein Überblick über wichtige Termine und Änderungen im November 2025.

Gerüstbauer
Gerüstbauer erhalten ab November mehr Geld – und auch in anderen Bereichen stehen wichtige Änderungen an. - © Jane - stock.adobe.com

Der November läutet nicht nur die kalte Jahreszeit ein, sondern bringt auch wichtige Fristen und Neuerungen für Handwerksbetriebe. Gerüstbauer und deren Azubis profitieren von höheren Löhnen, und der Zukunfts-Kompass Handwerk erleichtert ab November die Erstellung von Nachhaltigkeitsberichten. Gleichzeitig bietet der Monat Sparpotenzial: Für viele Kfz-Versicherungen läuft die Kündigungsfrist ab, und wer einen Lohnsteuerfreibetrag beantragt, kann sich dadurch einen Teil der Steuerlast für Werbungskosten und Sonderausgaben noch für das laufende Jahr sichern. Weitere Änderungen betreffen Reisen mit Ryanair, neue Regeln für Kleinkredite und "Buy Now – Pay Later"-Zahlungen sowie die Nutzung des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Die Änderungen im November 2025 im Überblick:

Wichtige Termine und Änderungen im November 2025

Mehr Geld für Gerüstbauer ab November

Im Gerüstbau-Handwerk gilt ab November der neue Tarifvertrag. Dieser bringt Fachkräften und Auszubildenden ab dem 1. November mehr Lohn.

Das sind die neuen Gehälter für Gerüstbauer und deren Azubis:

Die neuen Löhne für Fachkräfte:Die neuen Ausbildungsvergütungen:
Der Ecklohn steigt in zwei Stufen:1.125 Euro im ersten Lehrjahr
Ab 1. November 2025: 19,25 Euro 1.300 Euro im zweiten Lehrjahr
Ab 1. Oktober 2026: 20,10 Euro1.550 Euro im dritten Lehrjahr

Die Bestimmungen für den Lohntarifvertrag und den Tarifvertrag für Ausbildungsvergütungen gelten bis zum 31. Oktober 2027.

>> Alle Infos zum neuen Tarifvertrag für Gerüstbauer gibt es im DHZ-Überblick.

Verfügbar ab Ende November: Zukunfts-Kompass Handwerk

Ab Ende November steht Handwerksbetrieben ein neues Online-Tool zur Verfügung, das die Nachhaltigkeitsberichterstattung deutlich erleichtert: der Zukunfts-Kompass Handwerk. Bisher war das Tool nur in einer Beta-Version für ausgewählte Testbetriebe zugänglich. Jetzt wird es für alle verfügbar.

Nachhaltigkeitsberichte sind für die meisten Handwerksbetriebe freiwillig. Dennoch können sie sich lohnen. Eine Nachhaltigkeitsberichterstattung bringt Betrieben etwa folgende Vorteile:

  • Erhöhte Chancen, Aufträge zu sichern
  • Erleichterter Zugang zu Vergabemöglichkeiten und Krediten
  • Attraktivere Außenwirkung des Unternehmens

>> Lesetipp: Was aktuell beim freiwilligen Nachhaltigkeitsbericht gilt.

Entwickelt wurde der Zukunfts-Kompass Handwerk von der Zentralstelle für die Weiterbildung im Handwerk e. V. (ZWH) im Rahmen eines Projekts des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWE) – in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und im Rahmen des Deutschen Nachhaltigkeitskodex.

>> Direkt zur Webseite des Zukunfts-Kompass Handwerk.

21. November: Bundesweiter Vorlesetag

Am Freitag, 21. November, ist Bundesweiter Vorlesetag – und bundesweite Kampagnen, Programme und Aktionen machen wieder verstärkt auf die Bedeutung aufmerksam, die regelmäßiges Vorlesen für das Ausbilden von Lesekompetenzen hat. Diese sind auch für Handwerksberufe eine wichtige Voraussetzung für Bildungserfolg.

Ob selbst vorlesen, Azubis zum Vorlesen in eine Einrichtung entsenden oder eine Vorlese-Box an Einrichtungen verschenken: Auch Betriebe können sich engagieren. Das geht im Rahmen des Bundesweiten Vorlesetages im November oder ganzjährig.

>> Wie sich Betriebe für Leseförderung engagieren können, im DHZ-Überblick.

Bis 30. November: Lohnsteuerfreibetrag beantragen

Der November bietet Arbeitnehmern die Chance, die monatliche Lohnsteuer zu reduzieren und somit mehr netto vom brutto zu haben. Dafür müssen sie sich einen Lohnsteuerfreibetrag eintragen lassen. Für den Veranlagungszeitraum 2025 endet das Lohnsteuer-Ermäßigungsverfahren am 30. November – bis dahin muss der "Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung" beim Finanzamt eingegangen sein. Danach kann eine Steuerermäßigung nur noch im Rahmen der Einkommensteuererklärung berücksichtigt werden. Wer den Antrag rechtzeitig stellt, profitiert bereits mit der Dezember-Gehaltsabrechnung von der steuerlichen Entlastung.

Darin können Werbungskosten und Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden:

WerbungskostenSonderausgaben
EntfernungspauschaleUnterhaltsleistungen an den geschiedenen oder dauernd getrenntlebenden Ehe- oder Lebenspartner
Reisekosten inklusive Verpflegungsmehraufwand (soweit nicht vom Unternehmen steuerfrei ersetzt)Kinderbetreuungskosten
Aufwendungen für Arbeitsmittel wie Fachliteratur, Werkzeug oder typische BerufskleidungSpenden
Kosten für ein Arbeitszimmer oder die Homeoffice-PauschaleSchulgeld für Privatschulen
Doppelte Haushaltsführung, z.B. bei Zweitwohnung am Arbeitsort
Telefonkosten
Beiträge zu Berufsverbänden und berufliche Fortbildungskosten

Der Lohnsteuerfreibetrag für das laufende Jahr gilt grundsätzlich bis zum Jahresende. Er kann auch für das Folgejahr beantragt werden. Der Antrag für das Folgejahr (und gegebenenfalls das darauffolgende) kann seit 2025 erst ab dem 1. November gestellt werden – statt wie früher ab dem 1. Oktober.

Bis 30. November: Kündigungsfrist für viele Kfz-Versicherungen

Autofahrer haben im November wieder die Möglichkeit, ihr Sparpotenzial zu überprüfen: Für viele Verträge in der Kfz-Versicherung endet die Kündigungsfrist am 30. November 2025. Der Monat bietet noch die Gelegenheit, Angebote zu vergleichen und einen besseren Vertrag abzuschließen, der das Fahrzeug ab Januar 2026 absichert. Vergleichsportale helfen dabei, Tarife und Leistungen zu prüfen.

Außerdem: Versicherte, deren Beiträge sich erhöhen, haben ein Sonderkündigungsrecht. Sie können innerhalb eines Monats, nachdem die neue Rechnung eingeht, wechseln.

Im November: Erwerbsminderungsrente letztmalig separat ausgezahlt

Im November erhalten bestimmte Bezieher einer Erwerbsminderungsrente ihren Zuschlag letztmalig als separate Zahlung. Ab Dezember wird dieser Zuschlag dann direkt mit der laufenden Rente ausgezahlt. Anspruch auf den Zuschlag haben Personen, deren Erwerbsminderungsrente zwischen Januar 2001 und Dezember 2018 begann.

Änderungen ab 20. November: Neue Regeln bei kleinen Krediten

Ab dem 20. November gelten neue Verbraucherschutzregeln bei Klein- und Kurzzeitkrediten unter 200 Euro. Diese werden strenger geprüft, indem bei der Vergabe von Minikrediten und "Buy Now – Pay Later"-Angeboten auch bei kleineren Beträgen eine Kreditwürdigkeitsprüfung durchgeführt wird. Damit sollen vor allem Haushalte mit geringem Einkommen vor Überschuldung geschützt werden.

Hintergrund ist die EU-Verbraucherkreditrichtlinie, die bereits im Oktober 2023 in Kraft getreten ist. Verbraucher sollen künftig zudem verständlicher über die Konsequenzen eines Kredites informiert werden, wie etwa über tatsächliche Kreditkosten, Art und Höhe der Gebühren und Konsequenzen bei verspäteter Zahlung. Und: Verbraucher dürfen künftig ihren Kreditvertrag auch online abschließen.

Änderung ab 15. November: Spotify erhöht Preise für Premium-Bestandskunden

Spotify erhöht im November die Preise für Premium-Abonnements für Bestandskunden. Der neue Preis wird spätestens ab dem 15. November 2025 fällig. Bereits seit September 2025 zahlen neue Nutzer mehr. Nun folgt die Anpassung für bestehende Abos.

Spotify hat seine Kunden per E-Mail über die Änderung informiert. Sie müssen der Erhöhung aktiv zustimmen. Wer nicht reagiert, dessen Abo wird automatisch gekündigt und auf den kostenlosen, werbegestützten Dienst umgestellt.

Diese Preise gelten ab November pro Monat:

  • Premium Individual: 12,99 statt 10,99 Euro im Monat
  • Premium Duo: 17,99 statt 14,99 Euro im Monat
  • Premium Family: 21,99 statt 17,99 Euro im Monat
  • Premium Student: 6,99 statt 5,99 Euro im Monat

Spotify begründet die Preiserhöhungen mit Zusatzleistungen – etwa 12 Stunden Hörbuchnutzung pro Monat, die automatisch zum Premium-Abonnement hinzukommen.

Wer keine Hörbücher hören möchte, kann bis zum 14. November zum günstigeren Tarif Basic Individual wechseln. In diesem sind Hörbücher nicht inbegriffen. Diese Option bietet Spotify Bestandskunden des Bezahlabos einmalig.

Ryanair setzt ab 12. November vollständig auf digitale Boardingpässe

Die Airline Ryanair stellt ab dem 12. November vollständig auf digitale Boardingpässe um – und schafft den Papier-Boardingpass ab. Reisende checken dann ausschließlich digital über die App ein. Bei diesem digitalen Check-in generiert die App den digitale Boardingpass, der beim Boarding auf dem Smartphone vorgezeigt werden muss.

Ryanair reagiert damit auf den Trend zum papierlosen Reisen: Derzeit nutzen laut Airline fast 80 Prozent der mehr als 206 Millionen Passagiere bereits die digitale Option.

Aber: Die App ist nicht für alle Reisenden zwingend erforderlich: Der Hauptbuchende kann elektronische Bordkarten etwa per Smartphone an Mitreisende weiterleiten. 

ZDF beendet Ausstrahlung in SD-Qualität

Ab dem 18. November beendet die ZDF-Senderfamilie die Ausstrahlung ihrer Programme in Standardauflösung (SD) – und in Deutschland lassen sich künftig mit älteren Fernsehgeräten ohne HD-Empfang keine öffentlich-rechtlichen Sender mehr empfangen. Die ARD hat diesen Schritt bereits zu Beginn des Jahres vollzogen. Jetzt legt der ZDF nach: Betroffen sind unter anderem das ZDF, ZDFinfo, ZDFneo, 3sat und KiKA.

Auch große Kabelnetzbetreiber wie Vodafone und Pyur schalten noch in diesem Jahr die letzten öffentlich-rechtlichen Programme in SD ab. Wer bisher nicht auf HD umgerüstet hat, benötigt für den Empfang von ARD und ZDF künftig einen neuen Fernseher oder ein entsprechendes Zusatzgerät.

Telekom: Höhere Preise für veraltete Festnetz-Tarife

Auch bei der Deutschen Telekom wird es im November für einige Kunden teurer: Der Netzanbieter erhöht seine Preise für Bestandskunden in veralteten Festnetz-Tarifen, die das Unternehmen schon seit einigen Jahren nicht mehr neu anbietet.

Das betrifft reine Sprachtarife ohne Internet, darunter:

  • Call Plus
  • Call Start
  • Call Time
  • Call Basic
  • Call Comfort

Je nach Tarif zahlen Kunden zwischen 2,50 und 3 Euro mehr. Laut Anbieter sänken die Kundenzahlen in diesen Alttarifen, sodass die Kosten für Netznutzung und -betrieb gestiegen seien. Auch einige ältere Internet-Tarife steigen im November für Bestandskunden um drei Euro monatlich.

Kunden, die nicht auf das klassische Tischtelefon verzichten wollen, haben zum Beispiel die Möglichkeit, sich ein Gerät mit SIM-Karte zuzulegen. Ein solches sieht aus wie ein Festnetztelefon, nutzt aber das Mobilfunknetz und ist bei der Telekom in der Regel günstiger als ein Festnetzanschluss.

Black Friday am 28. November

In diesem Jahr fällt der Black Friday auf den 28. November. Dann bieten Händler im Rahmen der Black Week Rabatte und Sonderangebote – bis zum Cyber Monday am 1. Dezember.

Der Black Friday ist ein Phänomen aus den USA. Dort wird der Freitag nach Thanksgiving so bezeichnet und gilt als Auftakt des Familienwochenendes und als Startschuss für die Weihnachtseinkaufssaison.

Weihnachtsmarktsaison startet

Schon im November stehen in vielen Städten Deutschlands die Weihnachtsmärkte in den Startlöchern – die meisten in der Woche vor dem ersten Advent. In Dortmund geht es am 20. November los, auf dem Berliner Alexanderplatz am 24., in Dresden am 26. und in Nürnberg am 28. November

Zudem sind hier beliebte Weihnachtslieder wieder häufiger zu hören. In den vergangenen Jahren hatten sich viele Kommunen über gestiegene Gema-Rechnungen für Musik auf Weihnachtsmärkten beschwert. Die Beteiligten haben sich nun auf einen neuen, vergünstigten Tarif für die Nutzung urheberrechtlich geschützter Musik geeinigt.

Fahrverbot durch Tirol noch bis Anfang November

Wer mit dem Auto durch Tirol unterwegs ist und bei Stau gerne auf Nebenstrecken ausweicht, muss sich dafür noch bis zum 2. November gedulden. Bis dahin sind noch Abfahrten gesperrt und das Befahren von Ausweichrouten verboten – an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen jeweils von 7:00 bis 19:00 Uhr.

Diese Maßnahme gilt im österreichischen Bundesland jedes Jahr in der Hauptreisesaison, um Anwohner in beliebten Urlaubsregionen vom starken Verkehrsaufkommen zu entlasten. Die Vorkehrung betrifft Reisende, die durch Tirol fahren. Wer Urlaub in Tirol macht oder jemanden besucht, darf die gesperrten Strecken weiterhin nutzen, wobei ein entsprechender Nachweis mitgeführt werden sollte.

>> Eine Übersicht über die gesperrten Strecken in Tirol liefert der ADAC.

Ab November: Helmpflicht für alle Skifahrer in Italien

Ob zum Skifahren, Snowboarden oder Rodeln: Wer in Italien im Schnee stöbert, muss künftig eine Sicherheitsmaßnahme beachten: Ab dem 1. November gilt eine allgemeine Helmpflicht. Davon waren bisher nur für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre betroffen. Wer auch als Volljähriger auf italienischen Pisten keinen CE-zertifizierten Helm trägt, riskiert Geldbußen zwischen 100 und 150 Euro. Auch der Skipass kann entzogen werden.

Bundesrat startet in neues Geschäftsjahr

Am 1. November 2025 beginnt im Bundesrat das neue Geschäftsjahr – mit mehreren personellen Veränderungen: Bremen übernimmt die Bundesratspräsidentschaft für ein Jahr. Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) folgt damit auf Anke Rehlinger (SPD) als Bundesratspräsident. Die Präsidentschaft rotiert turnusgemäß zwischen den Bundesländern.

Zeitgleich tritt Nancy Böhning aus Bremen den Vorsitz der Europakammer des Bundesrates an. Weitere Ausschussvorsitze und Schriftführer werden im Rahmen der neuen Amtsperiode ab November neu besetzt.

KulturPass für 18-Jährige endet

Mit viel Kritik wird der KulturPass für 18-Jährige zum Jahresende eingestellt. Aber aufgepasst: Pass-Inhaber müssen ihr Budget bereits bis Ende November nutzen, wie es auf der Webseite des Anbieters heißt.

Der Kulturpass war ein Förderprogramm des Bundes für junge Erwachsene. Alle 18-Jährigen erhielten über eine App ein Guthaben – zuletzt 100 Euro –, das sie für Kino-, Theater- oder Konzerttickets, Museumsbesuche oder Bücher nutzen konnten. Ziel des Programms war es, junge Menschen für Kultur zu begeistern, finanzielle Hürden abzubauen und kulturelle Einrichtungen nach der Pandemie zu unterstützen.