Ein spektakulärer Juwelenraub im Pariser Louvre, ein deutscher Schrägaufzug mittendrin – und ein Social-Media-Post, der im Netz für Furore sorgt. Die Firma Böcker aus Werne nutzt den Diebstahl mit einem Augenzwinkern für sich.

Kurzerhand postet die Böcker Maschinenwerke GmbH einen Beitrag in den sozialen Netzwerken. Er zeigt ein Bild des Möbelaufzugs vor dem Louvre mit dem Slogan: "Wenn's mal wieder schnell gehen muss". Der Aufzug transportiere "bis zu 400 Kilo schwere Schätze mit 42 Metern pro Minute – flüsterleise", heißt es weiter in dem Post.
"Auch kriminelle Profis setzen auf die besten Geräte"
Die Idee für die humorvolle Aktion sei ihm und seiner Frau gekommen, als sie bemerkten, dass die Diebe einen ihrer Aufzüge nutzten, sagt Geschäftsführer Alexander Böcker der Nachrichtenagentur AFP. Dem WDR sagte er: "Auch kriminelle Profis setzen halt auf die besten Geräte." Er habe sich erst zu der Anzeige entschieden, als feststand, dass bei dem Einbruch niemand verletzt wurde.
Das Unternehmen aus dem nordrhein-westfälischen Werne stellt Kran-, Aufzugs- und Lifttechnik her, die auch von Handwerksbetrieben wie Dachdeckern oder Zimmerern genutzt wird. In dem 600-Mann-Betrieb wird unter anderem der Handwerksberuf Feinwerkmechaniker ausgebildet.
Netz feiert die Aktion: "Marketing durchgespielt"
Im Netz erntet die Firma viel Lob für ihre schnelle und humorvolle Reaktion – auch aus der Handwerks-Community. "Marketing durchgespielt", kommentiert ein Gerüstbaubetrieb. Ein Zimmerer-Account scherzt: "In unter 4 Minuten einsatzbereit". Auch andere Kommentare spielen direkt auf den Diebstahl an: "Selbst die Panzerknacker-Bande sagt: Ohne Böcker geht nix nach oben", heißt es in einem, während ein anderer Nutzer scherzt: "Egal wie Bock du auf die Kronjuwelen hattest. Die Bande hatte Böcker!".
Wie die Diebe an den Aufzug kamen
Die Firma Böcker selbst hat laut Geschäftsführer nichts mit dem Vorfall zu tun. Sie habe den Aufzug vor einigen Jahren an ein französisches Verleihunternehmen verkauft. Die Täter hätten vorgegeben, das Gerät mieten zu wollen, es dann aber während der Einweisung gestohlen. Der Diebstahl sei vergangene Woche gemeldet worden. "Wir haben mit den Tätern und dem Überfall wirklich nichts zu tun", betont Böcker gegenüber AFP.
Juwelenraub in wenigen Minuten
Der Einbruch in den Louvre dauerte laut Berichten zwischen vier und sieben Minuten. Die Täter drangen am Sonntagmorgen mit dem Schrägaufzug in die erste Etage des Museums ein. Dort öffneten sie mit einem Trennschleifer zwei Vitrinen und stahlen acht Schmuckstücke der französischen Monarchie, die mit Diamanten und Edelsteinen verziert sind. Anschließend entkamen sie auf Motorrollern. fre