Suchmaschinen-Optimierung SEO für Handwerker in Zeiten von KI

Googles AI Overviews und der neue KI-Modus sorgen für weniger Klicks auf klassische Suchergebnisse. Was das für Handwerksbetriebe bedeutet – und wie sie reagieren können.

Fortan geht es bei der Suchmaschinen-Optimierung nicht mehr nur darum, für den menschlichen Klick zu optimieren, sondern auch für die KI-gestützte Auswahl. - © master1305 - stock.adobe.com

SEO, also Search Engine Optimization bzw. Suchmaschinen-Optimierung, war bis vor kurzem noch eine verlässliche Sache. Optimierte man eine Seite oder einen Blogpost auf Begriffe wie "Schimmel an der Wand" oder "Steckdose verlegen", konnte man fast sicher sein, dass das eigene Unternehmen bei Google weit vorne auftauchte – und angeklickt wurde.

Das änderte sich seit Frühjahr 2025 mit der Einführung von Google AI Overviews ("Übersicht mit KI"). Der im Oktober 2025 eingeführte KI-Modus in der Google-Suche macht es Unternehmen noch deutlich schwerer, Nutzer mit praktischen Informationen auf die eigene Website zu locken.

KI-Modus macht Google zum Chatbot

Der wesentliche Unterschied: Während die "Übersicht mit KI" zu bestimmten Suchanfragen ausführliche Zusammenfassungen liefert, die Google prominent oben anzeigt, verschwinden im KI-Modus die langen Link-Listen komplett. Google bedient sich dabei beim vorhandenen Content und zeigt besonders relevante Beiträge zusätzlich rechts als Quelle an.

Die Suchmaschine wird zum Chatbot, der eingegebene Fragen direkt beantwortet. Das bedeutet: Nutzer können im Suchfeld natürlich formulierte Fragen stellen und mit Folgefragen nachhaken – ohne Google verlassen zu müssen.

Weniger Klicks auf klassische Ergebnisse

Diese Entwicklung führt dazu, dass Suchende deutlich weniger auf die eigentlichen Ergebnisse klicken. Infos zu Schimmelbekämpfung oder Steckdosen-Verlegung gibt es direkt in der Übersicht – ohne eine Seite aufrufen zu müssen. Bei fast allen Website-Betreibern sind die Besucherzahlen schon seit Frühjahr deutlich bis dramatisch zurückgegangen.

Beispiel: Bei "Schimmel an der Wand" liefert Google eine ausführliche Anleitung. Ob das fachgerecht ist, ist eine andere Frage. Bei "Steckdose verlegen" erscheint zunächst der Hinweis, dass Laien das besser nicht selbst versuchen sollten – um dann trotzdem eine komplette Anleitung zu liefern. Die meisten beauftragen hoffentlich dennoch einen Elektriker.

SEO bzw. GEO bleibt wichtig für Handwerksbetriebe

Und jetzt die gute Nachricht: Handwerksbetriebe haben SEO-technisch weiterhin gute Chancen. Denn weder Perplexity noch die Google-KI können Hochzeitsfrisuren zaubern, Parkett schleifen oder Photovoltaik-Module auf dem Dach montieren. Auch beim Bremsbeläge wechseln oder bei der Installation einer Klimaanlage sind nach wie vor echte Fachkräfte gefragt – vor Ort. Bei lokaler SEO besteht entsprechend noch Potenzial. Allerdings ändern sich die Spielregeln: Statt klassischer Suchmaschinen-Optimierung (SEO) wird "Generative Engine Optimization" (GEO) wichtiger – also die Optimierung für KI-Antworten. Ein paar konkrete Tipps:

Google-Optimierung im KI-Zeitalter: 5 Tipps für Handwerksbetriebe

  1. Meta-Description und Titel optimieren – die digitale Visitenkarte bleibt wichtig:
    Auch wenn Google im KI-Modus oft direkt Antworten liefert und die klassische Linkliste ausblendet, bleiben Seitentitel und Meta-Description unverzichtbar. Sie sind weiterhin Ihre erste Chance, potenzielle Kunden zu überzeugen, gerade wenn Nutzer doch auf die gewohnte Ergebnisliste schauen. Bringen Sie in diesem begrenzten Text platzsparend alles Wesentliche unter: Branche und Ort (z. B. "Elektriker Lörrach"), konkrete Leistungen ("Steckdose verlegen") und eine platzsparende Handlungsaufforderung ("Termin vereinbaren" statt "Vereinbaren Sie einen Termin mit uns"). Verzichten Sie auf Floskeln wie "herzlich willkommen" oder "ganzheitliches Konzept".

    Tipp: Trennen Sie einzelne Leistungsstichwörter mit Sonderzeichen oder Emojis, um Ihr Snippet in der Ergebnisliste optisch hervorzuheben. Die Basics der Onpage-SEO sind also weiterhin Pflicht – selbst wenn sie alleine keine Garantien mehr bieten, sorgen sie für Relevanz und einen professionellen Eindruck.
  2. Google-Unternehmensprofil jetzt erst recht pflegen:
    Der Eintrag bei Google Business (Google Unternehmensprofil) ist im KI-Zeitalter Gold wert. Warum? Weil die KI bei lokal formulierten Anfragen (etwa "bester Elektriker bei Freiburg") direkt konkrete Betriebe mit Bewertungen, Öffnungszeiten und Adresse empfiehlt – und genau diese Infos stammen aus den Unternehmenseinträgen. Füllen Sie daher Ihr Profil vollständig aus und halten Sie es aktuell.

    Verwenden Sie in der Beschreibung ruhig Ihre wichtigsten Keywords (typischerweise Beruf + Stadt oder Region), zum Beispiel "Ihr Fachmann für Solaranlagen in Köln". Wenn Ihr Ort klein ist, nennen Sie zusätzlich das nächstgrößere Einzugsgebiet ("Malermeister in Biburg bei Augsburg").

    Laden Sie Fotos hoch, beantworten Sie Nutzerfragen im Profil und posten Sie Neuigkeiten. Je präsenter und gepflegter Ihr Profil, desto größer die Chance, dass Google Ihr Unternehmen im KI-Modus sichtbar platziert. Denn nur wer konkret erwähnt wird, erscheint überhaupt – persönliche Empfehlungen ersetzen die klassischen Klicks.
  3. Strukturierte Daten verwenden – machen Sie es der KI leicht:
    Helfen Sie Google dabei, Ihre Website-Informationen korrekt zu verstehen, indem Sie strukturierte Daten (Schema.org-Markup) nutzen. Markieren Sie z. B. Ihre Adresse, Öffnungszeiten, Leistungen, Preise oder Auszeichnungen in Ihrem Website-Code. Suchmaschinen können diese maschinenlesbaren Häppchen besonders einfach verarbeiten.

    Das zahlt sich jetzt aus: KI-Systeme greifen bevorzugt auf solche klar strukturierten Infos zurück, wenn sie Antworten zusammenstellen. Ein Beispiel: Mit dem Markup für FAQ-Seiten oder HowTo-Anleitungen erhöhen Sie die Chance, dass Google Ihre Schritt-für-Schritt-Anleitung direkt in der KI-Übersicht anzeigt. Für Handwerksbetriebe relevant ist vor allem das Markup "LocalBusiness", mit dem Sie Ihren Standort und Ihr Gewerk exakt definieren können.

    Kurz gesagt: Strukturierte Daten sind der technische Turbo für Ihre Sichtbarkeit – damit Ihr Betrieb in den KI-Antworten vorkommt, statt übergangen zu werden.
  4. Echtes Kundenfeedback sammeln und aktiv pflegen:
    Referenzen und Bewertungen sind im digitalen Empfehlungsgeschäft das Zünglein an der Waage. Bitten Sie zufriedene Kunden gezielt um schriftliche Referenzen – idealerweise mit vollem Namen und konkreten Details. Ein Satz wie "Kostenvoranschlag wurde eingehalten, der Einbau verlief reibungslos, wir konnten pünktlich in unser neues Haus einziehen" sagt mehr aus als "Toller Service, sehr zufrieden". Solche echten Stimmen wirken nicht nur auf neue Kunden vertrauensbildend, sie liefern Googles KI auch wertvolle Anhaltspunkte, um Ihren Betrieb bei passenden Fragen weiterzuempfehlen.

    Achten Sie darauf, dass Ihr Online-Ruf glänzt: Pflegen Sie Ihre Sterne-Bewertungen auf Google, aber auch auf branchenspezifischen Portalen. Reagieren Sie auf Feedback, bedanken Sie sich für Lob und gehen Sie konstruktiv mit Kritik um – das zeigt sowohl Kunden als auch der KI, dass Ihr Unternehmen aktiv und kundenorientiert ist. Im KI-Modus zählen Reputation und Vertrauenswürdigkeit: Je besser Ihr Betrieb bewertet wird und je authentischer die Stimmen Ihrer Kunden sind, desto eher landet Ihr Name als Empfehlung in einer KI-Antwort.
  5. Hochwertigen Inhalt bieten (Blog, Ratgeber & Co.):
    Mit einem Blog oder Ratgeberbereich auf Ihrer Website können Sie punkten, indem Sie typische Kundenfragen ausführlich beantworten. Überlegen Sie, welche Fragen oder Probleme Ihre Kundschaft haben könnte ("Wie oft muss eine Heizung gewartet werden?", "Schimmel im Bad – was tun?") und recherchieren Sie dazu passende Suchbegriffe (z. B. mit dem kostenlosen Google-Tool Keyword-Planner. Für den Keyword Planner benötigen Sie zwar ein Google-Ads-Konto, Sie müssen aber keine Ads schalten, um diesen zu nutzen) Schreiben Sie dann praxisnahe, gut strukturierte Beiträge, die genau diese Fragen lösen – gern auch mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen, Checklisten oder Vorher-nachher-Beispielen aus Ihrem Arbeitsalltag. Achten Sie darauf, den Hauptbegriff in der URL, der Überschrift (H1), in Zwischenüberschriften und ein paar Mal im Fließtext unterzubringen, ohne den Text unnatürlich klingen zu lassen.

    Je nützlicher und relevanter Ihr Inhalt, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass Google ihn als Quelle in den KI-Überblick aufnimmt. Vielleicht erscheint Ihr Ratgeberartikel dann nicht nur unter den Top-Ergebnissen, sondern sogar als zitierte Quelle direkt in der KI-Antwort – genau dort, wo jetzt alle hinwollen. Halten Sie Ihre Inhalte außerdem aktuell und ergänzen Sie regelmäßig Neues (etwa einmal im Monat oder Quartal). So signalisieren Sie: Ihr Betrieb ist fachlich auf dem neuesten Stand und liefert fortlaufend hilfreiche Informationen – ein klarer Pluspunkt, um in der KI-gesteuerten Suche sichtbar zu bleiben.

Zur Autorin: Geraldine Friedrich ist ausgebildete Wirtschaftsjournalistin. Seit 2023 bloggt die Diplom-Betriebswirtin auf Indiemedien über das Spannungsfeld Pressearbeit und Journalismus. Seit 2024 gibt sie einen 14-tägigen Newsletter mit praktischen Tipps für KMU heraus, die ihre Pressearbeit selbst in die Hand nehmen wollen.