Drei Gründerteams aus dem Handwerk zeigen, wie man mit Mut, neuen Ideen und dem Rückgriff auf Bewährtes erfolgreiche Handwerksbetriebe von morgen aufbaut.

Von wegen langweilige Traditionspflege: Die Preisträger des Awards "Top Gründer im Handwerk 2025" verwirklichen ihre Träume, ohne mit Werten und Traditionen zu brechen. Im Gegenteil: Sie nutzen das Bewährte als Fundament, um ihre persönliche Vision eines modernen Handwerksbetriebs zu realisieren.
So unterschiedlich ihre Wege auch sind – eines verbindet sie: die Freude daran, Tradition mit einer innovativen Geschäftsstrategie zu neuem Glanz und Markterfolg zu führen.
17.000 Euro für die besten Konzepte
Die Gewinner des Wettbewerbs, organisiert von handwerk magazin, der Signal Iduna Gruppe und Lexware, stehen für eine Gründergeneration, die digitale Werkzeuge und KI als Chance begreift. Routineaufgaben lassen sich so reduzieren, während mehr Zeit für Kreativität und Innovation bleibt – Eigenschaften, die schon immer zum Unternehmergeist im Handwerk gehören. Hier die Sieger im Portrait.
Britta Ambach – Holzblasinstrumente mit persönlicher Note
Nach der Meisterprüfung im Holzblasinstrumentenmacher-Handwerk arbeitete Britta Ambach zunächst in der Schweiz. Zurück in Deutschland fand sie keinen passenden Arbeitsplatz in ihrem Traumberuf und leitete daher vorübergehend eine feinmechanische Werkstatt.
Als sich die Möglichkeit bot, ein Musikhaus in Winnenden weiterzuführen, ergriff sie die Chance und spezialisierte sich ganz auf Holzblasinstrumente – von der Blockflöte bis zum Fagott, die sie auch selbst spielt. Dieses Alleinstellungsmerkmal begeistert ihre Kunden. Dank KI-gestütztem Rechnungswesen und Kommunikation bleibt ihr zudem viel Zeit für Beratung auf Augenhöhe.
Dennis Vonderstraß und Philipp Steiert – Wachstum aus Tradition
Schon während der gemeinsamen Meisterprüfung im Malerhandwerk war klar: "Wenn wir mal zusammenarbeiten, wird das super." 2022 übernahmen die beiden den Familienbetrieb von Philipp Steiert in Kirchzarten.
Sie digitalisierten Prozesse, erweiterten das Angebot um Stuckateur- und Gerüstbauarbeiten und investierten in modernes Marketing. Mit Erfolg: Innerhalb von drei Jahren wuchs der Betrieb von neun auf 60 Mitarbeitende und erzielte 2024 mehr als sechs Millionen Euro Umsatz.
Lino und Peter Ferda – Fusion für Fachkräfte
Im SHK-Handwerk (Sanitär, Heizung, Klima) erkannten Lino Ferda, Bachelor of Engineering, und sein Vater Peter früh: Wer die besten Fachkräfte gewinnen will, muss attraktive Strukturen schaffen.
Die Lösung war ungewöhnlich: Lino fragte seinen ehemaligen Ausbildungsbetrieb nach einer Fusion. So entstand aus zwei Familienunternehmen die Marke HEEET in Siegen – ein moderner Arbeitgeber, der bei Fachkräften hoch im Kurs steht.
Nachfolge neu denken
"Die innovativen Lösungen der Preisträger zeigen, dass eine Übernahme oder Nachfolge ein vielversprechender Weg sein kann, um die eigene unternehmerische Vision umzusetzen", erklärte Patrick Neumann, Chefredakteur von handwerk magazin, bei der Preisverleihung in der Dortmunder Zeche Hansemann.
Der Wettbewerb "Top Gründer im Handwerk" fand 2025 zum 19. Mal statt – erneut unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Rund 50 Gründer und Nachfolger aus allen Gewerken stellten ihre Konzepte vor. Eine unabhängige Jury aus Handwerk, Verbänden, Industrie und Start-up-Szene bewertete die eingereichten Businesspläne sowie die Entwicklung von Umsatz und Mitarbeiterzahl.
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Die ausführlichen Geschichten der Preisträger, inklusive Videos und Bildmaterial von der Preisverleihung in Dortmund, finden Sie unter:
handwerk-magazin.de/topgruender2025 avs