Wohnungsbau Die Zahl der Baugenehmigungen steigt wieder

Um 30 Prozent ist die Zahl der Baugenehmigungen innerhalb eines Jahres gestiegen. Das zeigen neue Zahlen des Statistischen Bundesamts. Die Bauwirtschaft freut sich und mahnt sogleich, dass jetzt die richtigen Impulse folgen müssen, damit weiter gebaut wird.

Baugenehmigungen
Das Statistische Bundesamt meldet für den Juli einen Anstieg der Baugenehmigungen um 30 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. - © Denis Tuev - stock.adobe.com / generiert mit KI

Im Juli 2025 lag die Zahl der Baugenehmigungen um 30 Prozent höher als im Juli 2024. Diesen Aufwärtstrend bezeichnet Verena Hubertz, die Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, als neuen Optimismus, den die Baubranche nun wiederfinden kann. Nach der Veröffentlichung der neuen Zahlen des Statistischen Bundesamts verspricht sie, dass sich die Politik weiter dafür einsetzt, den Wohnungsbau zu stabilisieren. "Als Bundesregierung unterstützen wir zielgerichtet, zum Beispiel mit unserem Bau-Turbo oder Rekordmitteln für den sozialen Wohnungsbau", kommentiert sie die aktuelle Entwicklung.

Diese Entwicklung zeigt, dass der Wohnungsbau durchaus wieder anzieht, nachdem er im Juli 2024 auf einen Tiefpunkt gesunken war. Innerhalb eines Jahres sind die Baugenehmigungen um 30 Prozent angestiegen. Da der Anstieg allerdings in Wellen verlief und von einem starken Auf und Ab geprägt ist, ist der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) noch etwas zögerlich, die große Trendwende zu feiern. ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa weist darauf hin, dass es jetzt wichtig bleibe, Investitionsimpulse für die Bautätigkeit zu setzen. "Wir sind gerade erst dabei, aus einer Talsohle herauszukommen", erklärt er. Die Ankündigung, dass die Bundesregierung die im Koalitionsvertrag angelegte EH 55-Förderung jetzt mit dem Haushalt 2025 starten möchte, begrüßt er. Als ausreichend sieht der ZDB dies aber nicht an.

Anstieg der Baugenehmigungen reicht nicht aus

Der aktuell gemeldete Anstieg der Baugenehmigungen relativiert sich in einem Vergleich zu Jahren mit starker Bautätigkeit. Nach Angaben des ZDB reichen sie auch nicht aus, um den Bedarf zu decken. So wurden bisher im Jahr 2025 insgesamt 131.839 Wohnungen genehmigt. Das waren 8.205 mehr als im Vorjahr, was einem Zuwachs von knapp sieben Prozent entspricht. Der ZDB liefert allerdings Vergleichszahlen zu den Jahren 2021 und 2022. In diesen Jahren wurden bis Juli jeweils ca. 220.000 Wohnungen genehmigt. "Dieses Niveau braucht es, um schlussendlich einen Bedarf von über 300.000 Wohnungen auch fertigstellen zu können", erklärt der Verband.

Der Anstieg der Baugenehmigungen ist vorwiegend auf mehr Genehmigungen im Mehrfamilienhausbau zurückzuführen. Mehrfamilienhäuser stellen in Deutschland die zahlenmäßig stärkste Gebäudeart dar. Hier wurden von Januar bis Juli 2025 insgesamt 69.300 neue Wohnungen genehmigt. Dies bedeutet einen Anstieg um 5,6 Prozent bei den neuen Wohnungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Im Vergleich dazu waren es bei den Einfamilienhäusern nur 25.400 Baugenehmigungen, die erteilt wurden. Da die Werte im Vorjahr noch niedriger lagen, entspricht dies dennoch einem Anstieg von 15 Prozent. Zweifamilienhäuser sind dagegen wenig gefragt. Die Zahl der Baugenehmigungen in diesem Segment ist um 6,6 Prozent gesunken. jtw