Bankschließfächer gelten als sicherer Hafen für Wertsachen. Doch sie werden immer seltener, je mehr Banken ihre Filialen schließen – und der Inhalt ist nicht immer automatisch versichert. Darauf kommt es für Schließfachbesitzer an.

Viele Kunden gehen davon aus, dass Bankschließfächer automatisch umfassend abgesichert sind. Doch der Inhalt ist nicht von Haus aus gegen Diebstahl, Feuer oder Elementarschäden versichert. Eine zusätzliche Tresorschließfachversicherung ist erforderlich, die Banken oft selbst anbieten. Alternativ kann man externe Versicherungen in Anspruch nehmen.
Deckung ist meist begrenzt
Die Deckungssumme solcher Versicherungen ist begrenzt. Standardversicherungen bis zu 25.000 Euro sind erschwinglich, doch bei Werten, die über den Standardsummen liegen, wird es teuer. Dies ist schnell der Fall, wenn man Edelmetalle, Luxusuhren oder wertvollen Familienschmuck im Schließfach aufbewahrt.
Erhöhungen der Versicherungsbeiträge resultieren meist aus steigenden Rückversicherungskosten oder einem erhöhten Risiko, etwa durch mehr Einbrüche oder Naturkatastrophen.
Beweislast liegt beim Kunden
Der Inhalt des Schließfachs bleibt eine rechtliche Grauzone, da keine Bank den Inhalt überprüft oder dokumentiert. Im Versicherungsfall muss der Kunde den Inhalt glaubhaft nachweisen, sonst gibt es keinen Ersatz. Fotos, Wertgutachten, Kaufbelege und Dokumentationen mit Zeitstempel helfen, den Wert zu belegen. Manche Anbieter zertifizieren den Inhalt beim Einlagern, was den Nachweis erleichtert.
Beachten sollte man als Schließfachbesitzer, dass diese in der Regel nur während der Öffnungszeiten der Bank zugänglich sind. Im schlechtesten Fall kann bei einer Krise oder einer Bankschließung der Zugang nicht mehr möglich sein. Bei der Anmietung eines Tresorschließfaches sollte man außerdem darauf achten, dass für ein eventuelles Ableben vorgesorgt ist – idealerweise mit einer Vollmacht direkt bei der vermietenden Bank oder einer notariellen Vollmacht.
Moderne Anbieter, andere Risiken
Neue Anbieter wie Asservato und Trisor bieten den Vorteil, dass sie rund um die Uhr zugänglich sind, moderne Sicherheitsstandards bieten und oft die Versicherung inklusive ist. Sie bieten zudem einen höheren Service durch Übergabemodelle oder digitalen Nachlass im Erbfall. Allerdings fehlt eine gesetzliche Einlagensicherung und die modernen Features machen sie meist teurer als traditionelle Bankschließfächer.
Zum Autor
Ortay Gelen ist Vermögensverwalter bei der AXIA Asset Management GmbH in Dortmund.