Statistik zur E-Mobilität Fast jedes fünfte neue Auto im Juli fährt elektrisch

Der Boom bei Elektroautos geht weiter. Mehr als 18 Prozent aller Neuzulassungen hatten im Juli einen Elektromotor. Das hat aus Sicht des Branchenverbands VDIK vor allem einen Grund.

Neue Autos aufgereiht
Die weiter steigende Zahl neu zugelassener E-Autos führt der VDIK vor allem auf das größere Angebot neuer Modelle zurück. - © Kalyakan - stock.adobe.com

Die Zahl der neu zugelassenen E-Autos in Deutschland ist im Juli erneut deutlich gestiegen. Mehr als 48.600 Fahrzeuge bedeuteten einen Zuwachs von 58 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Kraftfahrt-Bundesamt mitteilte. Mit einem Anteil von 18,4 Prozent war demnach fast jeder fünfte Neuwagen ein Batteriefahrzeug (BEV). 

Größeres Angebot sorgt für langanhaltende Nachfrage

Die hohe Nachfrage hält schon das ganze Jahr über an, nachdem sie im vergangenen Jahr deutlich eingebrochen war. Zwischen Januar und Juli 2025 wurden dem Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) zufolge mehr als 297.000 BEV neu zugelassen, ein Plus von 38,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Zahl der Plug-in-Hybride (PHEV) legte deutlich um 83,6% auf 27.197 Einheiten zu. Von Januar bis Juli kamen hier mehr als 166.100 PHEV neu in den Markt.

"Wir führen den Anstieg auf das deutlich größere Fahrzeugangebot in den Einstiegssegmenten zurück", teilte VDIK-Präsidentin Imelda Labbé mit. "Innerhalb der letzten Monate haben etliche Marken neue Modelle vorgestellt, die technisch ausgereift und vor allem für breite Kunden- und Nutzergruppen bezahlbar sind." 

ZDK-Präsident sieht weitere Potenziale

Thomas Peckruhn zufolge, dem Präsidenten des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), könnte der Trend zu batteriebetriebenen Fahrzeugen noch deutlich stärker ausfallen. "Das Potenzial ist da. Wir brauchen verlässliche Signale aus der Politik, um es auszuschöpfen", sagt Peckruhn.

Das funktioniere etwa mit besseren Rahmenbedingungen wie:

  • einer spürbaren Senkung der Stromsteuer,
  • einem bedarfsgerechten Ausbau der Ladeinfrastruktur, etwa in Wohngebieten oder
  • verbraucherfreundlichen Zahlungs- und Preismodellen beim öffentlichen Laden.

Absatzkrise bei Tesla hält weiter an

Die Absatzkrise des US-Elektroautobauers Tesla hält derweil weiter an. Im vergangenen Monat konnte der Hersteller unter seinem Chef Elon Musk lediglich rund 1.100 neue Fahrzeuge in Deutschland absetzen, mehr als 55 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. 

Automobilmarkt entwickelt sich insgesamt stabil

Über alle Antriebsarten und Segmente hinweg wurden im Juli in Deutschland insgesamt rund 264.802 Pkw neu zugelassen, etwa elf Prozent mehr als im Juli des Vorjahres. Der VDIK verweist dabei auf einen Sondereffekt: Aufgrund neuer EU-Typgenehmigungsverordnungen war die Zahl der Neuzulassungen im Juli 2024 besonders niedrig. Viele Zulassungen waren demnach in den Juni vorgezogen worden. "Im Mittel der Monate Juni und Juli 2025 lag der Pkw-Markt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insgesamt mit 2,7 Prozent im Minus", heißt es vom Verband. dpa/uls