Während viele geistige Berufsbilder durch KI zunehmend bedroht sind, schützt das Handwerk seine Zukunft durch manuelle Fertigkeiten: Tätigkeiten wie Schleifen, Bohren oder Verputzen bleiben menschlich – und wertvoll.

Eine im Juli 2025 veröffentlichte Studie von Microsoft analysierte 200.000 reale Gespräche mit der KI "Copilot". Sie ergab: Berufe mit manuellen Fertigkeiten sind kaum automatisierbar. Tätigkeiten wie Bagger führen, Gleise bauen oder Parkett schleifen erreichen einen KI‑Anwendbarkeitswert von null. Auch Maler, Stuckateure oder Dachdecker bleiben weitgehend unberührt von der KI‑Revolution.
Job‑Futuromat des IAB bestätigt: geringes Automatisierungspotenzial im Handwerk
Das Online‑Tool "Job‑Futuromat" der Bundesagentur für Arbeit zeigt für etwa 4.000 Berufe, wie groß ihr technisches Automatisierungspotenzial ist.
- Malermeistern etwa könnten laut Tool etwa 25 Prozent ihrer Tätigkeiten theoretisch automatisiert werden (z. B. Lackieren, Untergrundbehandlung), während der Großteil manuelle Präzisionsarbeit verlangt.
- Für das Dachdeckerhandwerk liegt der Automatisierungswert bei 0 Prozent, keine typische Tätigkeit gilt derzeit als maschinenersetzbar.
- Auch der Friseurberuf wurde mit 0 Prozent Automatisierbarkeit bewertet – ein anschauliches Beispiel dafür, wie persönliche Kreativität und individuelle Beratung nicht maschinell reproduzierbar sind.
Warum das Handwerk KI‑sicher bleibt
Handwerkliche Berufe zeichnen sich durch:
- hohe Flexibilität und Adaptionsfähigkeit bei ungeplanten Problemen vor Ort
- komplexe Feinmotorik und maßgeschneiderte Lösungen, die sich schlecht automatisieren lassen
- menschliche Präsenz und Situationsbewusstsein, die Maschinen nicht leisten können.
Digitale Planungstools und KI‑Assistenten unterstützen heute, ersetzen aber nicht: Schreiner, Elektriker oder SHK‑Installateure profitieren von digitaler Vorgabe und Vorbereitung. Die wesentlichen Arbeiten bleiben menschlich.
Höhere Risiken bei geistigen Berufen
Im Gegensatz zum Handwerk stehen geistig dominierte Berufsbilder: Dolmetscher, Autoren, Historiker oder Mathematiker sind laut Studie besonders stark KI‑gefährdet. Diese Berufe lassen sich weitgehend durch KI‑gestützte Prozesse automatisieren. avs
Handlungsempfehlungen für Ihren Betrieb
| Maßnahme | Nutzen für den Betrieb |
|---|---|
| Analyse mit dem Job‑Futuromat | Identifizieren Sie, welche Tätigkeiten automatisierungstechnisch gefährdet sind. |
| Qualifikationen ausbauen | Schärfen Sie fachliche Kernkompetenzen und erweitern Sie diese um KI‑Nutzungskompetenz. |
| Planungstools nutzen | Entlasten Sie Ihr Team mit KI bei administrativen und organisatorischen Aufgaben, mehr Fokus auf Außenarbeit. |
| Ausbildungsinhalte aktualisieren | Vermitteln Sie digitale Kompetenzen bereits in der Lehre: KI‑Assistenz, smarte Steuerung. |