Eine neue Meisterprüfungsverordnung für Augenoptiker legt ab dem 1. Juli 2026 neue Schwerpunkte für die Prüfung fest. Das ist neu.

Lange hatte sich der Zentralverband der Augenoptiker und Optometristen (ZVA) für eine Überarbeitung der bestehenden Meisterprüfungsverordnung eingesetzt. Zuletzt wirkte der Verband rund zwei Jahre an deren Weiterentwicklung mit. Zum 1. Juli 2026 ist nun so weit: Das Prüfungswesen wird angepasst. Die entsprechende Verordnung wurde jetzt im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.
"Mit dieser Reform stellen wir den Beruf des Augenoptikers zukunftsfest auf", erklärt Christian Müller, Präsident des ZVA. Die neue Verordnung spiegle die gestiegenen fachlichen Anforderungen und die größere Verantwortung für die Augengesundheit bei der Versorgung mit Sehhilfen wider.
Meisterprüfung für Augenoptiker: Praxisteil wird umfassender
Kern der Neuregelung ist die Stärkung der fachlichen Prüfungsteile. Die praktische Meisterprüfung beinhaltet künftig eine vollständige Kontaktlinsenanpassung. Die Anfertigung einer Brille als Alternative entfällt, da sie bereits Inhalt der Gesellenprüfung ist. Damit werden optometrische Prüfverfahren, die Kontaktlinsenanpassung und die Refraktionsbestimmung zu obligatorischen Prüfungsteilen. Nicht ausreichende Leistungen in diesen Kernbereichen fließen künftig stärker in das Ergebnis ein.
Eine neue Situationsaufgabe ergänzt den praktischen Teil. Sie umfasst unter anderem weitere optometrische Untersuchungen, eine Binokularprüfung sowie die Bewertung einer fertigen Sehhilfe. "Die neue Struktur bringt mehr Realität in die Prüfung", so Müller. "Augenoptikermeister übernehmen immer mehr Verantwortung in der Kundenversorgung. (...) Dieser Verantwortung trägt die neue Meisterprüfungsverordnung Rechnung."
Neue Struktur in der Theorie ab 2026
Auch die theoretische Prüfung wird neu gegliedert. Statt bisher vier gibt es künftig drei Handlungsfelder. Betriebswirtschaftliche Inhalte werden stärker gebündelt, um die fachlichen Schwerpunkte zu vertiefen. Laut ZVA wird es damit schwieriger, fachliche Defizite durch betriebswirtschaftliche Stärken auszugleichen. Zudem wird die frühzeitige Aufdeckung von Auffälligkeiten am Auge und am visuellen System wichtiger, um gegebenenfalls den Besuch eines Arztes zu empfehlen.
Der neue Rahmenlehrplan zur Vorbereitung auf die fachlichen Prüfungsteile soll voraussichtlich im August 2025 veröffentlicht werden. Die neue Meisterverordnung kann unter recht.bund.de eingesehen werden. fre