Das wachsende Spektrum der elektrischen Mikromobilität bekommt im Umfeld der Eurobike eine eigene Plattform.

Rund 1.500 Aussteller aus 60 Ländern haben Ende Juni 2025 auf der Eurobike in Frankfurt am Main ihre Neuheiten und Visionen präsentiert. Einen immer größeren Bereich auf der Weltleitmesse für die Fahrradbranche nimmt die sogenannte Ecomobility ein. Sie umfasst die elektrische Mikromobilität unterhalb des Autos im urbanen Umfeld.
Das Spektrum reicht vom E-Scooter über Cargobikes bis hin zu Microcars für das Gewerbe. In diesem Umfeld hat auch die Honda-Tochter Fastport in Frankfurt ihren ersten Prototypen vorgestellt: das elektrische Mikrofahrzeug e-Quad. Das Vierrad-Liefermobil soll im Sommer nächsten Jahres im amerikanischen Ohio in die Serienproduktion gehen und in zwei Größen angeboten werden.
Honda-Tochter zeigt zur Eurobike ersten Prototyp
Für das kleinere Modell (3,4 x 2,1 x 1 m) strebt Honda in Europa eine Zulassung für Radwege an, um im urbanen Verkehr die Staugefahr zu verringern. Die Nutzlast liegt bei 145 kg, die Höchstgeschwindigkeit bei 20 km/h. Zur Ermittlung der Reichweite würden noch Tests laufen. Für das größere Modell (3,65 x 2,1 x 1,2 m) steht die Reichweite hingegen schon fest. Sie liegt bei höchstens 37 km, abhängig von der Nutzlast, die mit maximal 295 kg angegeben wird.
Das e-Quad verfügt laut Honda über austauschbare Batterien sowie über zahlreiche energiesparende Technologien, darunter ein regeneratives Bremssystem, das Energie zurückgewinnt und wiederverwendet, sowie automatische Parkbremsen. Ein Verdeck mit UV-Beschichtung und optionaler Tönung sowie eine Windschutzscheibe mit Dach zum Schutz des Fahrers würden ebenso zum e-Quad gehören, wie das spezielle Chassis-Design, das auch auf unebenen Straßen für eine ruhige Fahrt sorgt.
Lastenrad mit kippbarer Pritsche
Das erste Lastenrad mit kippbarer Pritsche, dessen Prototyp bereits im vorigen Jahr zur Eurobike vorgestellt wurde, hat inzwischen die Serienreife erreicht. Für das XCYC Pickup der Firma Youmo aus Rapperswil in der Schweiz haben die Anhängerspezialisten von Stema aus dem sächsischen Großenhain den Aufbau beigesteuert.

Die Ladefläche mit den Innenmaßen 1334 x 918 x 350 mm lässt sich um 30 Grad nach rechts kippen. Bedient wird der Kippmechanismus manuell mit einer Kurbel oder einem Akkuschrauber. Das Ladevolumen beträgt 0,43 m3. Der gesamte Aufbau wiegt lediglich 40 kg. Die Entwicklung sei eine Antwort auf die hohe Nachfrage im Bereich Gala-Bau, wie der Anbieter Youmo mitteilt.
Neues Messeduo: Eurobike und Mobifuture
Die Fahrradbranche durchlebte nach dem Boom durch die Corona-Pandemie eine wirtschaftlich schwierige Phase, von der sie sich langsam erholt, wie der Verband der Zweirad-Industrie (ZIV) zum Auftakt der Eurobike in Frankfurt bekanntgab. Bis Ende Mai verzeichnete der ZIV bei den Verkaufszahlen ein Plus von fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr. Vor allem Rennräder, Gravelbikes und elektrisch unterstützte Mountainbikes würden sehr gut nachgefragt. ZIV-Geschäftsführer Burkhard Stork sieht allerdings erst ab 2026 Licht am Ende des Tunnels.
Im nächsten Jahr bekommt auch die Eurobike einen neuen Zuschnitt. Um dem Trend zur Ecomobility gerecht zu werden, wird die Fahrradmesse in zwei Teile getrennt. Neben der klassischen Eurobike soll es mit der Mobifuture eine Plattform speziell für elektrische Mikromobilität geben, wie Stefan Reisinger vom Veranstalter Fairnamic informierte. Erstmals werden die beiden Messen vom 24. bis 28. Juni 2026 in Frankfurt veranstaltet. ste