Die Stimmung bei den Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen hellt sich weiter auf. Der Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex zeigt für den Juni 2025, dass die Betriebe optimistischer sind, was die künftigen Geschäfte angeht. Sie erwarten steigende Umsätze. Kehrt nun Planungssicherheit zurück?

Die Wirtschaftsforscher des Münchner ifo Instituts bescheinigen den Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen, dass sich ihr Geschäftsklima zum zweiten Mal in Folge verbessert hat. Das heißt, sowohl die aktuelle Lage, als auch die Erwartungen für die nächsten Wochen sind von Optimismus geprägt. Zwar liegen die Werte des Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex auch im Juni 2025 noch im Minusbereich – und deutlicher unter den Werten der Gesamtwirtschaft. Dennoch gehen sie nach oben und der Index liegt aktuell bei -15,7 Punkten statt bei -19 wie noch im Mai 2025.
Selbstständige: Umsätze wirklich im Aufwärtstrend?
Im Vergleich dazu stiegen die Indexwerte in der Gesamtwirtschaft bereits zum sechsten Mal in Folge. Die Prognose der Wirtschaftsforscher, die den Index im Auftrag des Internetdienstleisters Jimdo erstellen, dass die deutsche Wirtschaft langsam wieder Zuversicht schöpfe, trifft auch auf die kleinen Firmen zu. Demnach fielen vor allem die Geschäftserwartungen spürbar weniger pessimistisch aus und verbesserten sich von - 23,3 auf - 19,3 Punkte. "Zudem nahm die Unzufriedenheit mit den laufenden Geschäften weiter ab: Die Geschäftslage verbesserte sich von minus 14,5 auf minus 12,1 Punkte", heißt es in der Zusammenfassung zum Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex im Juni 2025.
Der Aufwärtstrend geht dabei durch (fast) alle untersuchten Sektoren: Im Dienstleistungsbereich zeigt sich ein Anstieg der Geschäftslage um sechs Punkte, im Einzelhandel sind es drei, auf dem Bau einer – und nur im verarbeitenden Gewerbe geht es mit einem Minus von zwei Punkten noch nicht so gut voran.
Selbstständige: Umsätze bringen Planungssicherheit

Mit den steigenden Geschäftserwartungen geht auch einher, dass die Planungssicherheit der Firmen zunimmt. Für die ifo-Forscher ist das ein weiterer Indikator für eine positive Wirtschaftsentwicklung. So falle es den Solo-Selbstständigen und Kleinstunternehmen wieder etwas leichter, ihre künftige Geschäftsentwicklung einzuschätzen. Aktuell konnten dies 30,5 Prozent der befragten Firmen, die alle weniger als neun Mitarbeiter haben, bewerkstelligen. Im Mai 2025 waren es 32,7 Prozent und im April 2025 noch 36,5 Prozent.
Trotz dieser Anzeichen für eine steigende Planungssicherheit ist eine zentrale Aussage zum im Monat Juni 2025, dass der Druck auf die Bundesregierung hoch bleiben müsse, die kleinen Betriebe mehr in den Fokus zu stellen und konkret die Maßnahmen umzusetzen, die ihnen helfen. So mahnt auch der Verband der Gründer und Selbstständigen Deutschland (VGSD), Mitherausgeber des Index, dass das wirtschaftliche Sofortprogramm der Regierung Maßnahmen für Solo- und Kleinstunternehmen komplett vermissen lasse. Im Gegenteil würden sogar neue Belastungen drohen. Besonders dringlich ist dem VGSD zufolge die Reform des Statusfeststellungsverfahrens. Sie müsse spätestens Anfang 2027 in Kraft treten. jtw
