Die Alarmstufe wird aufgehoben, die Frühwarnstufe greift wieder. Die Energiekrise sei laut Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche überwunden, Gaspreise stabilisieren sich – und ab 2026 fällt die Gasspeicherumlage.

"Die Gasversorgungssicherheit in Deutschland ist hoch", sagte die CDU-Politikerin. Die Voraussetzungen für die Alarmstufe lägen nicht mehr vor. Mit der sogenannten Frühwarnstufe gelte nun die erste von drei Eskalationsstufen. Diese beinhalte eine enge und dauerhafte Beobachtung des Gasmarkts.
Alarmstufe nach Stopp russischer Gaslieferungen
Die Regierung hatte die Alarmstufe im Juni 2022 ausgerufen, nachdem Russland die Gaslieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 stark verringert und später ganz eingestellt hatte. Wie Reiche weiter mitteilte, sei es gelungen, die durch den russischen Angriffskrieg verursachte Energiekrise zu überwinden. Dazu beigetragen hätten neue Terminals für Flüssiggas sowie eine stärkere Diversifizierung der Gaslieferungen.
Norwegen heute deutscher Hauptlieferant von Gas
Während Russland im Jahr 2021 mit einem Anteil von 65 Prozent an der deutschen Gasversorgung noch Hauptlieferant war, stammten laut Reiche im vergangenen Jahr 45 Prozent des importierten Gases aus Norwegen, 25 Prozent aus den Niederlanden und 18 Prozent aus Belgien – um die wichtigsten Lieferländer zu nennen. Aus Russland werde weder leitungsgebundenes noch Flüssiggas importiert.
Reiche: Gaspreise haben sich stabilisiert
Die Gaspreise hätten sich laut Reiche mittlerweile stabilisiert. Sie lägen derzeit bei rund 34 Euro pro Megawattstunde und seien damit zwar noch doppelt so hoch wie vor der Krise, jedoch kein Vergleich zu den Spitzenwerten des Jahres 2022 mit bis zu 300 Euro pro Megawattstunde.
Abschaffung der Gasspeicherumlage ab Januar 2026
Mit der Abschaffung der Gasspeicherumlage ab dem 1. Januar 2026 will die Regierung laut Reiche zudem Wirtschaft und Verbraucher um 2,89 Euro pro Megawattstunde entlasten. Für einen Durchschnittshaushalt mit vier Personen entspreche das einer Ersparnis von rund 54 Euro pro Jahr. Die Füllstände der Gasspeicher lägen derzeit bei rund 50 Prozent und damit unter den Werten der Vorjahre. Die Speicheraktivitäten hätten jedoch deutlich zugenommen, fügte sie hinzu. Die vorgeschriebenen Füllstände seien auch für dieses Jahr gut erreichbar.