Zwischen Frühstückstisch und Firmenbüro: Wenn Paare auch beruflich ein Team werden, drohen Konflikte. Wie man diesen am besten vorbeugt und eine Not-To-Do-Liste.

In vielen Betrieben arbeiten Lebenspartner mit – meist in der Verwaltung, um die Betriebsleitung zu entlasten. Ein großer Vorteil: Das Gehalt bleibt in der Familie.
Grundlagen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit
Für den Einstieg braucht es echtes Interesse, nicht nur wirtschaftliche Zwänge. Die Vermischung von Beruf und Privatleben ist unvermeidlich, daher ist klare Abgrenzung wichtig.
Entscheidend sind:
- Gegenseitiges Vertrauen statt ständiger Kontrolle
- Klar definierte Verantwortungsbereiche mit wenig Überschneidungen
- Ein formeller Arbeitsvertrag für klare Rahmenbedingungen
Probleme entstehen vor allem, wenn beide Führungsansprüche erheben oder sich gegenseitig in die Arbeit einmischen. Ideal ist es, wenn sich unterschiedliche Führungsstile ergänzen - etwa wenn eine Person eher streng auftritt und die andere durch persönliche Beziehungen ausgleicht.
Erfolgreicher Einstieg
Eine sorgfältige Einarbeitung ist unerlässlich, auch wenn sie Zeit kostet. Anfängliche Unsicherheiten sind normal. Wichtig sind:
- Keine überzogenen Erwartungen an Tempo und Perfektion
- Anerkennung für Erfolge und Unterstützung bei Schwierigkeiten
- Offenheit für Hilfe vom bestehenden Team
"Schnuppertage" vor dem endgültigen Einstieg nehmen Druck und ermöglichen eine fundierte Entscheidung für beide Seiten.
Im Betriebsalltag
Neue Partner wollen schnell Teil des Teams werden. Herausfordernd ist die Frage, wie mit Fehlverhalten von Mitarbeitern umzugehen ist. Als "zweite Führungskraft" wird man schnell als Kontrollorgan wahrgenommen.
Zu Beginn sollte man den Status quo akzeptieren und nicht sofort alles ändern wollen. Meinungsverschiedenheiten in der Führung sind normal, sollten aber nicht vor den Mitarbeitern ausgetragen werden.
| Kommt sehr gut an: | Kommt weniger gut an: |
| Klare Abgrenzung der Kompetenz, um Überschneidungen zu vermeiden | Sofortige Einflussnahme auf die Organisation des Betriebs |
| Anpassung an die Organisation, neue Ideen zunächst zurückhalten | Zu Anfang gleich eigene Ideen einbringen. Arbeitsabläufe verändern |
| Feste Arbeitszeiten, der Einsatz ist planbar | Die Anwesenheit ist sporadisch, je nach Lust und Laune |
| Bereitschaft durch Fehler zu lernen | Sich selbst durch Perfektion unter Druck setzen |
| Anerkennung und Wertschätzung fürs Team | Besondere Leistungen ignorieren und das Engagement des Personals als selbstverständlich abtun |
| Freude an der Arbeit, hohe Motivation und Vorfreude auf Herausforderungen | Arbeit aus wirtschaftlicher Notwendigkeit. Die Arbeit wird als Pflicht wahrgenommen |
| Kein Eingriff in die Kompetenzen anderer | Kontrolle hinter dem Rücken der Mitarbeiter |
Fazit
Die Mitarbeit des Partners kann den Betrieb bereichern und zukunftsfähiger machen. Entscheidend für den Erfolg sind klare Verantwortungsbereiche und die Fähigkeit, Beruf und Privatleben angemessen zu trennen. Unterschiedliche persönliche Stärken können sich hervorragend ergänzen und dem Betrieb neue Impulse geben.