Postbank Wohnatlas 2025 Teures Pflaster oder Renditechance?

Der Wohnatlas 2025 zeigt, wie unterschiedlich sich die Preise für Bestandswohnungen je nach Region entwickeln – teils mit überraschenden Ergebnissen. Bis 2035 sind vor allem in Großstädten besonders hohe Wertsteigerungen zu erwarten – aber nicht nur.

Der Wohnungsmarkt in Leipzig: laut einer Studie gewinnen bis 2035 im bundesweiten Vergleich die Eigentumswohnungen hier am meisten an Wert. - © Tino Hemmann - stock.adobe.com

Ist Wohneigentum weiterhin eine gute Wertanlage – und wie entwickeln sich die Preise in den kommenden Jahren? Antworten darauf liefert der Postbank Wohnatlas 2025. Er prognostiziert: Auch wenn in vielen Regionen Deutschlands in den zurückliegenden Jahren die Kaufpreise leicht gesunken sind, Wohneigentum bleibt langfristig ein lohnendes Investment – zumindest in zahlreichen Städten und Umlandregionen. Denn laut Postbank Wohnatlas 2025 sollen die realen – also inflationsbereinigten – Preise für Bestandswohnungen bis 2035 im bundesweiten Durchschnitt um 0,4 Prozent pro Jahr steigen.

Besonders deutliche reale jährliche Preisanstiege erwarten die Forscher:

  • in einigen Groß- und Mittelstädten
  • in den Speckgürteln der sieben größten Metropolen ("Big 7": Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf)
  • sowie in Teilen Süddeutschlands und ausgewählten Ferienregionen.

"In Gebieten mit starkem Zuzug, vielen Arbeitsplätzen und steigenden Löhnen bleiben Eigentumswohnungen begehrt und die Preise ziehen weiterhin an", sagt Manuel Beermann, Leiter Produktmanagement Immobilien der Privatkundenbank in Deutschland. Viele Großstädte und ihr Umland würden daher zu den Regionen mit relativ hoher Wertentwicklung zählen.

Leipzig mit höchstem Preisanstieg

Die Untersuchung wurde vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) durchgeführt. Spitzenreiter unter den 400 untersuchten Land­krei­sen und kreis­frei­en Städ­ten ist Leipzig: Hier erwarten die Forscher bis 2035 einen durchschnittlichen jährlichen Preisanstieg von 1,9 Prozent. Gründe dafür sieht die Studie in verschiedenen Faktoren: Das verfügbare Einkommen soll bis 2035 deutlich steigen. Zudem soll die Bevölkerung um vier Prozent wachsen und sich leicht verjüngen. Entsprechend steigt der Anteil an Erwerbstätigen. Ein weiterer Grund: Im Vergleich zu anderen Großstädten sind Eigentumswohnungen in Leipzig mit durchschnittlich 3.231 Euro pro Quadratmeter (2024) noch günstiger.

Weitere Preisanstiege über dem Durchschnitt werden unter anderem für den Landkreis Barnim in Brandenburg (+1,3 Prozent), das Berliner Umland, das Hamburger Umland und den Landkreis Konstanz in Baden-Württemberg prognostiziert.

Großstädte mit größtem Wachstumspotenzial

Auf Stadtebene schneiden Großstädte außerhalb der sogenannten "Big 7" besonders gut ab. Hier liegt das erwartete Preiswachstum bei durchschnittlich 0,6 Prozent pro Jahr – verglichen mit durchschnittlichen 0,4 Prozent in den "Big 7" selbst. Mittelstädte punkten mit einem prognostizierten Plus von 0,5 Prozent – mehr als der Bundesdurchschnitt.

Neben Leipzig gehören auch Dresden (+1,0 Prozent) und Erfurt (+0,9 Prozent) zu den am besten prognostizierten Städten – trotz ihres Standortes in ostdeutschen Bundesländern, in denen der Trend insgesamt rückläufig vorhergesagt wird.

Süden legt zu – Osten verliert vielerorts

Auf Bundeslandebene liegt Schleswig-Holstein mit einem erwarteten realen Preiswachstum von durchschnittlich 0,7 Prozent pro Jahr an der Spitze, gefolgt von Baden-Württemberg und Bayern (jeweils 0,6 Prozent). In 13 der 16 Bundesländer rechnen die Studienautoren mit steigenden Preisen.

Gegenläufig entwickelt sich der Markt vor allem in strukturschwachen, ländlichen Regionen Ostdeutschlands. In Sachsen-Anhalt sollen die Preise bis 2035 real um 0,4 Prozent pro Jahr sinken. Auch Thüringen (-0,2 Prozent) und Sachsen (-0,1 Prozent) stehen unter Druck. Ursachen sind laut HWWI: schrumpfende Bevölkerung, steigendes Durchschnittsalter – besonders außerhalb urbaner Zentren. ewö

Top 10 in Sachen Preisentwicklung

1Leipzig, StadtSachsen1,9 Prozent
2Barnim, LandkreisBrandenburg1,3 Prozent
3Oberhavel, LandkreisBrandenburg1,2 Prozent
4Konstanz, LandkreisBaden-Württemberg1,2 Prozent
5Teltow-Fläming, LandkreisBrandenburg1,2 Prozent
6Herzogtum Lauenburg, LandkreisSchleswig-Holstein1,2 Prozent
7Harburg, LandkreisNiedersachsen1,2 Prozent
8Dahme-Spreewald, LandkreisBrandenburg1,2 Prozent
9Wetteraukreis, LandkreisHessen1,1 Prozent
10Märkisch-Oderland, LandkreisBrandenburg1,1 Prozent

Die zehn Regionen mit der prognostizierten höchsten Preisentwicklung bis 2035 / Reales durchschnittliches Preiswachstum pro Jahr.
Quelle: Postbank Wohnatlas 2025