Razzia in Sachsen Barbershop-Kontrollen: "In der Mehrzahl keine Meister vor Ort"

Bei Großkontrollen in sechs Städten wurden massive Verstöße gegen die Meisterpflicht aufgedeckt. Betroffenen Betrieben droht nun die Schließung.

rot weiß blaue Barber Pole Close-up
Die rot-weiß-blau gestreifte Barber Pole ist ein traditionelles Erkennungszeichen von Barbershops und erinnert an die historische Verbindung zwischen Barbieren und Wundärzten. - © jixiang - stock.adobe.com

Die Handwerkskammer Dresden hat bei Kontrollen von mehr als zwei Dutzend Barbershops schwere Verstöße gegen die Meisterpflicht festgestellt. "In der Mehrzahl der Fälle haben wir keinen Handwerksmeister vor Ort angetroffen", sagt Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden.

Kontrollen in sechs Städten

Die Kontrollen fanden vor Ostern in Dresden, Pirna, Bautzen, Weißwasser, Löbau und Zittau statt. In der Dresdner Neustadt arbeitete die Handwerkskammer mit dem städtischen Ordnungsamt zusammen, in den anderen Städten mit dem Hauptzollamt Dresden.

Rechtliche Grundlagen

Barbershops unterliegen denselben Regeln wie Friseursalons. Sie benötigen eine Zulassung und müssen einen Meister vorweisen können. "Die Rechtslage ist so, dass wir eine grundsätzliche Meisterpräsenz im Betrieb haben", erklärt Brzezinski. Wer selbst keinen Meisterbrief besitzt, muss einen Betriebsleiter mit Meisterqualifikation anstellen. Dieser Meister müsse im Betrieb anwesend sein, um die Arbeiten zu steuern, zu überwachen und gegebenenfalls einzugreifen.

Konsequenzen bei Verstößen

Die Kammer fordert die betroffenen Betriebe nun auf, schriftlich Stellung zu nehmen und ihre Anwesenheitspflichten nachzuweisen. "Wir werden alles entsprechend nachkontrollieren – immer auch in enger Abstimmung mit den Ordnungsämtern vor Ort", so Brzezinski.

Bei nachweislichen und dauerhaften Verstößen gegen die Meisterpflicht kann die Handwerkskammer ein Verfahren zur Löschung aus der Handwerksrolle – dem amtlichen Verzeichnis zugelassener Handwerksbetriebe – einleiten. Dies kann zur Schließung des Betriebs führen.

"Es ist uns wichtig, dass sich alle an die gemeinsamen Spielregeln halten und die Meisterpräsenz beachtet wird", betont Brzezinski. Die Meisterpräsenz sei wichtig für Gesundheitsschutz, Hygiene und Verbrauchersicherheit. Weitere Kontrollen seien bereits geplant. fre