Mit Bildergalerie World Press Photo 2025: Diese Fotos haben überzeugt

Ein Junge, der seine Mutter nicht mehr umarmen kann. Ein Kind, das im Krieg beide Arme verlor. Die erschütternde Aufnahme der palästinensischen Fotografin Samar Abu Elouf ist das World Press Photo 2025. Daneben wurden noch 41 weitere Bilder ausgezeichnet. Eine Auswahl der stärksten Fotos.

"Wie soll ich dich jetzt umarmen, Mama?" Das war der erste Satz, den der 9-jährige Mahmoud nach seiner Amputation sagte. Die New-York-Times-Fotografin Abu Elouf hat diesen Moment der Verzweiflung in einem eindringlichen Porträt festgehalten – und damit den wichtigsten Preis für Pressefotografie gewonnen.

Das Siegerfoto: Präzise Lichtregie trifft Kriegsrealität

Die Aufnahme zeigt den Jungen im Halbschatten an einem Fenster, während warmes Licht gezielt sein Gesicht modelliert. Diese technische Präzision verstärkt den melancholischen Ausdruck des Porträtierten. Mahmoud verlor im März 2024 beide Arme, als er während der Flucht vor einem israelischen Angriff andere Menschen warnte.

Abu Elouf verfolgt das Schicksal der Kriegsopfer auch nach ihrer eigenen Evakuierung aus Gaza im Dezember 2023 weiter. Sie lebt heute in Doha im selben Wohnkomplex wie der fotografierte Junge und dokumentiert die Behandlung schwerverletzter Gaza-Flüchtlinge in Katar.

Mahmoud Ajjour (9), der bei einem israelischen Angriff auf Gaza-Stadt im März 2024 verletzt wurde, findet in Katar Zuflucht und medizinische Hilfe.
Mahmoud Ajjour (9), der bei einem israelischen Angriff auf Gaza-Stadt im März 2024 verletzt wurde, findet in Katar Zuflucht und medizinische Hilfe. [Doha, Katar, 28. Juni 2024] - © Samar Abu Elouf (für die New York Times)

Fast 4.000 Fotografen aus 141 Ländern reichten insgesamt rund 60.000 Bilder ein. Die Jury bewertete neben der technischen und ästhetischen Qualität auch die journalistische Relevanz der Arbeiten.

Dramatische Flucht

Ebenfalls unter den Finalisten: US-Fotograf John Moore fing im fahlen Nachtsicht chinesische Migranten an der US-mexikanischen Grenze ein. Sie wärmen sich im Regen an einem kleinen Feuer.

Chinesische Migranten wärmen sich bei kaltem Regen, nachdem sie die Grenze zwischen den USA und Mexiko überquert haben. Campo, Kalifornien, 7. März 2024.
Chinesische Migranten wärmen sich bei kaltem Regen, nachdem sie die Grenze zwischen den USA und Mexiko überquert haben. [Campo, Kalifornien, 7. März 2024] - © John Moore, Getty Images

Der ausgetrocknete Amazonas

Der dritte Finalist Musuk Nolte dokumentierte die dramatische Dürre im Amazonasgebiet. Seine Bilder zeigen Menschen, die kilometerweit durch ausgetrocknete Flussbetten laufen müssen.

Ein junger Mann bringt seiner Mutter, die in dem Dorf Manacapuru lebt, Essen. Das Dorf war früher mit dem Boot erreichbar, aber wegen der Dürre muss er zwei Kilometer entlang des trockenen Flussbettes des Solimões-Flusses laufen, um sie zu erreichen. [Amazonas, Brasilien, 5. Oktober 2024]
Ein junger Mann bringt seiner Mutter, die in dem Dorf Manacapuru lebt, Essen. Das Dorf war früher mit dem Boot erreichbar, aber wegen der Dürre muss er zwei Kilometer entlang des trockenen Flussbettes des Solimões-Flusses laufen, um sie zu erreichen. [Amazonas, Brasilien, 5. Oktober 2024] - © Musuk Nolte, Panos Pictures, Bertha Foundation

Fast 4.000 Fotografen aus 141 Ländern reichten insgesamt rund 60.000 Bilder ein. Die Jury bewertete neben der technischen und ästhetischen Qualität auch die journalistische Relevanz der Arbeiten. Die 42 ausgezeichneten Fotoreportagen werden in mehr als 60 Städten weltweit ausgestellt – darunter Berlin (6. – 29. Juni). fre/dpa