Seit 50 Jahren setzt die Firma Stallbau Sonntag auf smarte Lösungen für Rinder-, Pferde- und Ziegenställe – vom ersten Plan bis zum fertigen Bau.

Miniaturstall, Tretfahrzeuge und Ponyreiten: Zu ihrem 50. Jubiläum veranstaltete die Firma Sonntag einen Tag der offenen Tür. Bei traditioneller Volksmusik der Musikkapelle Legau präsentierte der Handwerksbetrieb seine Produkte der Stalleinrichtung für Rinder, Pferde und Ziegen. Besucher erhielten Einblick in die Geschäftsbereiche des Unternehmens am Standort im Allgäu. Helmut Sonntag, Produktionsleiter, resümiert: "Viele Gäste wussten nicht, dass wir all unsere Produkte hier vor Ort herstellen."
Das Unternehmen hat sich längst über Pferdeboxen und Selbstfanggitter hinausentwickelt. Nachdem der Vater des heutigen Geschäftsführers Jürgen Sonntag 1974 mit dem Bau von Stalleinrichtungen begonnen hatte, entschied er etwa zehn Jahre später: Wir bauen den Stall komplett. Ob Rinder-, Pferde- oder Ziegenstall, das Familienunternehmen bietet seinen Kunden heute Stallbauprojekte aus einer Hand: vom Betonunterbau über
den Holzoberbau bis hin zur Inneneinrichtung eines Stalls.
Gesetze treiben Projekte voran
Stallbauunternehmen profitieren von einer stabilen Nachfrage: Ihre Kunden – überwiegend Landwirte – investieren kontinuierlich in moderne Ställe, um gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden und Fördermittel zu sichern. Arbeit gibt es demnach immer: "Landwirtschaft geht immer weiter", sagt Helmut Sonntag. Gerade bei tierwohlgerechtem Stallbau profitieren Kunden von staatlichen Zuschüssen, etwa für mehr Bewegungsfreiheit, getrennte Bereiche für rangniedrigere Tiere oder den Zugang zu Laufhöfen. "Der Landwirt ist oft nicht mit den genauen Vorgaben vertraut." Deshalb übernimmt der Betrieb auch eine beratende Rolle, um sicherzustellen, dass die gesetzlichen Anforderungen erfüllt und Fördermittelverluste vermieden werden.
Innovationsdruck, steigende Kosten und fehlende Fachkräfte – trotz schwieriger Marktbedingungen bleibt der Bedarf an Baumaßnahmen bestehen, da die Landwirtschaft fortlaufend Anpassungen erfordert.

"Stallbau nach Maß": Firma Sonntag plant und baut den ganzen Stall
Ob Anbau oder Umbau, abhängig von Baufläche und Vorhaben des Landwirtes plant die Firma Sonntag jedes Projekt individuell. "Kein Stall ist wie der andere", betont Helmut Sonntag. Das Allgäuer Unternehmen ist vor allem im Süden Bayerns sowie in Vorarlberg und Tirol tätig, wo viele kleine bis mittelgroße Milchviehbetriebe ansässig sind. Der Fokus liegt auf Projekten im Größenbereich von 50 bis 120 Milchkühen. Im Unterschied zu anderen Stallbauunternehmen produziert der Handwerksbetrieb Sonntag aber nicht erst ab einer größeren Bestellmenge, sondern unterstützt auch beim Bau von zum Beispiel ein bis zwei Pferdeboxen.
"Fertigstellen nach Maß" – dieses Prinzip hat sich der Stallbau-Spezialist auf die Fahne geschrieben. Der eigene Formenbau und die Produktionshallen vor Ort in Legau ermöglichen es dem Unternehmen, auf individuelle Kundenwünsche und bauliche Vorgaben einzugehen.
Innovative Technik für mehr Effizienz im Stall
Ein Highlight der jüngsten Entwicklungen ist der eigens entwickelte "Hiwi-Entlüftungsfirst" zu nennen, eine Dachlösung für bessere Belüftung. Auf beiden Seiten sind spezielle Glasplatten angebracht, die sich in der Mitte öffnen, und die Luft kann nach außen entweichen. Das Ergebnis: ein Stallklima, das nicht nur das Tierwohl steigert, sondern auch die Betriebseffizienz fördert. Auch bei starker Sonnenstrahlung. Zusätzlich bietet die Firma eine zeitgesteuerte Solarraufe, die den Pferden regelmäßige Fresszeiten ohne Stromanbindung ermöglicht und somit den Betrieb vereinfacht.
Stallbau in besonderen Lagen
Stallbau Sonntag hat sich einen Ruf für besonders anspruchsvolle Projekte erarbeitet. So bestückte das Unternehmen vor zwei Jahren eine Alp in den Oberstdorfer Bergen und macht auch vor Projekten in schwierigen Hanglagen nicht Halt. Aktuell arbeitet die Firma an einer Vollaussiedlung: Ein Hof im Ortskern wird samt Milchviehstall, Maschinenhalle, Kälberstall, Futterhalle und Güllegrube auf eine grüne Wiese außerhalb verlegt. Ein weiteres großes Projekt ist der Neubau eines Stalls mit einem 82 Meter langen Futtertisch.
Im Stallbau laufen immer mehrere Projekte parallel – manchmal wird an fünf bis zehn Ställen gleichzeitig gearbeitet. Von Beginn der Baggerarbeiten dauert ein Projekt in etwa ein Jahr – je nach Größe des Stalls.
Nachhaltigkeit und moderne Fertigung

Bei der Auswahl der Materialien kommt es stark auf das jeweilige Vorhaben an, wobei Nachhaltigkeit für das Unternehmen eine große Rolle spielt. Photovoltaik auf den Dächern der Produktionshallen oder ein spezielles Hallenabsaugungs-System spart Energie und sorgt für gute Luft. Moderne Technologien wie Laseranlagen, Rohrbiegemaschinen und Schweißroboter bewirken dabei eine effiziente Fertigung.
Azubi im Stallbau: Überall mit anpacken
Rund 130 Mitarbeiter – Maurer, Zimmerer und Stahlbauer – sorgen dafür, dass bei Stallbau Sonntag alles aus einer Hand hergestellt wird. Dies ermöglicht es dem Familienunternehmen zudem, ein breites Feld an Handwerksberufen auszubilden. Lehrlinge können hier nicht nur in den Berufen des Maurers und Zimmerers, sondern auch als Metallbauer oder Feinwerkmechaniker tätig werden. Auch die Ausbildung als Industriekaufmann ist möglich. "Unsere Lehrlinge sollen das gesamte Portfolio kennenlernen und überall mit anpacken können", erklärt Helmut Sonntag.
Der Blick in die Zukunft: Diversifikation als Chance
Trotz aktuell stagnierendem Markt bleibt das Unternehmen optimistisch. Neue Geschäftsfelder wie Geländerbau, Balkonmontage oder Laserteileproduktion sollen das Kerngeschäft Stallbau ergänzen. "Unsere Ideen wollen wir auch in anderen Bereichen umsetzen", sagt Sonntag.