Autozölle Kraftfahrzeuggewerbe warnt vor Zollspirale mit den USA

Die von Trump angekündigten 25-prozentigen Zölle auf EU-Autoimporte könnten zu einer gefährlichen Zollspirale führen, warnen Wirtschaftsverbände. Die EU prüft bereits mögliche Gegenmaßnahmen.

Autos am Hafen kurz vor dem Versand – eine wichtige Handelsroute, die nun durch die neuen US-Importzölle gefährdet wird, was die Automobilbranche vor erhebliche wirtschaftliche Herausforderungen stellt.
Autos am Hafen kurz vor dem Versand – eine wichtige Handelsroute, die nun durch die neuen US-Importzölle gefährdet wird, was die Automobilbranche vor erhebliche wirtschaftliche Herausforderungen stellt. - © Comofoto - stock.adobe.com / mit KI generiert

Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) und andere Wirtschaftsverbände warnen nach den angekündigten US-Zöllen auf Autoimporte vor einer Eskalation der Zollkonflikte. "Zölle bergen die Gefahr einer handelspolitischen Konfliktspirale, die am Ende nur Verlierer kennt", sagte ZDK-Vizepräsident Thomas Peckruhn, der auch Sprecher des Fabrikatshandels in Deutschland ist. Die Entscheidung des US-Präsidenten stelle eine weitere Eskalation in ohnehin schwierigen handelspolitischen Zeiten dar.

Trump kündigt Zölle von 25 Prozent auf Autos aus der EU an

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor zusätzliche Zölle in Höhe von 25 Prozent auf alle Autoimporte in die USA angekündigt. Bisher lag der Zollsatz für Fahrzeuge, die aus Europa in die USA importiert werden, bei 2,5 Prozent. Die neuen Zölle sollen ab dem 3. April für alle importierten Autos gelten – vom Kleinwagen über SUVs bis hin zu leichten Nutzfahrzeugen. Auch zentrale Autoteile wie Batterien und Motoren sollen von den höheren Zöllen betroffen sein.

Deutsche Autoindustrie befürchtet erhebliche Belastungen

Insbesondere der deutschen Autoindustrie drohen als größtem europäischen Autoexporteur in die USA gravierende Folgen: "Die Zölle, die ab dem 3. April in Kraft treten sollen, stellen eine erhebliche Belastung sowohl für die Unternehmen als auch für die eng verwobenen globalen Lieferketten der Automobilindustrie dar", warnte Hildegard Müller, Präsidentin des Verbandes der Deutschen Automobilindustrie (VDA). Die Zölle hätten negative Auswirkungen auf Verbraucher, auch in Nordamerika. Müller forderte umgehende Verhandlungen zwischen den USA und der EU über ein bilaterales Abkommen.

EU reagiert auf Zollankündigung der USA

Die EU hat für den Fall eines Festhaltens der USA an den Autozoll-Plänen eine entschlossene Antwort angekündigt. Wenn notwendig, werde man robust, zügig und gut abgestimmt auf alle unfairen und kontraproduktiven Maßnahmen der USA reagieren, sagte ein Sprecher der für die EU-Handelspolitik zuständigen EU-Kommission in Brüssel. In Bezug auf mögliche Gegenmaßnahmen hielt er sich bedeckt: "Die endgültige Liste der Produkte, auf die wir den Mitgliedsstaaten vorschlagen werden, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, wird sorgfältig ausgewählt." Zugleich betonte er, dass die EU weiterhin eine Verhandlungslösung anstrebe.

Trump will Produktionsstandorte in den USA stärken

Trump möchte mit den Zöllen die USA als Produktionsstandort stärken und Handelsdefizite abbauen. Auto-Konzerne, die bereits Fabriken in den USA betreiben, könnten sich glücklich schätzen, sagte er. Denn nur wer in den USA produziert, müsse keine Strafabgaben zahlen.
bir/dpa