Hoffnung auf Koalitionsgespräche Wohnungsbau: Verbände fordern Kurswechsel

Trotz Wohnungsnot bleibt der Wohnungsbau im Sondierungspapier der möglichen Koalition eine Randnotiz. Das müsse sich dringend ändern, fordern Branchenverbände – und setzen klare Ziele.

Die Ampel wollte 100.000 Sozialwohnungen pro Jahr bauen, erreichte jedoch nur 23.000, und für dieses Ziel in der nächsten Legislaturperiode wären 15 Milliarden Euro staatliche Mittel nötig. - © helmutvogler - stock.adobe.com

Führende Verbände der Bau- und Wohnungswirtschaft fordern zum Auftakt der Koalitionsverhandlungen eine stärkere Beachtung des Wohnungsbaus. "Die wirtschaftliche Bedeutung, die der Wohnungsbau als Motor für die Binnenkonjunktur hat, muss sich im Koalitionsvertrag widerspiegeln", fordert das Verbändebündnis Wohnungsbau in einem gemeinsamen Appell. Ein "Weiter-So" dürfe es nicht geben, hieß es mit Blick auf die Wohnungsnot in Deutschland.

Verbände fordern 100.000 neu gebaute Sozialwohnungen

Und weiter heißt es: "Es ist höchste Zeit, dass wieder mehr Wohnungen gebaut werden – dass die Zahl der begonnenen Neubauten wieder signifikant nach oben geht". Als Zielmarke nannte der Koordinator des Vebändebündnisses und Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB), Michael Hölker, 100.000 neu gebaute Sozialwohnungen mit einer Kaltmiete von 6,50 bis 8,50 Euro pro Quadratmeter. Hinzu kommen sollten außerdem 60.000 neue bezahlbare Wohnungen mit einer Mietspanne zwischen 8,50 und 12 Euro pro Quadratmeter.

Ampel verfehlte Ziele beim sozialen Wohnungsbau

Ziel der Ampel war es, im Jahr 100.000 Sozialwohnungen zu bauen. Tatsächlich wurden nach den Worten Hölkers im vergangenen Jahr nur 23.000 Sozialwohnungen gebaut. Um in der neuen Legislaturperiode rund 100.000 neue Sozialwohnungen im Jahr zu bauen, sind nach Angaben Höckers allein dafür staatliche Gelder von Bund und Ländern in Höhe von 15 Milliarden Euro nötig.

Sondierungspapier bei Wohnungsbau wenig konkret

Im Sondierungspapier von Union und SPD ist davon nur wenig zu lesen. Mit Blick auf den sozialen Wohnungsbau heißt es nur: "Zur Stabilisierung des Wohnungsmarktes wird der soziale Wohnungsbau als wesentlicher Bestandteil der Wohnraumversorgung ausgebaut." Auch soll das Angebot an Wohnungen durch beschleunigte Verfahren und vereinfachte Standards  – wie etwa dem Gebäudetyp E – erhöht werden.

Thema auch beim Wohnungsbautag in Berlin Anfang April

Dem Wohnungsbau-Bündnis gehören die Bau-Gewerkschaft (IG-Bau), der Deutsche Mieterbund (DMB), der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB), der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW), der Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM) sowie der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB) an. Gemeinsam werden sie beim Wohnungsbau-Tag am 10. April vor allem über das bezahlbare Wohnen diskutieren.