Verbände werben für neues Modell Betreiberkonzept erleichtert PV-Anlagen auf Mehrfamilienhäusern

Solaranlagen auf Mehrfamilienhäusern sind bisher eher die Ausnahme. Das soll sich mit dem Betreiberkonzept "Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung" ändern. Verbände der Solar- und Wohnungswirtschaft haben dazu jetzt einen Leitfaden veröffentlicht.

Verbände werben für ein neues Betreibermodell, das Solaranlagen auf Mehrfamilienhäusern attraktiver macht. - © finecki - stock.adobe.com

Die Verbände der Solar- und Wohnungswirtschaft sehen ein großes Potenzial für Solaranlagen auf Mietshäusern. "Von Solaranlagen auf Mehrfamilienhäusern profitieren Mieter und Vermieter gleichermaßen", sagte Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft (BSW). Bisher würde dieses Potenzial anders als bei Einfamilienhäusern, Gewerbedächern oder Freiflächen allerdings nur zu einem Bruchteil genutzt. Und dies, obwohl Mieter sehr daran interessiert seien.

Betreiberkonzept für Vermieter einfacher umsetzbar

Ändern soll dies nun das neue Betreiberkonzept der "gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung", welches 2024 im Rahmen des Solarpaktes I eingeführt wurde. Anders als das bisherige Mieterstrom-Model ist es insbesondere für Vermieter weniger kompliziert. Mit rund 80 Prozent interessiere sich deshalb die übergroße Mehrheit der Vermieter für das neue Konzept, erklärte Ingeborg Esser, Hauptgeschäftsführerin des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen GdW. Hinzu komme, dass Solarpanele günstiger geworden seien.

Strom vom eigenen Dach billiger als aus dem Netz

Das neue Konzept der gemeinschaftlichen solaren Gebäudeversorgung sieht vor, dass der auf dem Dach eines Hauses erzeugte Solarstrom direkt von den Mietern gekauft und genutzt werden kann. Dabei ist die Teilnahme an einer solchen Versorgung für die Mieter freiwillig. Außerdem können sich die Mieter den Lieferanten für den Reststrom selbst suchen. Aus Sicht der Mieter sei das neue Konzept laut Carsten Körnig vom BSW deshalb so interessant, weil der auf dem eigenen Hausdach erzeugte Solarstrom günstiger als der Strom aus dem Netz sei.

Kostenloser Leitfaden zum neuen Konzept

Die Verbände stellen einen kostenlosen Leitfaden zum Download zur Verfügung, in dem die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung porträtiert wird. Darin werden zum einen der rechtliche Hintergrund samt Vertragsmuster dargestellt und zum anderen Kalkulationsbeispiele aufgeführt und Vergleiche mit Mieterstrom-Modellen erbracht. Interessierte können sich hier den Leitfaden kostenfrei bestellen.