Die Baukrise schlägt nun auch bei den Beschäftigungszahlen durch. 2024 verzeichnet das Bauhauptgewerbe erstmals seit 15 Jahren einen Stellenrückgang. Der Verband nimmt die Politik in die Pflicht.

Die anhaltende Baukrise mit rückläufigen Auftragseingängen und Umsätzen macht sich jetzt in der Beschäftigung bemerkbar. "Nach einem stabilen Jahr 2023 musste die Branche 2024 erstmals seit 2009 wieder einen Stellenabbau hinnehmen", sagte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Hauptgewerbe (ZDB) zu den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Insgesamt sei die Zahl der Beschäftigten 2024 von 928.000 auf 916.300 gesunken. "Klare Signale der Politik sind jetzt wichtiger denn je", forderte er. Nur mit dauerhaft stabilen Investitionsbedingungen könne der notwendige Kapazitätsaufbau gelingen.
Wirtschaftstiefbau stützt Baukonjunktur
Nach den Worten Pakleppas bleibt die Konjunkturentwicklung im Bauhauptgewerbe gespalten. "Während Wohnungsbau und Wirtschaftshochbau weiterhin mit einer schwachen Nachfrage kämpfen, profitiert der Wirtschaftstiefbau von den Investitionen in die Energie- und Mobilitätswende", erklärte er. So lag der Auftragseingang im Tiefbau nach den jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamts 2024 nominal um 5,7 Prozent höher als im Vorjahr. Dazu hätten insbesondere Großaufträge für Autobahn-, Brücken- und Tunnelsanierung sowie für den Ausbau von Stromnetzen beigetragen, teilte das Statistische Bundesamt mit.
ZDB: Im Wohnungsbau ist Talsohle noch nicht durchschritten
Im Hochbau (Wohnungsbau und Nichtwohnungsbau) ist der Auftragseingang dagegen um nominal 4,0 Prozent zurückgegangen. Mit Blick auf den Wohnungsbau sieht der ZDB auch nach einem leichten Anstieg der Aufträge in den vergangenen zwei Monaten die Talsohle noch nicht durchschritten. Als Grund nannte Pakleppa die relativ niedrige Zahl an Baugenehmigungen für 2024. Die neue Bundesregierung müsse dem Wohnungsbau "spürbare Impulse" geben, forderte Pakleppa erneut. Dazu gehöre eine verlässliche, auskömmliche und planbare Förderpolitik für Neubau und Sanierung.
Umsatz 2024 real gesunken
Die schwache Baukonjunktur der vergangenen Jahre spiegelt sich auch in der Umsatzentwicklung für 2024 wider. Insgesamt verzeichnet das Bauhauptgewerbe nach Angaben des ZDB mit 163 Milliarden Euro 2024 ein nominales Umsatzplus von 0,5 Prozent. Real sei der Umsatz dagegen um 1,5 Prozent zurück gegangen. Im Wohnungsbau ist der Rückgang laut Verbandsangaben mit einem Minus von rund 6 Prozent auf 54,5 Milliarden Euro besonders stark ausgefallen.