Studie von Bosch Power Tools
Umfrage zeigt: Handwerk genießt hohe Wertschätzung
Deutschland schätzt seine Handwerker – das verdeutlicht eine aktuelle Studie. Untersucht wurde ebenfalls, worauf Kunden bei der Auswahl besonders achten und welche Chancen sie dem Handwerk bei der Fachkräftesuche zuschreiben.
Was wäre Deutschland ohne das Handwerk? Bosch Power Tools ist dieser Frage für die Gewerke rund um Haus- und Industriebau nachgegangen. Das Ergebnis: Fast neun von zehn Deutschen halten die Arbeit von Handwerkerinnen und Handwerkern für unverzichtbar. Insgesamt nahmen 1.008 Personen an der repräsentativen Umfrage teil. Dabei zog sich die positive Wahrnehmung des Handwerks durch – unabhängig vom Alter, Geschlecht oder der Herkunft der Befragten.
Zwei Drittel der Teilnehmer würden Jugendlichen eine handwerkliche Ausbildung empfehlen. Während 40 Prozent der 18- bis 24-Jährigen dem Handwerk gute Chancen einräumen, in den nächsten Jahren ausreichend Talente zu gewinnen, lässt der Optimismus in älteren Altersgruppen nach. Um die Branche attraktiver zu gestalten, fordern 61,9 Prozent der Befragten eine verbesserte Vergütung und Arbeitsbedingungen, 43,3 Prozent wünschen sich vielfältige Aufstiegs- und Fortbildungsmöglichkeiten und 39,4 Prozent mehr Freiräume für Kreativität und Innovationsgeist.
Herausforderungen in den Betrieben
Trotz der hohen Wertschätzung sehen die Befragten auch Herausforderungen für die Handwerksbetriebe: Sie bemängelten Probleme wie langen Wartezeiten (55,3 Prozent), steigende Kosten (49,8 Prozent) und einen spürbaren Mangel an verfügbaren Fachkräften (45 Prozent). "Der Zuspruch für das Handwerk ist groß. Ob die Menschen trotz oder besonders wegen eines Mangels an Handwerkern die Fachleute so schätzen, lässt sich nicht genau aufklären", heißt es in der Studie.
Drei Branchen sind besonders vom Fachkräftemangel betroffen
Dabei sind es vor allem drei Branchen, bei denen die Studienteilnehmer einen Fachkräftemangel wahrnehmen. Als meistbetroffene Branche sehen 58,7 Prozent der Befragten die Unternehmer der Sanitär- und Heizungstechnik, dicht gefolgt vom Bereich Bau und Renovierung (54,6 Prozent) und den Elektroinstallateuren (50 Prozent). Dabei zeigen sich hier auch regionale Unterschiede: In Mecklenburg-Vorpommern vermelden 69,2 Prozent der Teilnehmer einen SHK-Mangel, während es in Hamburg nur 35,5 Prozent sind. Auch in Berlin ist der Fachkräftemangel besonders spürbar: Die Befragten aus der Hauptstadt bemerken in nahezu allen Handwerksbereichen einen überdurchschnittlichen Mangel.
image Die 15 Handwerksberufe mit der höchsten Ausbildungsvergütung
Klassische Schwerpunkte bei der Auswahl des Handwerkers
Obwohl ressourcenschonende Materialwahl bei der Auswahl eines Handwerkers an Bedeutung gewinnt, stehen andere Kriterien im Vordergrund: Die Ausführungsqualität ist für 86,7 Prozent der Befragten wichtig oder am wichtigsten, danach folgen die Termintreue (86 Prozent) und die Kosten-Transparenz (83,3 Prozent). Ebenfalls auffällig ist, dass die direkte, digitale Kommunikation mit dem Handwerker eine beachtliche Rolle spielt (46,6 Prozent).
Fast die Hälfte der Befragten zieht lokale Handwerksbetriebe vor. Dabei variiert die Gewichtung: Ein Drittel achtet darauf, dass der Preisunterschied nicht zu groß ist, während nur jeder Fünfte den regionalen Dienstleister unabhängig von den Kosten wählt. (ewö)