Häufige Unfallursache Zeitumstellung macht müde: So vermeiden Sie Sekundenschlaf

Nach der Winterzeit-Umstellung kämpfen viele mit gestörtem Schlafrhythmus. Besonders gefährlich wird es beim Autofahren – diese Warnsignale sollten Sie ernst nehmen.

Nach einer Studie des Deutschen Luft- und Raumfahrtzentrums ist fast jeder fünfte Unfall müdigkeitsbedingt. Nachts sollen sogar mehr als vier von zehn Unfällen ihre Ursache darin haben, dass mindestens ein Unfallteilnehmer ermüdet war.
Das Deutsche Luft- und Raumfahrtzentrum hat in einer Studie ermittelt: Müdigkeit verursacht fast jeden fünften Verkehrsunfall. Nachts steigt das Risiko dramatisch an – dann ist bei mehr als vier von zehn Unfällen Übermüdung mindestens eines Beteiligten die Ursache. - © terovesalainen - stock.adobe.com

Würden Sie bei Tempo 100 am Steuer eines Autos freiwillig für rund 28 Meter die Augen schließen wollen? Nein, ganz sicher nicht. Doch genau das ist der Effekt, wenn Sie bei dieser Geschwindigkeit nur eine Sekunde mit geschlossenen Augen fahren.

Am vergangenen Wochenende wurden die Uhren von Sommer- auf Winterzeit umgestellt – theoretisch eine Stunde mehr Schlaf. Doch viele Menschen kämpfen in den Tagen nach der Zeitumstellung mit Müdigkeit und einem gestörten Schlafrhythmus. Wer dann auch noch lange Strecken mit dem Auto fährt, sollte besonders vorsichtig sein: Die Kombination aus Zeitumstellungs-Müdigkeit und monotoner Fahrt erhöht das Risiko für gefährlichen Sekundenschlaf erheblich.

Sekundenschlaf – was ist das eigentlich?

Das ist eine immer noch unterschätzte Gefahr, die jedes Jahr viele Unfälle mit Verletzen und Toten verursacht, berichtet die Autoclub-Zeitschrift "ACE Lenkrad" (1/2025). Dabei schließen Betroffene oft die Augen, äußerliche Reize werden weniger gut oder gar nicht mehr wahrgenommen, selbst der Kopf könne nach vorn kippen, erklärt dort Schlafforscherin Christine Blume. Der Körper von sehr erschöpften Menschen hole sich dann zwangsläufig den Schlaf, den er braucht.

Als Ursachen werden Schlafmangel oder ein ungewohnter Schlafrhythmus genannt. So könnte es etwa für jemanden sehr gefährlich werden, der am Abend normalerweise schlafen geht, sich dann auf eine lange Urlaubsfahrt aufmacht. Wenn es dann noch schön warm im Auto ist und eine monotone Strecke ansteht, steigt die Gefahr eines Sekundenschlafs.

Bei diesen Anzeichen ist es schleunigst Zeit für eine Pause 

Gähnen, Unaufmerksamkeit, verschwimmende Lichter und brennende Augen sind als erste Indizien für starke Übermüdung zu deuten. Weitere Signale, die ernst zu nehmen sind: Doppelbilder, die vor den Augen entstehen oder der Tunnelblick – wenn sich die Fahrbahn verengen zu scheint. 

Neuwagen müssen einen Müdigkeitswarner an Bord habe. Der wertet die Bewegungen des Autos oder die der Fahreraugen aus – und schlägt bei Bedarf Alarm. Auch dann heißt es: schleunigst Pause machen.

Diese ACE-Tipps können einen Sekundenschlaf verhindern helfen

Pausen entweder nutzen für einen Kurzschlaf von etwa 20 Minuten oder etwas Bewegung und Gymnastik an der frischen Luft machen. Das kann die Fahrtüchtigkeit – zumindest kurzfristig – wieder herstellen.

  • Am besten nur ausgeruht starten
  • Unterwegs nur leichte Kost essen und genug Wasser trinken
  • Auf langen Touren regelmäßig alle zwei Stunden pausieren

dpa/avs