Weiterhin herrscht bei den Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen ein so starker Auftragsmangel, dass sowohl die aktuelle Lage als auch die Aussichten auf die nächsten Monate getrübt sind. Der Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex im Januar 2025 zeigt den nächsten Tiefpunkt – außer in der Baubranche.

Der Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Blick speziell auf die Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen zu lenken – auf diejenigen, die nicht mehr als neun Mitarbeiter beschäftigen. Diese kleinen Betriebe sind zwar stark abhängig von der Entwicklung der Gesamtwirtschaft, dennoch zeigen sie oftmals abweichende Werte von der wirtschaftlichen Entwicklung der großen Unternehmen. Das zeigt sich auch im Januar 2025.
Wie stark ist der Auftragsmangel bei den Selbstständigen wirklich?
In der Gesamtwirtschaft hat sich die Stimmung zum Jahresbeginn leicht aufgehellt, obwohl sie auch hier weiterhin auf schwachem Niveau bleibt. Bei den Selbstständigen ist allerdings aktuell ein neuer Tiefpunkt erreicht. Nach Angaben der Wirtschaftsforscher des Münchner ifo Instituts, die den Index jeden Monat im Auftrag des Internetdienstleisters Jimdo erstellen, erreicht das Geschäftsklima mit minus 24,9 Punkten im Januar 2025 den niedrigsten Wert seit Einführung des Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex.

Haupttreiber dieser Entwicklung sei die Bewertung der Geschäftslage, die bei minus 19,5 Punkten liegt. Doch auch die künftigen Geschäftserwartungen fallen weiterhin eher pessimistisch aus – auch wenn sie im Vergleich zum Vormonat nicht mehr ganz so stark im Minus sind. Als sogenannte Geschäftsbehinderungen – also das, was einer besseren Entwicklung im Wege steht – identifizieren die Wirtschaftsforscher vor allem den Auftragsmangel – und aktuell weniger angebotsseitige Hindernisse wie den Arbeitskräftemangel.
Auftragsmangel bei den Selbstständigen: Wie sieht es in einzelnen Branchen aus?

Die Umfrage unter den Selbstständigen zeigt demnach, dass 50,5 Prozent der Kleinstunternehmen im ersten Quartal von fehlenden Aufträgen berichten können und dies als größte Herausforderung sehen. Das seien so viele, wie noch nie seit Beginn der Erhebungen. Außerdem zeigte sich, dass aktuell auch Finanzierungsengpässe etwas häufiger auftreten als im Vorquartal.
Ein Blick auf die unterschiedlichen Branchen zeigt jedoch, dass man hierbei differenzieren muss. So sind der Einzelhandel und der Dienstleistungssektor deutlich stärker von einer schlechten Geschäftslage gekennzeichnet als etwa die Baubranche. Diese zeigt als einzige der erfassten Sektoren des Indexes positive Werte. Bestätigt wird das aktuelle Auftragsplus auch durch Zahlen des Statistischen Bundesamts. jtw
