Nach Trumps Amtsantritt Chef-Volkswirte sehen konjunkturelle Entwicklung skeptisch

Sollte Donald Trump Zölle auf europäische Produkte verhängen, droht Deutschland die Rezession, so die Prognose der Sparkassen-Finanzgruppe. Hoffnung liegt auf dem privaten Konsum.

Donald Trump wurde am 20. Januar 2025 offiziell zum 47. Präsidenten der Vereinigten Staaten vereidigt. - © picture alliance / abaca | Pool/ABACA

Mit der Amtseinführung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump sind die wirtschaftlichen Aussichten für Deutschland ungewisser geworden. "Wenn die USA mit ihrem neuen Präsidenten auf Protektionismus setzen und die angekündigten Zölle auf Waren einführen, dann könnte das BIP-Wachstum hierzulande um 0,3 bis 0,6 Prozentpunkte sinken", sagte Ulrich Reuter, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) zum konjunkturellen Ausblick. Deutschland rutschte dann in eine Rezession. Bisher rechnen die Chef-Volkswirte der Sparkassen-Finanzgruppe mit einem minimalen Wachstum von 0,2 Prozent für 2025.

Hoffnung setzen Chef-Volkswirte auf privaten Konsum

Schon im vergangenen Jahr war die deutsche Wirtschaft nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 0,2 Prozent geschrumpft. Ein Jahr zuvor gab es einen Rückgang von 0,3 Prozent. Handelskonflikte würden das Exportland Deutschland besonders treffen. Dann könnte es auch mit dem bisher von den Chef-Volkswirten der Sparkassen-Finanzgruppe prognostiziertem Wachstum von 1 Prozent im kommenden Jahr nichts werden. Hoffnung setzen die Chef-Volkswirte der aktuellen Prognose zufolge auf den privaten Konsum. Hier rechnen sie für 2025 mit einem Plus von 0,9 und im kommenden Jahr mit einem Plus von 1,2 Prozent.

Für 2026 rechen Experten höhere Bauinvestitionen

Mit Blick auf die Baubranche sehen die Chef-Volkswirte bei den Bauinvestitionen nach einem Einbruch von 3,4 Prozent im vergangenen Jahr mit einem Plus von gerade einmal 0,1 Prozent in diesem Jahr die Talsohle erreicht. Für 2026 rechnen sie mit einem Plus von 1,5 Prozent. Als Grund nannte der Chef-Volkswirt der Kreissparkasse Köln, Carsten Wesselmann, die verbesserten Finanzierungsbedingungen angesichts der Leitzinssenkungen der Europäischen Zentralbank (EZB). Hinzu komme eine hohe Nachfrage nach Wohnraum in Ballungsgebieten sowie eine Stabilisierung der Baupreise.

Ausrüstungsinvestitionen weiter unter Druck

Schlechter sieht es nach den Worten Wesselmanns dagegen bei den Ausrüstungsinvestitionen der Unternehmen aus. Sie dürften auch dieses Jahr unter Druck stehen, nachdem sie schon 2024 um 5,6 Prozent gesunken waren. Als Grund nannte er einen schwachen Exportmarkt sowie höhere Finanzierungskosten. Die Inflation sehen die Chef-Volkswirte in diesem Jahr bei 2,3 Prozent und im nächsten Jahr bei 2,2 Prozent.

Forderung an die Politik: Weniger Bürokratie, mehr Investitionen

Angesichts der schwierigen wirtschaftlichen Lage fordert DSGV-Präsident Reuter von einer kommenden Regierung eine "Befreiung von fesselnder Bürokratie" und "massive Investitionen" in die bröckelnde Infrastruktur. Dies lasse sich nicht nur über die laufenden Haushalte finanzieren. "Deshalb muss man auch über die Schuldenbremse nachdenken", betonte er.