Nach einem deutlichen Einbruch im Jahr 2024 blickt die Branche optimistisch auf die kommenden Jahre – vorausgesetzt, die Politik schafft verlässliche Rahmenbedingungen.

Die anhaltende Diskussion über die Wärmewende hat im vergangenen Jahr zu einem starken Rückgang beim Absatz von Wärmepumpen geführt. Erst gegen Jahresende entspannte sich die Lage dank steigender Förderzusagen. "Das stimmt uns auch ein Stück weit positiv für das Jahr 2025", erklärte Martin Sabel, Geschäftsführer des Bundesverbands Wärmepumpe (BWP). Für 2025 rechnet die Branche mit einem Absatzplus von 33 Prozent auf 257.000 Wärmepumpen – unter der Voraussetzung, dass die aktuellen Förderbedingungen erhalten bleiben.
Absatzeinbruch auf 193.000 Wärmepumpen im Jahr 2024
Laut Angaben des Verbands sank der Absatz 2024 um 46 Prozent auf 193.000 Heizungswärmepumpen. Als Hauptursache nannte Sabel die Verunsicherung der Verbraucher durch die Diskussionen über die Wärmeplanung, das Gebäudeenergiegesetz (GEG) und die dazugehörige Bundesförderung für effiziente Gebäude.
Absatz von 356.000 Wärmepumpen im Boomjahr 2023
Das Jahr 2023 präsentierte sich hingegen als Boomjahr: Damals wurden 356.000 Wärmepumpen verkauft. Die hohen Gaspreise infolge des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine führten dazu, dass viele Verbraucher auf Wärmepumpen umstiegen. Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) hatte damals das Ziel ausgegeben, jährlich 500.000 Wärmepumpen zu installieren. Industrie und Handwerk bereiteten sich daraufhin auf einen massiven Hochlauf vor.
Förderzusagen steigen stetig
Erst Anfang 2024 zog die Nachfrage wieder an. Laut BWP wurden im Rahmen der "Bundesförderung für effiziente Gebäude" (BEG) bis Ende des Jahres 151.000 Förderzusagen erteilt. Besonders stark waren die Zahlen im Dezember mit 37.000 Zusagen. Um einen weiteren Einbruch zu vermeiden, fordert der Verband die Beibehaltung der bestehenden Förderstruktur – ebenso wie die Stabilität des GEG. Sabel warnte vor "rückwärtsgewandten Diskussionen" über eine mögliche Abschwächung oder Rücknahme des Gesetzes.
BWP fordert stabile Förderung für drei bis fünf Jahre
Der Verband setzt auf Kontinuität. "Wir plädieren dafür, die Förderung stabil zu halten", erklärte Klaus Ackermann, stellvertretender BWP-Vorstandsvorsitzender. Dies solle mindestens für die nächsten drei bis fünf Jahre gelten. Erst danach könne über ein schrittweises Auslaufen der Förderung gesprochen werden. Außerdem fordert der Verband eine spürbare Entlastung der Strompreise, etwa durch niedrigere Netzentgelte oder eine reduzierte Stromsteuer.
Derzeit sind 1,7 Millionen Wärmepumpen installiert
Ein konsequentes Festhalten am CO2-Preis sei ebenfalls essenziell, um die Energiewende voranzutreiben. Aktuell sind rund 1,7 Millionen Wärmepumpen in Deutschland installiert. Die Branche sieht sich gut vorbereitet, um die Installationszahlen weiter zu steigern. Um die Klimaziele im Gebäudesektor zu erreichen, bleibt jedoch die Zielmarke von fünf bis sechs Millionen installierten Wärmepumpen bis 2030 unerlässlich.