Interview zum Kongress "Zukunft Handwerk" "Bild des Handwerks verändern"

Die "Zukunft Handwerk" ist kein gewöhnlicher Messebesuch, sondern ein interaktiver Kongress, der Handwerkern die Möglichkeit bietet, selbstbestimmt und aktiv an der Gestaltung ihrer Zukunft mitzuwirken. Statt passivem Konsum steht der Austausch von Wissen und Erfahrungen im Vordergrund, erläutert Kongressleiterin Cornelia Lutz im Interview.

Unter dem Motto "Stolz, im Handwerk zu gestalten", vernetzt der Kongress vom 12. März bis 13. März 2025 live in München das gesamte Handwerk im deutschsprachigen Raum.
Unter dem Motto "Stolz, im Handwerk zu gestalten", vernetzt der Kongress vom 12. März bis 13. März 2025 live in München das gesamte Handwerk im deutschsprachigen Raum. - © Zukunft Handwerk

Wie haben die elf Markenbotschafter zur Gestaltung der "Zukunft Handwerk" beigetragen?

Cornelia Lutz: Die Markenbotschafter spielen eine zentrale Rolle bei der Gestaltung des Programms. Sie sind tief in die Themenfindung und die Auswahl der Redner eingebunden. Wir nutzen unser Netzwerk, um sicherzustellen, dass die Inhalte authentisch und relevant sind. Die Markenbotschafter sind vor Ort, auf der Bühne und im Publikum aktiv, um ihre Botschaften zu verbreiten und sich mit den Teilnehmern auszutauschen.

Welche Themen stehen beim Kongress im Mittelpunkt?

Die drei Hauptthemen des Kongresses sind Personal, Digitalisierung und Bürokratieabbau. Beim Thema Personal geht es um Nachwuchsgewinnung, Mitarbeiterbindung und Betriebsnachfolge. Digitalisierung umfasst alles von KI und Robotik bis hin zu praktischen Anwendungen wie Buchhaltung und Zeiterfassung. Bürokratieabbau ist ein weiteres zentrales Thema, bei dem es sowohl um politische Rahmenbedingungen als auch um praktische Lösungen für Handwerksbetriebe geht.

Was unterscheidet den Kongress "Zukunft Handwerk" von einer Messe?

Zukunft Handwerk ist ein Kongress, bei dem viele unterschiedliche Komponenten zusammenkommen, vor allem das Rahmenprogramm und das Bühnenprogramm spielen eine große Rolle. Es gibt auch eine Begleitveranstaltung mit Ausstellern, aber im Gegensatz zu einer Messe steht nicht der Ausstellungsbereich allein im Fokus. Bei einem Kongress können wir die Themen anders steuern und haben mehr Einfluss auf das Programm, während bei einer Messe die Aussteller die Themen mit ihren Produkten vorgeben.

Was erwartet die Teilnehmer auf dem Kongress?

Der Kongress bietet eine Vielzahl von Programmpunkten, darunter Vorträge, Workshops und eine Ausstellung. Es gibt einen Innovationsparcours, in dem verschiedene digitale Lösungen und Produkte vorgestellt werden. Prominente wie Günther Jauch werden ebenfalls anwesend sein. Günther Jauch ist nicht nur ein bekannter Moderator, sondern auch Unternehmer. Er wird über seine Perspektiven zu den Themen Digitalisierung, Personal und Bürokratie sprechen und dabei auch Fragen aus dem Publikum beantworten. Die Teilnehmer haben die Möglichkeit, sich zu vernetzen, neue Impulse für ihre Betriebe zu erhalten und sich über aktuelle Entwicklungen im Handwerk zu informieren.

Welches Problem sehen Sie als das gravierendste für das Handwerk?

Aus meiner Sicht ist das Image des Handwerks eines der größten Probleme. Es ist wichtig, dass weiterführende Schulen und die Gesellschaft insgesamt die vielfältigen Möglichkeiten und die Sinnhaftigkeit der Handwerksberufe erkennen. Wir müssen das Handwerk als attraktive und zukunftsfähige Berufswahl positionieren.

Wie können Kampagnen das Image des Handwerks verbessern?

Kampagnen können eine große Rolle dabei spielen, das Image des Handwerks zu verbessern. In den 1960er- und 70er-Jahren gab es Kampagnen, die die akademische Ausbildung förderten, wodurch das Handwerk an Ansehen verlor. Es braucht Zeit, um das Bild des Handwerks in der Gesellschaft zu verändern, aber durch kontinuierliche Aufklärung und positive Beispiele können wir viel erreichen. Ich bin sehr motiviert, das Handwerk langfristig zu unterstützen und sein Image zu stärken.