Daniel und Theresa Doktor, Gründer von "Doktor Akustik" in Radebeul, bringen frischen Wind in die Welt der Hörgeräte. Ihr Ziel: Das angestaubte Image modernisieren – mit individuellen Lösungen, stylischem Design und persönlicher Beratung. Dabei setzen sie auf moderne Technik wie 3D-Drucker und exklusive Designs eines finnischen Schmuckherstellers.

Über Umwege haben Daniel und Theresa Doktor in das Hörakustik-Handwerk gefunden. Daniel Doktor wollte ursprünglich in den Kfz-Bereich, fand aber keinen Ausbildungsplatz. Theresa Doktor wurde in der Berufsberatung darauf aufmerksam gemacht. Beide begannen 2010 ihre Ausbildung – Daniel in Kaiserslautern, Theresa in Saalfeld – und trafen sich in Lübeck, der einzigen Berufsschule für Hörakustik in Deutschland. Dort lernten sie sich kennen und auch lieben.
Mit dem Meistertitel zur eigenen Filiale
Nach einer erfolgreichen Ausbildung entschieden sich Daniel und Theresa Doktor für den nächsten Karriereschritt: die Meisterausbildung. 2014 hatten sie ihren Meisterbrief in der Tasche und sammelten wertvolle Erfahrungen als Filialleitung in großen Hörakustik-Ketten in Idar-Oberstein, später bei kleineren Individualakustikern in Mannheim. 2022 folgte mit der Gründung von "Doktor Akustik" in Radebeul der Schritt in die Selbstständigkeit. "Für uns geht es in der Hörakustik nicht nur darum, Hörprobleme zu lösen. Wir möchten den Menschen ihre Lebensqualität zurückzugeben", erklärt Daniel Doktor die Philosophie der beiden. Neben Hörgeräten haben sie auch maßgeschneiderten Gehörschutz an, etwa für Musiker oder für den Arbeitsschutz. Schließlich geht es in der Hörakustik nicht nur darum, Hörminderung auszugleichen, sondern auch proaktiv zu verhindern.
Nicht nur Senioren hören schlecht
Das Bild, dass Hörgeräte nur für Senioren sind, ist längst überholt. Hörprobleme können Menschen jeden Alters betreffen – von Babys bis hin zu jungen Erwachsenen. Die Ursachen sind vielfältig: Genetische Faktoren, Erkrankungen wie Mittelohrentzündungen, Medikamente oder die Belastung durch laute Musik. Besonders junge Menschen, die häufig hohen Lärmemissionen ausgesetzt sind, geraten in Gefahr, Hörschäden oder schleichenden Hörverlust zu erleiden. "Es ist wichtig, diesen Aspekt bei der Beratung zu berücksichtigen. Prävention und richtige Versorgung sind genauso wichtig für junge Menschen wie für Senioren", sagt Theresa Doktor.
Ein besonderes Highlight bei "Doktor Akustik" ist die individuelle Gestaltung von Hörgeräten. "Wir verzieren die Hörgeräte mit Schmuck. Dafür arbeiten wir eng mit dem finnischen Schmuckhersteller Deafmetal zusammen", erzählt Daniel Doktor.
Das Image aufpolieren
Damit wollen sie auch das Image von Hörgeräten verändern und sie als modernes Hilfsmittel etablieren – ähnlich wie eine Brille. "Hörgeräte sind nicht nur funktionale Geräte mit zahlreichen praktischen Funktionen, wie etwa die Bluetooth-Verbindung zum Handy. Sie können genauso stilvoll und individuell sein wie jedes andere Accessoire", betont Theresa Doktor. Zusätzlich bieten die Hörakustikmeister maßgeschneiderte Hörgeräte an, die sie in ihrer hauseigenen Otoplastikmanufaktur mithilfe eines 3D-Druckers passgenau nach Kundenwunsch anfertigen.
Ihr Wunsch für die Zukunft: Selbst auszubilden und ein bis zwei weitere Filialen in Mittelsachsen zu eröffnen. "Leider ist das Berufsbild des Hörakustikers mit seinen vielseitigen und kreativen Facetten noch zu wenig bekannt. Deshalb fehlt es aktuell an Nachwuchs", bedauert Daniel Doktor. Doch das Hörakustiker-Paar ist zuversichtlich, dass mit mehr Aufklärung und der richtigen Förderung auch der Nachwuchs für diesen spannenden Berufszweig gewonnen werden kann.