Zum Jahresende 2024 hat das Geschäftsklima bei den Selbstständigen einen tiefsten Stand seit zwei Jahren erreicht. Aussichten auf eine Verbesserung haben nur wenige. Das zeigen die neuen Zahlen des Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex. Die Wirtschaftsforscher warnen vor der nächsten Pleitewelle.

Während der Pandemie hat Deutschland rund 430.000 Selbstständige verloren, die aufgeben mussten, weil sie keine ausreichenden finanziellen Mittel mehr hatten – und auch keine Aussichten auf eine Verbesserung. Genau das könnte wieder geschehen, wenn jetzt nicht gegengesteuert wird, warnen Wirtschaftsforscher und Vertreter der Selbstständigen.
Die Stimmung bei den Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen ist aktuell auf einen neuen Tiefstand. Dieser liegt so tief, wie zuletzt im Oktober 2022. Das zeigt der Jimdo-ifo Geschäftsklimaindex, der sowohl die Geschäftslage der kleinen Unternehmen im Dezember 2024 erfasst, als auch die Erwartungen, die diese für die nächsten Monaten haben. Der Index bewegt sich seit Monaten auf einem negativen Niveau und fiel zum Jahresende auf minus 23,4 Punkte. Damit liegt er auch deutlich tiefer als der Geschäftsklimaindex der Gesamtwirtschaft – obwohl auch diese stark schwächelt.
Selbstständige in der Krise: Wie kann man den Abwärtstrend stoppen?
Angesichts der Befragung von Betrieben, die alle weniger als neun Mitarbeiter haben, bzw. der aktuellen Ergebnisse sprechen die Konjunkturforscher des ifo Instituts bereits davon, dass die Schwäche der deutschen Wirtschaft chronisch geworden sei. Verbändevertreter fordern ein konsequentes Gegensteuern, um die nächste Krise abzuwenden.

"Die neue Bundesregierung muss eine deutlich andere Wirtschaftspolitik verfolgen und die Rolle von Selbstständigen endlich stärken", sagt Andreas Lutz, Vorstand des Verbands der Gründer und Selbstständigen Deutschland, der den Index mit herausgibt. Er zeigt sich enttäuscht, dass die Selbstständigen bisher kaum auf der Agenda des Wahlkampfs stünden und in den Wahlprogrammen nicht berücksichtigt werden.
Der aktuelle Abwärtstrend bei den Soloselbstständigen und Kleinstunternehmen lässt sich den Prognosen zufolge auch in der nahen Zukunft kaum aufhalten – und auch das Weihnachtsgeschäft hat wenig Auswirkungen gehabt. Die Erwartungen für die kommenden sechs Monate liegen aktuell bei einem Minus von 32,7 Punkten und nahmen damit weiter zu. Besonders deutlich zeigt sich dies im Dienstleistungssektor, aber auch das Verarbeitende Gewerbe schwächelt. Obwohl es auf dem Bau nicht einen so starken Abwärtstrend gibt, liegt dieser Sektor derzeit mit den Werten im tiefsten Bereich. jtw
