Der Zentralverband des Kraftfahrzeughandwerks beschließt Trennung der Geschäftsstelle vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK). Die Verbandsspitze fürchtet um politischen Einfluss.

Der Zentralverband des Kraftfahrzeughandwerks (ZVK) will eine eigene Geschäftsstelle eröffnen. Das meldet der Zentralverband des Deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK). Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung hatten die Delegierten Anfang Dezember beschlossen, den Betrieb der gemeinsamen Geschäftsstelle von ZDK und ZVK zum 31. Dezember 2025 neu zu organisieren. Der Verband selbst bleibt jedoch Mitglied im ZDK, heißt es.
Der ZVK ist der Zusammenschluss der Landesinnungsverbände und Landesinnungen des Kfz-Handwerks. Seine Aufgaben sind die Interessenvertretung des Kfz-Handwerks, die Information und Unterstützung seiner Mitglieder in fachlicher und berufsständischer Hinsicht sowie die Unterbreitung von Anregungen und Vorschlägen gegenüber den Behörden.
Kurt Christian Scheel wurde als Hauptgeschäftsführer des ZVK abberufen. Beim ZDK behält er diese Position jedoch inne. "Die beiden Verbände werden auch weiterhin gemeinsam die Spitzenorganisation der Branche bilden", sagte Detlef Peter Grün, Vorstandsvorsitzender des ZVK und Bundesinnungsmeister. Bei der Umsetzung der Maßnahmen werde der Verband von einer Unternehmensberatung unterstützt.
Die Trennung der Geschäftsstellen hatte Grün vorangetrieben. Grund dafür war die Sicherung der Akkreditierung der Überprüfung (AKÜ) von Abgasuntersuchung (AU), Sicherheitsprüfungen (SP) und Gasanlagenprüfung (GAP). Laut Grün habe die Gefahr bestanden, dass der ZVK aufgrund diverser Mängel die Akkreditierung verliere. Die angeschlossenen Betriebe hätten damit die Erlaubnis verloren, die Prüfung durchzuführen. Finanziell wäre das eine Katastrophe für Innungen und Betriebe gewesen.
Zwischenzeitlich hat laut ZDK die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) alle kritischen Abweichungen der vergangenen Begutachtung "geschlossen oder zu nicht-kritischen Abweichungen heruntergestuft". Gleiches gelte für die "eindeutige Identifizierbarkeit und Unabhängigkeit der Inspektionsstelle AÜK. Detlef Peter Grün möchte mit der Trennung der Geschäftsstellen sicherstellen, dass diese Einstufung der AÜK langfristig gesichert ist. Nach Ansicht von ZDK-Präsident Arne Joswig wäre zum Erhalt des AÜK-Systems eine Trennung der beiden Verbände jedoch nicht nötig.
Beim ZDK wird die Entwicklung insgesamt mit Sorge betrachtet. Arne Joswig hatte sich für einen Verbleib des NRW-Landesverbandes im ZDK eingesetzt. In herausfordernden Zeiten für die Automobilbranche brauchten die Betriebe einen starken Verband, der politisch ernst genommen werde. "Zwei nebeneinander handelnde Verbände hingegen halbieren den Einfluss, den sie sich seit 1978 als gemeinsam agierender Verband erarbeitet haben. Ansonsten müsste jeder Verband für sich eigene Strukturen aufbauen", sagt Joswig. Zwei getrennte Organisationen würden immer weiter ihr Eigenleben entwickeln, sodass künftige Kompromisse und die Zusammenarbeit noch schwieriger würden. Laut einem vom ZDK beauftragten Gutachter ist auch ein Austritt eines Landesverbandes nicht nötig - selbst wenn die Geschäftsstelle des Kfz-Gewerbes zwischen ZDK und ZVK aufgespalten würden.
Joswig hatte sich mit seinen Vorgängern Robert Rademacher und Jürgen Karpinski Ende Oktober in einem offenen Brief bereits sehr besorgt über die Entwicklung gezeigt. Die Präsidenten befürchten, "dass das Kfz-Gewerbe wieder zu dem Zustand von vor 1978 zurückkehrt, als zwei unabhängige Organisationen für den ZVK und den ZDK sprachen". Dass der ZVK Mitglied im ZDK bleiben möchte, werde keineswegs ausreichen, um eine starke Stimme für das gesamte Kfz-Gewerbe zu gewährleisten.
Der amtierende Präsident gibt sich dennoch optimistisch: "Das Ziel des ZDK ist es am Ende dieses Prozesses, mit seinen Mitgliedsverbänden stärker als zuvor die Interessen der Branche zu vertreten und sich dazu bestmöglich aufzustellen."