Statistisches Bundesamt Erneuter Konjunktureinbruch im Bauhauptgewerbe

Die Aufträge im Hochbau sinken weiter. Das Baugewerbe schlägt Alarm: Durch das Scheitern der Ampel-Regierung droht weiterer Schaden.

Tiefbau: Im Vergleich zum Vormonat wurde ein Minus von 11, 6 Prozent verzeichnet. - © Frank Wagner - stock.adobe.com

Die Baukonjunktur kommt nicht in Schwung. "Die Konjunkturentwicklung im Bauhauptgewerbe hat sich auch im dritten Quartal spürbar eingetrübt", sagte Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des Deutschen Baugewerbes (ZDB) mit Blick auf die jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes. Danach ist der reale Auftragseingang im Bauhauptgewerbe – nach einem von Großaufträgen geprägten Vormonat – im September 2024 saison- und kalenderbereinigt um 12,4 Prozent zurückgegangen.

Einbruch im Hochbau um knapp 14 Prozent

Dabei sind die Aufträge im Hochbau, zu dem auch der Wohnungsbau gehört, im September nach Angaben des Bundesamtes um 13,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat geschrumpft. "Nach dem Scheitern der Regierung ist es daher entscheidend, dass die Bundesregierung die Neubauförderprogramme in der vorläufigen Haushaltsführung weiterführen will", betonte Pakleppa. Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) hatte dies jüngst auch so in Aussicht gestellt.

Verband warnt: Weniger Spielräume bei Kommunen

Mit Blick auf den Tiefbau, der im September ein Minus von 11,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat verzeichnete, sagte Pakleppa: "Großprojekte aus der Energie- und Mobilitätswende stützen noch die Nachfrage, während im kommunalen Bereich angespannte Haushalte immer weniger Investitionsspielräume zulassen." Dabei sei der Bereich der kommunalen Infrastruktur besonders wichtig, da hier rund zwei Drittel der Aufträge vergeben werden. "Die Kommunen sind immer weniger in der Lage ihre Infrastruktur in Ordnung zu halten", warnte er.

Umsätze im Vergleich zum Vorjahresmonat rückläufig

Insgesamt zeigt sich die schwache Auftragslage auch in der Umsatzentwicklung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Das Umsatzvolumen sei bis September mit knapp 80 Milliarden Euro real um 1,4 Prozent zurückgegangen. Dabei habe der Wohnungsbau mit rund 17 Milliarden Euro circa 13 Prozent weniger umgesetzt. "Die ohnehin schlechte Baukonjunktur droht durch das Scheitern der Regierung und damit auch des Bundeshaushalts 2025 weiter Schaden zu nehmen", warnte Pakleppa. Die nächste Regierung müsse schnellstmöglich die Prioritäten im Haushalt in Richtung einer verlässlichen Bau- und Infrastrukturpolitik setzen.