Baukrise Rollladenbauer hadern mit schwacher Ampel

Die Flaute am Bau schadet dem Geschäft der Rollladenbauer. Die Handwerker wünschen sich mehr Verlässlichkeit von der Ampel. Von der Meisterpflicht haben die Betriebe profitiert.

Die Rollladenbauer haben ein schwieriges Jahr hinter sich. - © Maryana/sock.adobe.com

Nach mehreren wachstumsstarken Jahren in Folge sieht sich das Rollladen- und Sonnenschutztechnikerhandwerk (R+S) vor Herausforderungen gestellt. Wie das gesamte Handwerk leiden die Betriebe unter der Baukrise.

Die Branche hat im zurückliegenden Geschäftsjahr 2023 erstmals seit 2017 weniger Umsatz erwirtschaftet als im Jahr davor. Im Vergleich zu 2022 sank der Umsatz von rund 3,1 Milliarden Euro auf nur noch rund 2,9 Milliarden Euro, ein Minus von 5,3 Prozent. Diese Zahlen gab der Bundesverband Rollladen + Sonnenschutz anlässlich seiner Haupttagung in Ulm bekannt. "Die Baukrise hat inzwischen auch den Ausbildungsmarkt erreicht", sagte Vizepräsident Frank Rönnfeld. "Die schwache Konjunktur hält Unternehmen davon ab, Auszubildende einzustellen." Allerdings gehen die Rollladenbauer davon aus, dass die Talsohle nun erreicht ist.

Durchschnittlich erwirtschaftete ein R+S Fachbetrieb im zurückliegenden Jahr einen Umsatz in Höhe von 937.736 Euro. Im Jahr 2022 wurde noch ein Umsatz in Höhe von 990.218 Euro errechnet. Ein so großer Einschnitt hat auch Auswirkungen auf die Zahl der Beschäftigten. Diese sank um 3,1 Prozent.

Baukrise schlägt bei Betrieben durch

Verantwortlich dafür ist vor allem die Krise am Bau. In Deutschland wird nach wie vor viel zu wenig neu gebaut und viel zu wenig saniert. Die hohe Inflation der Vorjahre sowie Unsicherheiten durch weltweite Krisen und Konflikte führen überdies zu einer Kaufzurückhaltung. Dazu sind sowohl gewerbliche Kunden als auch Endverbraucher verunsichert durch politische Entscheidungen. Dazu zählen die Rollladenbauer kurzfristig auslaufende Förderprogramme oder angekündigte, aber letzten Endes nicht umgesetzte Erhöhungen bei Förderprogrammen wie bei der Bundesförderung für effiziente Gebäude. Das habe Vertrauen gekostet. "Wir wünschen uns von der Politik verlässliche Entscheidungen", sagte Präsidiumsmitglied Nina Kowalewski.

Hoffnung setzen die Handwerker in den geplanten Gebäudetyp E, der Bauen vereinfachen soll und bei dem auf Komfort-Standards verzichtet werden kann. Dadurch ließen sich Baukosten um bis zu zehn Prozent verringern. "Dabei legen wir allerdings Wert darauf, dass Sonnenschutz-Systeme oder Rollläden kein Komfort-Merkmal sind, sondern einen wichtigen Beitrag zu einer energieeffizienten Gebäudehülle leisten", warnte Kowalewski.

Evaluation der Rückvermeisterung

Im kommenden Jahr will sich der Verband auf die Evaluierung der Meisterpflicht konzentrieren. Als der Gesetzgeber 2020 beschloss, für zwölf Gewerke die Meisterpflicht wieder verpflichtend einzuführen, wurde auch vereinbart, nach fünf Jahren Bilanz zu ziehen. Im kommenden Jahr entscheidet sich also, ob das Rollladen- und Sonnenschutztechniker-Handwerk dauerhaft in der Handwerksrolle A der meisterpflichtigen Handwerke geführt wird. Damals war die Politik der Argumentation der Rollladenbauer gefolgt und sah Sicherheitsaspekte und den vorbeugenden Verbraucherschutz als gute Gründe für die Eintragung in die Handwerksrolle A an. "Ich weiß nicht, wie man je auf die Idee kommen konnte, unser Handwerk aus der Meisterpflicht zu nehmen", sagte Vizepräsident Rönnfeld. Nun gelte es, die Politik darin zu bestärken, dass die Rückvermeisterung der zwölf Gewerke vor vier Jahren genau die richtige Entscheidung gewesen sei.