SHK-Lehrlinge aus Ghana In Ghana werden junge Leute auf eine Lehre in Deutschland vorbereitet

Auszubildende aus dem Ausland einzustellen, ist für Betriebe ein gewisses Wagnis. Wie die Außenhandelskammer Ghana versucht, junge Leute optimal für die Arbeitswelt in Deutschland vorzubereiten.

Hans-Joachim Schopmeyer überprüft die Arbeit der angehenden Anlagenmechaniker aus Ghana.
Hans-Joachim Schopmeyer überprüft vor Ort die Qualität der Arbeit der angehenden Anlagenmechaniker aus Ghana. - © Bismark Ashiagbenu/AHK Ghana

Hans-Joachim Schopmeyer ist eigentlich Rentner, doch ist sein Ruhestand nicht immer ruhig. Im Juni dieses Jahres war der gelernte Sanitär- und Heizungsinstallateur und langjährige Fachlehrer für SHK in Ghana. Seine Aufgabe: Er begutachtete vor Ort, wie junge Männer auf eine mögliche Ausbildung im deutschen SHK-Handwerk vorbereitet werden.

Azubis aus dem Ausland sind ein Weg für das vom Nachwuchsmangel geplagte deutsche Handwerk, um motivierte junge Kräfte heranzuziehen. Die Anbahnung der Ausbildung findet dabei aus der Distanz statt. Zudem müssen die Betriebe oft finanziell und organisatorisch in Vorleistung gehen. Folglich wollen sie sicherstellen, dass der Kandidat aus der Ferne wirklich zum Beruf und zum Betrieb passt.

"Um das für den Ausbildungsberuf Anlagenmechaniker Versorgungstechnik/SHK besser beurteilen zu können, wurde ich vom Senior Expert Service als Experte nach Ghana geschickt", erklärt Schopmeyer. Seine Aufgabe war es zu evaluieren, was Jugendliche, die sich für eine Ausbildung in Deutschland zum Anlagenmechaniker Versorgungstechnik/SHK bei der AHK bewerben, an berufsorientierten Fähigkeiten mitbringen. Auftraggeber war die deutsche Auslandshandelskammer Ghana (AHK).

Vorbereitung in Ghana orientiert sich an dualer Ausbildung

In Accra besuchte Schopmeyer zwei Berufsschulen, an denen junge Männer ein C-Zertifikat in "Plumbing" erwerben. Diese zertifizierte Ausbildung umfasst die Bereiche Sanitär, Klempnerei und Rohrleitungen und orientiert sich an der dualen Ausbildung in Deutschland. Die Kriterien für die Ausbildung haben die AHK und das Bundesministerium für Wirtschaft und Klima festgelegt. So muss die Schulausbildung mindestens 240 Stunden umfassen, plus praktische Ausbildung in SHK-Betrieben. Auch die Anforderungen an die Ausbilder sind festgelegt. Die AHK begleitet und validiert das Projekt.

Schopmeyer zeigt sich nach seinem Besuch zufrieden: "Die Werkstätten der beiden Schulen wurden durch deutsche Hersteller mit Sanitärobjekten und Messgeräten ausgestattet. So kann ein sehr praxisnaher Unterricht erteilt werden." Zu den Aufgaben der Lehrlinge zähle es, nach Zeichnungen Rohrinstallationen zu fertigen. Die Ergebnisse dieser Arbeiten fand der Senior-Experte ansprechend, "wobei zu bemerken ist, dass in Ghana bei Sanitärinstallationen ausschließlich Kunststoffrohre mit Kleb-, Schraub- und Schweißverbindungen eingesetzt werden", präzisiert Schopmeyer. Auch Heizungen seien in Ghana nicht bekannt. Die Ausbildung in Deutschland sei also viel umfangreicher. Deshalb wähle die AHK für eine Entsendung nach Deutschland nur Jugendliche aus, die ein hohes Leistungsniveau zeigten.

Diese allerdings hält Schopmeyer für optimal vorbereitet auf die Ausbildung zum Anlagenmechaniker SHK. Jetzt fehlten nur noch die deutschen Betriebe, die sie ab August 2025 unter ihre Fittiche nehmen wollen.

Informationen und Kontakt unter: Außenhandelskammer Ghana

Begleitung für Azubis aus Ghana

Das Kennenlernen zwischen Betrieben und Kandidaten bahnt die AHK an. Vor Ausbildungsbeginn bekommen die jungen Leute einen Deutschkurs in Ghana. Auch Visaverfahren, Flüge und interkulturelles Training übernimmt die AHK. In Deutschland sollen Senior-Experten die 20-bis 30-jährigen Ghanaer im Rahmen des Programms VerAplus begleiten.