Nutzfahrzeugmesse signalisiert Zeitenwende IAA Transportation: Das sind die Neuheiten für den Fuhrpark

Der Markt für Nutzfahrzeuge kommt immer stärker in Bewegung. Bei einem Besuch auf der IAA Transportation 2024 in Hannover ist der Wandel nicht zu übersehen.

IAA 2024: Neuer VW Transporter mit Pritsche
Im Mittelpunkt des Auftritts von VW zur IAA steht der neue Transporter – hier als Doppelkabine mit Pritschenaufbau für das Bauhandwerk. - © Ulrich Steudel

Wie sich die Zeiten in der Nutzfahrzeugbranche ändern, offenbart sich dem Besucher der IAA Transportation in Hannover. Wenn er vom Eingang West 1 aus die Halle 13 betritt, wo die meisten der für das Handwerk interessanten Fahrzeuge zur Schau stehen, finden sich Transporter mit wundersam klingenden Namen. Gecko, Feidi, Nextem, OHM oder Pilotcar präsentieren ihre elektrisch betriebenen Kleinst- und Kleinlaster, mit denen sie um Gewerbekunden werben.

Ob sie sich neben den etablierten Herstellern, die an den Pressetagen mit bombas­tischen Shows ihre Neuheiten präsentieren, dauerhaft be­­haupten können, steht in den Sternen. Aber das Signal ist deutlich. Es drängen Alternativen zum klassischen Transporter auf den Markt.

VW Transporter kommt künftig von Ford

Der Klassiker steht in seiner siebenten Generation in der Nachbarhalle. Dort feiert Volkswagen die Weltpremiere des neuen VW Transporters, der erstmals seit seiner Geburt im Jahre 1949 auch mit alternativen Antrieben angeboten wird. Zur Markteinführung Anfang des kommenden Jahres stehen drei Dieselmotoren, ein Plug-in-Hybrid und drei Elektroantriebe zur Auswahl.

Was VW nicht so gerne an die große Glocke hängt: Die Transporter-Ikone, die als Bulli die Automobilgeschichte mitgeprägt hat, wird künftig nicht mehr in den eigenen Werkhallen in Hannover montiert, sondern in Kooperation mit Ford in der Türkei. Der Platzhirsch verlässt sein Revier, auch das ein untrügliches Zeichen des Wandels.

Premiere zur IAA Transportation

Seine Vision vom Transporter der Zukunft offeriert Kia bei seiner IAA-­Premiere mit den Prototypen PV5 und PV7. Hinter dem futuristischen Design steckt ein Konzept, das den Markt der leichten Nutzfahrzeuge revolutionieren soll, wie man bei Kia hofft. Im Sommer 2025 soll das erste Serienmodell fertig sein, ab November der PV5 zunächst als Personentransporter in den Handel kommen. Der erste Kastenwagen wird voraussichtlich 2026 lieferbar sein. Bis dahin will Kia ein Netz von Servicepartnern für seine Nutzfahrzeuge aufbauen, wie Deutschland-Chef Thomas Djuren versichert.

Am Stand von Renault zieht die Studie Estafette die Blicke auf sich. Der Name erinnert an einen in Frankreich legendären Transporter, von dem in den 1960er- und 70er-Jahren gut eine halbe Million Exemplare verkauft wurde. In zwei Jahren soll das Fahrzeug serienreif sein. Dass sich auch der aktuelle Transporter von Renault auf der Höhe der Zeit bewegt, zeigt die Auszeichnung als Van of the Year. Mit diesem Titel kürte eine internationale Jury zur IAA den Re­­nault Master zum Transporter des Jahres 2025.