Ausbildungsserie Medien in der Ausbildung sinnvoll einsetzen

Werkzeuge, Bücher, Internet – mit welchen "Medien" können Ausbilder ihren Lehrlingen am besten Wissen vermitteln? Welche Vorteile bieten die verschiedenen Möglichkeiten? Und wer muss Fachliteratur und Co. eigentlich bezahlen? Diese Fragen beantwortet Ausbildungsberater Peter Braune im aktuellen Teil seiner Ausbildungsserie.

Medien können auf verschiedene Weise konsumiert werden: über die Hände, die Ohren oder die Augen. - © PureSolution - stock.adobe.com

Das Wort "Medien" kommt vom lateinischen "medium" und bedeutet "Vermittler". Der Ausbilder bedient sich im Laufe einer Ausbildung ganz unterschiedlicher Medien, die sich teilweise überschneiden oder ergänzen. Wer sich über dieses Thema informiert und länger recherchiert, kommt zu sehr umfassenden Erklärungen und überraschenden Zuordnungen. Die Ergebnisse werden zu vermittelnden Elementen in der Ausbildung.

Unterrichtsmittel wie Flipcharts unterstützen innerbetriebliche Schulungen. Lernmittel wie Fachbücher oder Präsentationen helfen beim Informieren. Inhalte werden in einem Lehrmittel dargestellt, beispielsweise in einem Video. Den Lernverlauf begleiten Arbeitsmittel, wie etwa ein Aufgabenblatt.

Arten der Medien

Die Medienart steht im Zusammenhang mit der Wahrnehmung der Lehrlinge. Zu den berührbaren Medien gehören die Maschinen und Werkzeuge – sie wirken über das Anfassen. Klingende Medien, wie das Radio oder eine CD, sprechen das Hören an. Ansehbare Medien, wie ein Buch, eine Pinnwand oder das interaktive Whiteboard regen das Sehen an. Es gibt auch eine Mischung der hör- und sichtbaren Medien, wie zum Beispiel das Internet, Social-Media-Plattformen, Lernplattformen, ein Tablet, Notebook, Smartphone, E-Book oder Computer.

Digitale Medien sind ein fester Bestandteil der Ausbildung. Viele Medien und Techniken, die früher noch analog betrieben wurden, sind heute digital. Sie dienen der Verbesserung von Lehr- und Lernverläufen. Damit ist die Vermittlung der Lernziele aus dem betrieblichen Ausbildungsplan möglichst interessant, praxisnah und anschaulich gestaltbar. Ausbilder, die sich dagegen wehren, diese Medien einzubeziehen, können schnell den Anschluss an ihre Lehrlinge verlieren.

In vielen Ausbildungsberufen spielt der Umgang mit Medien eine Rolle. Dazu gibt es eine Untersuchung vom Bundesinstitut für Berufsbildung, mit dem Titel "Medien anwenden und produzieren – Entwicklung von Medienkompetenz in der Berufsbildung". Die Ergebnisse wurden in Heft-Nr. 181 zusammengefasst.

Umgang mit Medien

Es sollten nie zu viele Medien eingesetzt werden, denn das verunsichert unter Umständen die Lehrlinge. Im Kern geht es immer darum, die zum Lernziel geeignete Unterweisungsform zu wählen und die Medien ergänzend einzusetzen. Natürlich sollte das Ausbildungspersonal die gewählten Medien beherrschen und sie sollten einwandfrei einsetzbar sein. Ein weiterer wichtiger Punkt ist der Zeitaufwand für den Einsatz der Medien. Die betrieblichen Rahmenbedingungen und der gewählte Lernort müssen stimmen. Letztendlich spielt auch die Anzahl der Lehrlinge eine Rolle.

Die Art und der Umfang der eingesetzten Medien liegen in der Entscheidung des Meisters. Sie sind verpflichtet, den Lehrlingen kostenlos Ausbildungsmittel, insbesondere Werkzeuge, Werkstoffe und Fachliteratur zur Verfügung zu stellen. Diese sind für die Berufsausbildung und für das Ablegen von Zwischen- und Abschlussprüfungen, auch soweit sie nach Beendigung des Berufsausbildungsverhältnisses stattfinden, erforderlich.

Sie sind nicht verpflichtet, den Lehrlingen Lernmittel, die für den Besuch der Berufsschule notwendig sind, kostenlos zur Verfügung zu stellen. Schulbücher, die zugleich der betrieblichen Ausbildung dienen, zahlt der Ausbildungsbetrieb.

Die zur Verfügung gestellten Ausbildungsmittel bleiben Eigentum des Betriebes. Anderes gilt bezüglich der Ausbildungsnachweise, an denen die Lehrlinge durch Ausfüllen und Bearbeiten Eigentum erlangen.

Die Aufwendungen für die Fachliteratur der Lehrlinge sind als Werbungskosten von der Steuer absetzbar.

Ihr Ausbildungsberater Peter Braune

Peter Braune hat Farbenlithograph gelernt, war Ausbilder und bestand in dieser Zeit die Ausbildungsmeisterprüfung. Er wechselte als Ausbildungsberater zur Industrie- und Handelskammer Frankfurt am Main. Dort baute er dann den gewerblich-technischen Bereich im Bildungszentrum auf und leitete die Referate gewerblich-technischen Prüfungen sowie Ausbildungsberatung, zu der auch die Geschäftsführung vom Schlichtungsausschuss gehörte. Danach war er Referent für Sonderprojekte.