Selbstständige und Kleinstunternehmen holen in Sachen KI-Nutzung auf. Das zeigt sich besonders im Bausektor. Dennoch nutzen die kleinen Firmen die digitalen Anwendungen seltener als die großen. Eine Umfrage zeigt, welche Unternehmen schon am meisten auf KI setzen.

Texte schreiben, Bilder erstellen, das eigene Unternehmen analysieren oder zum aktuellen Marktgeschehen recherchieren – Künstliche Intelligenz (KI) im eigenen Betrieb zu nutzen und damit unter anderem die Produktivität zu steigern, ist ein Thema sowohl in der Gesamtwirtschaft, als auch immer mehr bei den kleinen Firmen. Diese sind einer Sonderumfrage des ifo Instituts im Auftrag des Internetdienstleisters Jimdo zufolge dabei, immer mehr auf KI zu setzen.
KI in Kleinstunternehmen hat besonders viel Potenzial
Im vergangenen Jahr hat bei den Unternehmen mit weniger als neun Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die KI-Nutzung um sechs Prozentpunkte zugelegt. Insgesamt nutzen aktuell 14 Prozent der Selbstständigen und Kleinstunternehmen in Deutschland KI für ihr Unternehmen. Das zeigt die Umfrage unter den regelmäßig teilnehmenden rund 1.600 Befragten des Jimdo-ifo-Geschäftsklimaindexes, der speziell Soloselbstständige und Kleinstunternehmen in den Fokus stellt und mit der Gesamtwirtschaft vergleicht.
Die aktuellen Werte zeigen nach Angaben von Matthias Henze, CEO und Mitgründer von Jimdo, dass Selbstständige in Sachen KI zwar aufholen, aber das Potenzial noch zu wenig nutzen. "Von allen Wirtschaftsbereichen können Selbstständige schon heute am meisten von KI profitieren. Insbesondere im Bereich der Produktivitätssteigerung funktionieren die aktuellen Modelle für sie sehr gut", sagt er. Im Vergleich zu den kleinen Firmen liegt die Steigerung der KI-Nutzung in der Gesamtwirtschaft heute bei einem Plus von 14 Prozentpunkten verglichen mit dem Vorjahr. Von den größeren Unternehmen geben inzwischen 27 Prozent an, KI zu nutzen.
KI in Kleinstunternehmen: Bausektor holt auf
Die Jimdo-ifo-Sonderumfrage lässt auch einen Blick auf verschiedene Branchen zu und dabei zeigt sich, dass die Zunahme der KI-Nutzung durchaus unterschiedlich ausfällt. Einige Branchen – wie der Dienstleistungs- oder der Bausektor – scheinen das Potenzial anders einzuschätzen als andere. So liegt der Anstieg im Vergleich zum Vorjahr im Handel mit sieben Prozentpunkten am höchsten, allerdings gefolgt vom Bau mit vier Prozentpunkten.
Trotz der Zunahme bildet der Bausektor allerdings noch das Schlusslicht im Branchenvergleich. So nutzen bisher die Dienstleister mit 28 Prozent KI am stärksten bei den Selbstständigen und Kleinstunternehmen, gefolgt vom Handel mit 22 Prozent, der Industrie mit gut zwölf Prozent und dem Bausektor mit knapp zwölf Prozent. Bei diesem Vergleich muss man allerdings beachten, dass die Umfrage hierbei nicht alleine die Künstliche Intelligenz betrachtet, sondern auch die Nutzung von Cloud-Computing oder Blockchain miteinbezieht bzw. die Option, dass ein Unternehmen eines davon nutzt.
KI in Kleinstunternehmen: Was bringt die Zukunft?
KI im eigenen Unternehmen zu nutzen oder sich zumindest damit auseinanderzusetzen, wird in Zukunft bedeutender. Derzeit sieht sie allerdings knapp die Hälfte der Selbstständigen (47 Prozent) der Umfrage zufolge weiterhin nicht als Thema für sich an. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 66 Prozent. Die restlichen 38 Prozent der Selbstständigen diskutieren den Einsatz oder planen ihn konkret. Im Vergleich zur Gesamtwirtschaft zeigen sich auch hier Unterschiede. Hier ist für 21 Prozent KI gegenwärtig kein Thema, während 52 Prozent den Einsatz diskutieren oder planen. jtw
