Arbeiten bei Hitze
Berufskleidung im Sommer: Was ziehe ich bloß an?
Die Vielfalt einer Sommer-Berufskleidung wird größer. Zum einen bieten Hersteller Kollektionsergänzungen für warmes Wetter, zum anderen setzen sie auf komfortable Funktionsmaterialien. Auch für die Füße wird es angenehmer: Sicherheitssandalen sorgen für eine gute Belüftung.
Die Sommer werden extremer. Im letzten Jahr war es unerträglich heiß und trocken, in diesem Jahr lässt sich die warme Jahreszeit Zeit und wartet mit ungeheuerlichen Regenmassen auf. Die Ausschläge in die eine oder die andere Richtung stellen Handwerker immer häufiger für eine Frage, die sonst eher Partygängern vorbehalten ist: Was ziehe ich heute bloß an?
Shorts und Shirt sind bei windig-kühl-nassen Tagen ebenso fehl am Platze wie eine Kombination aus schwerer, langer Hose und Softshelljacke bei sommerlich-warmen Temperaturen. Der Spind sollte daher eine entsprechende Artikelvielfalt hergeben, um gegen sämtliche Wetterkapriolen gewappnet zu sein.
Den Klima-Eskapaden zum Trotz haben sich die Hersteller von Berufskleidung auf einen typischen Sommer eingerichtet. Shirts, Jacken und Hosen sind aus leichten, aber robusten, haltbar Materialien hergestellt, die häufig auch noch einen Sonnenschutzfaktor haben.
Stretch erleichtert die Arbeit
Damit sommerliche Workwear ein leichtes und angenehmes Tragegefühl erzeugt, kommt es auf eine gute Kombination aus Geweben und Passform an. Nach Expertenmeinung erzeugen Gewebemischungen mit Stretchanteil oder Voll-Stretch-Gewebeeinsätze ein subjektives Gefühl der Leichtigkeit.
Beim Tragen der Kleidung muss man nicht gegen Widerstände arbeiten, die Bewegungen werden leichter und der Komfort nimmt dadurch zu. Stretchelemente im Hosenbund sorgen wiederum für einen kneiffreien, angenehmen Sitz. Die Bequemlichkeit lässt sich durch ein ergonomisches Design weiter steigern: Vorgeformte Ellenbogen- und Kniepartien erleichtern die in vielen Handwerksberufen typischen Beuge-, Streck- und Kniebewegungen und verhindern einen störenden Faltenwurf an diesen Stellen.
Mesh-Einsätze für eine gute Belüftung
Die Wärme kommt im Sommer nicht nur von außen, sondern entsteht auch (das ganze Jahr über) durch körperliche Arbeit: Die vom Körper abgestrahlte Wärme kann schnell zum Hitzestau führen. Diese Gefahr hat auch die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) in ihrem Bericht "Klimawandel und Arbeitsschutz" erkannt und warnt: "Auch bei gemäßigten Umgebungstemperaturen kann z.B. durch schwere Arbeit oder durch eine hohe Bekleidungsisolation (z.B. Schutzbekleidung) die Wärmebilanz des Körpers nicht mehr ausgeglichen werden und es kann zu einer Überwärmung des Körpers kommen."
Wenn es im wahrsten Sinn des Wortes heiß hergeht, sollte Berufskleidung daher Shirts und Shorts umfassen, atmungsaktiv sein und über optionale Lüftungsoptionen für den Abtransport der Wärme verfügen. An Hosen und Jacken zahlreicher Kollektionen finden sich inzwischen Mesh-Einsätze, deren "Klimaregulierung" beispielsweise über einen Reißverschluss justiert werden kann.
Eine solche Funktion wird auch bei Warnkleidung, die für viele Straßen-, Hoch- und Tiefbauer verpflichtend ist, angeboten. Und auch mancher Metallbauer wird sich eine eingebaute Klimatisierung in seiner Schutzkleidung wünschen. Bei Hitze, Flamm- oder Schweißerschutzkleidung sind Belüftungsöffnungen aus normativen Gründen jedoch nicht möglich. Um eine Überhitzung des Körpers durch schwere Schutzkleidung zu vermeiden, helfen nur regelmäßige Pausen und viel trinken.
Mieten für mehr Auswahl
Wie sich in der jüngsten Vergangenheit gezeigt hat, reicht eine reine Sommerberufskleidung nicht mehr aus, um bei der Arbeit gegen das Wetter gewappnet zu sein. Stattdessen sind Ergänzungsartikel wie Regenkleidung, Softshelljacken, langärmelige Oberteile wie Hoodies oder Sweater notwendig. Bei warmem Wetter müssen Shirts wegen starkem Schwitzen außerdem häufiger getauscht werden, weshalb die Anzahl der Teile aufgestockt werden sollte.
Eine entsprechende Ausstattung des Teams kann einen Handwerksbetrieb daher teuer zu stehen kommen. Das Mieten der Workwear kann eine passende Alternative sein: Der Textilservice stellt die Kleidung zur Verfügung, die in der jeweiligen Jahreszeit benötigt wird und sorgt für deren fachgerechte Pflege. Bei Schutzkleidung stellen die Textildienstleister außerdem den Erhalt der durch strenge Normvorgaben definierten Schutzeigenschaften sicher.
Die Füße nicht vergessen
Wenn es warm wird, sollte nicht bei sommerlicher Kleidung Schluss sein, sondern auch an die Füße gedacht werden. Dank atmungsaktiver Materialien, die Wärme und Feuchtigkeit effektiv nach außen transportieren, bieten Sicherheitsschuhe ohne Einschränkung der Schutzfunktionen ein angenehmes Klima und komfortables Tragegefühl. Wenn am Arbeitsplatz lediglich Sicherheitsklassen S1 und S1P gefordert sind, sind Sicherheitssandalen eine angenehme Alternative: Sie sorgen für eine maximale Luftzirkulation.