Website, Social Media, Recruiting Metallbauer erhalten Werkzeugkasten für die Nachwuchssuche

Der Bundesverband Metall hat sich im vergangenen Herbst der neu aufgelegten Kampagne "Metallbau(t) Zukunft" angeschlossen und will damit neue Maßstäbe setzen. Die Betriebe erhalten ein Rundum-Paket – zum Preis einer Zeitungsanzeige.

Nachwuchskampagne Metallbau(t) Zukunft
Neue Farben, neue Aussagen, ein insgesamt selbstbewussterer Auftritt: Die Kampagne "Metallbau(t) Zukunft" ist mutiger geworden. - © Metallbau(t) Zukunft

Fachkräfte- und Nachwuchssuche bewegt derzeit viele Branchen – auch das Metallhandwerk. Der Bundesverband Metall (BVM) hat sich deswegen im vergangenen Herbst der Kampagne "Metallbau(t) Zukunft" angeschlossen – ein umfangreicher Werkzeugkasten, über den Betriebe zum Beispiel ihr gesamtes Recruiting erledigen können.

Einer, der maßgeblich die Kampagne mitentwickelt hat, ist Ralf Hauser. Der gelernte Werkzeugmacher kam über die Informatik und Softwareentwicklung zum Fensterbauer Schüco und war unter anderem als Unternehmensberater für die Metallbranche tätig. Dass hier mehr nötig war, als jeden Betrieb allein für sich nach Bewerbern suchen zu lassen, war Hauser schnell klar. Schließlich fehlen allein im Metallbau 52.000 Fachkräfte.

Als großen Schwachpunkt machte Hauser das Image aus. Was im Handwerk zuweilen ein Problem bei der Fachkräftesuche darstellt, ist im Metallhandwerk anscheinend noch mal ein größerer Hinderungsgrund für mögliche Bewerber. Im Vergleich zu anderen Branchen wie den Tischlern und Schreinern galten oder gilt vielleicht immer noch die Metallbranche als dunkel, unmodern, der Werkstoff als haptisch unattraktiv.

Mangelndes Problembewusstsein bei den Betrieben

Ein weiteres Problem war laut Hauser aber auch das mangelnde Problembewusstsein der Betriebsinhaber. Vielen Betrieben sei zwar aufgefallen, dass sich Bewerber und Jugendliche um die Jobs im Metallbau nicht sonderlich bemüht haben, doch viele hätten dem Thema nicht so viel Bedeutung beigemessen. Die Bewerberzahlen würden sich schon irgendwann wieder normalisieren.

Image, Demografie, schlechter Außenauftritt und mangelndes Employer Branding – viele Hürden für neue Beschäftigte. Hauser ahnte: Ohne professionelle Werbung und eine gemeinsame Strategie tun sich die Betriebe schwer, in Sachen Fachkräfte umzusteuern. Also rief er vor rund dreieinhalb Jahren das Projekt "Metallbau(t) Zukunft" ins Leben. Was erst konservativ und zurückhaltend daherkam und immerhin humoristisch angehaucht war, fand in der Branche nicht allzu viel Nachhall. Man habe dann gespürt, dass das bei der jungen Zielgruppe noch nicht so gut ankam. "Das war halt eben unauffällig", so Hauser.

Hauser war klar: Die Kampagne brauchte mehr Überzeugungskraft. Vor rund eineinhalb Jahren engagierte er deshalb eine neue Agentur. Ergebnis: neue Farben, neue Aussagen, ein insgesamt selbstbewussterer Auftritt. Vor dem Hintergrund, der Branche mehr Selbstbewusstsein zu vermitteln, sei die Kampagne auch mutiger geworden. Insgesamt präsentiere sich "Metallbau(t) Zukunft" jetzt frecher. Die Kampagne kam deutlich besser an – auch bei der eigentlichen Zielgruppe – und generierte deutlich mehr Reichweite.

Kampagne auf die gesamte Branche ausgeweitet

Die Kampagne war ursprünglich für den Fachbereich Metallbau konzipiert und sei dazu gedacht gewesen, vor allem die Partner von Schüco aus dem Metallbau abzusichern. Die Resonanz auf der Messe Bau sei dann aber so positiv gewesen, dass Schüco beschloss, die Kampagne aufs gesamte Metallhandwerk auszuweiten. Seit vergangenen Herbst ist der Bundesverband Metall mit im Boot.

Während der Fensterhersteller in den Hintergrund rückt, sollen Fachbereiche wie Feinwerkmechanik, Maschinen- und Werkzeugbau jetzt ebenso mit im Fokus stehen. Die Angebote und Services auf www.metallbaut-zukunft.com gehen, glaubt man Ralf Hauser, über das hinaus, was bisherige Nachwuchskampagnen ihren Zielgruppen bieten. Neben den Betrieben und dem potenziellen Nachwuchs werden zum Beispiel auch die Eltern mit angesprochen.

Hauser zufolge bekommen die Betriebe eine Art Werkzeugkasten mit der Option auf die Erstellung einer Website, die Versorgung der Social-Media-Kanäle oder Angebote rund um das Thema Recruiting. Besonderes Feature ist zum Beispiel die Anbindung an die Agentur für Arbeit. Von den Unternehmen ausgeschriebene Stellen werden direkt über eine automatisierte Schnittstelle an die Agentur übertragen. Im Nachgang bekommt der zuständige Agentur-Mitarbeiter ein Online-Training zum ausgeschriebenen Beruf, sodass er oder sie mögliche Bewerber fachgerecht beraten kann.

Über die Einbindung der Mitarbeiter, kurze Filme, Website-Störer oder Social-Media-Vorlagen will die Kampagne wiederum so etwas wie eine Community aufbauen, um die Sichtbarkeit der Branche zu erhöhen. Bindung an die Betriebe erfolgt zusätzlich über die Mitarbeiter, die für ihre Kinder Online-Nachhilfe buchen können. Spielerisch können mögliche Bewerber ihre Fähigkeiten ausloten lassen.

Kostenlos ist das ganze natürlich nicht, aber die Betriebe zahlen einen Einstiegsbeitrag und eine Jahresgebühr. Doch, so Hauser, das Ganze koste nicht mehr als eine Zeitungsanzeige für Personalwerbung.