Im April gab es wieder mehr Aufträge im Wohnungsbau. Trotzdem ist das Baugewerbe besorgt. Grund ist die weiter sinkende Zahl bei den Baugenehmigungen.

Der Auftragseingang im Wohnungsbau ist im April 2024 im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Das zeigen aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes (Destatis). "Das Plus von 4,8 Prozent im April 2024 gegenüber dem Vorjahreswert ist aber für sich noch keine Trendwende. Wir befinden uns damit vielmehr in der Talsohle", kommentiert Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB), die Ergebnisse. Ein Grund seien die weiter sinkenden Zahlen bei den Baugenehmigungen. Hier habe es ein weiteres Minus von 17 Prozent gegenüber dem schon niedrigen Niveau vom April 2023 gegeben, so der Bauverband.
Bauverband: Es fehlen die passenden Instrumente
"Auch wenn die Baupreise im Wohnungsbau jetzt nicht mehr steigen, bleiben die Finanzierungskosten doch insgesamt sehr hoch – gerade für die privaten Häuslebauer oft zu hoch", so Pakleppa weiter. Der ZDB kritisiert, dass die passenden Instrumente fehlen. "Für den Mietwohnungsbau gibt es die degressive AfA, die nicht an einen hoch ambitionierten energetischen Standard gekoppelt ist. Würde es eine eindeutige und langfristige Fördersystematik für den Wohnungsbau geben, die den EH 55-Standard einschließt, und nicht nur den überambitionierten EH 40-Standard, würde das einen merklichen Schub geben", sagt Pakleppa.
Schubkraft für den Wohnungsbau gäbe es laut ZDB noch an weiterer Stelle: Das Bauen müsse einfacher und damit günstiger werden. "Mit dem Gebäudetyp E haben wir hierfür eine echte Chance. Voraussetzung ist aber, dass nicht immer der Stand der Technik, sondern dass auch das technisch Notwendige rechtssicher gebaut werden darf", so Pakleppa.
Die Zahlen des Statistischen Bundesamts zum Bauhauptgewerbe
Nach den Meldungen des Statistischen Bundesamtes erreichte der Umsatz im Bauhauptgewerbe im April circa 9,3 Milliarden Euro, ein Plus um circa elf Prozent. Die Umsätze liegen kumulativ mit circa 29,5 Milliarden Euro leicht über dem Vorjahresniveau (+0,9 Prozent). Dabei liegt der Umsatz im Wohnungsbau um 10,5 Prozent unter dem Vorjahresniveau. ew