Die "Wirtschaftsweisen" schrauben ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum 2024 im Vergleich zum Herbst nach unten. Der Handwerksverband appelliert an die Politik.

Der Sachverständigenrat hat seine Konjunkturprognose für das laufende Jahr nach unten korrigiert. Für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im Jahr 2024 erwartet das Gremium ein Plus von 0,2 Prozent und für 2025 ein Plus von 0,9 Prozent. "Das sind schlechte Zahlen", sagte Ratsmitglied Martin Werding. Im vergangenen Jahr hatte das Gremium noch mit einem Plus von 0,7 Prozent für 2024 gerechnet. Im Jahresverlauf werde sich das Wachstum stabilisieren, fügte er hinzu.
Handwerk: Wachstumspaket dringend notwendig
Handwerkspräsident Jörg Dittrich hat angesichts der gesenkten Wachstumsprognosen seine Forderung an die Politik unterstrichen, endlich ein Wachstumspaket auf den Weg zu bringen. "Nur so wird es möglich sein, dass zumindest im kommenden Jahr wieder wirtschaftlich Dynamik am deutschen Standort entfacht wird und sich auch die schlechte Stimmung des Abwartens in eine positive Richtung dreht", betonte er. Mit Blick auf die aktuelle Haushaltsdebatte sei es zudem wichtig, den Mittelstand und seine Beschäftigten zu entlasten und bei den anstehenden Transformationsaufgaben zu unterstützen.
Privater Konsum stützt Konjunktur
Wie Ratsmitglied Werding weiter sagte, wird die konjunkturelle Entwicklung derzeit vor allem vom privaten Konsum getragen. Im kommenden Jahr rechne er auch mit einer "gewissen" Zunahme der Investitionen. Als Grund für die Konjunkturschwäche im laufenden Jahr nannte Ratsmitglied Veronika Grimm die anhaltende Exportschwäche Deutschlands. Im Jahresverlauf dürften der Welthandel und die globale Industrieproduktion aber wieder zunehmen, wovon auch die deutschen Exporte profitieren würden. Allerdings stünden die exportorientierten Unternehmen in einem harten Wettbewerb.
Inflationsrate von 2,4 Prozent im laufenden Jahr erwartet
Gute Nachrichten konnte der Sachverständigenrat mit Blick auf die Inflationsrate verkünden. Hier erwartet das Gremium für 2024 eine Inflationsrate von 2,4 Prozent und für 2025 einen weiteren Rückgang auf 2,1 Prozent. Die Energiepreise würden die Inflation nicht mehr in die Höhe treiben, hieß es weiter. Auch die Bundesregierung war zuletzt von sinkenden Inflationsraten und einem Wachstum von 0,3 Prozent in diesem Jahr ausgegangen.