So geht es dem Dachdeckerhandwerk Konjunktur: Gute Stimmung bei den Dachdeckern

Trotz schwieriger Bedingungen verzeichnet das Dachdeckerhandwerk ermutigende Konjunkturdaten. Auch die Dachdeckerbetriebe selbst blicken optimistisch in die Zukunft. Das zeigen aktuelle Zahlen.

Dachdecker arbeiten auf Spitzdach.
Die Dachdeckerbetriebe blicken optimistisch auf ihre Gechäftsaussichten. - © karepa - stock.adobe.com

Trotz Umsatzrückgängen blicken die Dachdecker optimistisch auf die aktuelle Lage. Wie der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks (ZVDH) mitteilte, erreichte der Umsatz im Dachdeckerhandwerk im letzten Jahr etwa 12,89 Milliarden Euro. Nominal ist das ein Rückgang von 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Preisbereinigt bedeutet das einen Verlust von knapp zehn Prozent zum Vorjahr. "Dennoch steht das Dachdeckerhandwerk äußerst stabil da, weil der Nachfrageeinbruch im Neubaubereich uns zwar trifft, die Auftragslage bei den Bestandsmaßnahmen jedoch gut ist", erklärt Felix Fink, Ökonom beim ZVDH. Dies sei erfreulich vor dem Hintergrund der schlechten Stimmung und der großen Unsicherheiten in der Baubranche.

Fink machte aber auch deutlich, dass die Fördermittel-Kürzungen und deutlich verschlechterten Finanzierungsbedingungen für Verunsicherung bei Bauherren sorgten, was sich langfristig auf die Konjunkturentwicklung im Dachdeckerhandwerk niederschlage. Die Prognose des Wirtschaftsexperten für 2024: Bei abgeschwächten Preissteigerungsraten sollte das Dachdeckerhandwerk bei einem leichten Beschäftigungsrückgang um 1 Prozent mit einer Umsatzveränderungsrate zwischen +2 Prozent bis -2 Prozent abschließen können.

Gute Stimmung auch bei den Dachdeckerbetrieben

Ungetrübt ist die Stimmung bisher auch bei den Dachdeckerbetrieben selbst. Das zeigt die jährliche Konjunkturumfrage des ZVDH. Im Durchschnitt bewerteten Dachdecker ihre Geschäftslage 2023 und 2024 in Schulnoten mit 1,9 und ihre Geschäftsaussichten mit 2,3. "Aufgrund der Umfrageergebnisse zu den Geschäftsaussichten sehen wir vorsichtig optimistisch in das laufende Jahr", sagt Fink. Ein weiteres Plus: "Seit 2020 liegt die Insolvenzquote mit durchschnittlich 0,7 Prozent auf einem sehr niedrigen Niveau."

Dachdecker profitieren von aktuellen Entwicklungen im Klimaschutz

Die Gründe für das gute Abschneiden des Dachdeckerhandwerks seien vielfältig, erklärt Fink weiter: "Generell profitieren alle Klimagewerke von der aktuellen Situation, die dem Ausbau der Photovoltaik-Landschaft geschuldet ist. Neben dem Dachdeckerhandwerk gehören dazu die Kollegen der Sanitär-Heizung-Klima-Branche, das Elektro- und Zimmererhandwerk sowie der Kälteanlagenbau. Auch das Vorantreiben der energetischen Sanierung macht sich bemerkbar." Durch die kleinteilige Struktur der Betriebe könne das Dachdeckerhandwerk Aufträge aus anderen Bereichen annehmen, was die Abhängigkeit vom Neubau verringere. ew