Mobilitätskonzept Kia entwickelt Vision vom Transporter

Mit dem PV5 startet 2025 die Serienproduktion für das erste von drei modularen Spezialfahrzeugen der Marke Kia. Gedacht sind die Transporter als Mobil für die Smart-City.

Kia Transporterflotte
Bereit für den Start in die Smart-City: Kias künftige Transporterflotte, deren erstes Modell vom kommenden Jahr an in Südkorea gebaut werden soll. - © Kia

Mit Kia will im kommenden Jahr ein weiterer Akteur in den Bau von Transportern einsteigen. Die Strategie, die der asiatische Hersteller bei seinen Spezialfahrzeugen (PBV) verfolgt, gehe aber weit über das klassische Automobilkonzept hinaus. Das kündigte Kia-Chef Ho Sung Song an.

Als erstes von insgesamt drei Nutzfahrzeugen der PBV-Flotte von Kia wird ein Transporter im Bulli-Format namens PV5 in Serie gehen. Die Vorbereitungen laufen im koreanischen Hwaseong auf Hochtouren. 2025 soll das Werk mit einer Jahreskapazität von 150.000 Fahrzeugen die Produktion aufnehmen. Später sollen mit dem PV1 ein kleineres und mit dem PV7 ein größeres Fahrzeug folgen. Konzeptstudien seiner PBVs stellte Kia Anfang des Jahres zur Consumer Electronics Show in Las Vegas vor.

Vom Transporter zum Freizeitfahrzeug

Was die drei Elektro-Modelle eint, ist der modulare Ansatz. Demnach können die Transporter je nach Bedarf an verschiedene Einsatzzwecke angepasst werden. Mit der feststehenden Kabine, die bei Kia Fahrerzone heißt, können über eine elektromagnetisch-mechanische Kupplung verschiedene Aufbauten verbunden werden. Dadurch lasse sich das PBV einfach und schnell vom Transporter oder Lieferwagen in ein Freizeitfahrzeug oder Taxi verwandeln.

"Mit den PBVs wollen wir unseren Kunden durch radikale Modularisierung eine einzigartige Flexibilität und Individualisierung bieten", umreißt Kia-Design-Chef Karim Habib das Ziel der neuen Strategie. Das Design verzichte auf unnötige Verzierungen, sondern konzentriere sich auf eine leichte und intuitive Handhabung. Bei jedem der Fahrzeuge geben große Türen eine säulenlose Öffnung frei, die das Beladen sowie das Ein- und Aussteigen erleichtern. Dank eines Schienensystems an Decke, Boden und Seiten des Innenraums sowie außen am Fahrzeug lasse sich das PBV mühelos an verschiedene Einsatzzwecke anpassen.

In der Fahrerzone bietet Kia Büroambiente

Durch den langen Radstand und die Elektroplattform bieten die Kia-PBVs einen flachen Boden mit viel Stauraum oder Platz für andere Nutzungsarten. Eine tischähnliche Oberfläche im Cockpit und das hochklappbare Lenkrad bei, das sich als Schreibtischlampe nutzen lässt, würden in der Fahrerzone eine büroähnliche Umgebung schaffen.

PBV: Purpose-built Vehicles

Unter dem Kürzel PBV versammelt Kia die Flotte seiner Spezialfahrzeuge. Der Hersteller definiert die Abkürzung aber auch als "Platform Beyond Vehicles". Dahinter verbirgt sich die Vision einer Mobilitätsstrategie, die zweckgebundene Elektrofahrzeuge mit Softwarelösungen kombiniert. So würden die PBVs zu Lebensplattformen. Was Kia genau darunter versteht, wird wohl erst die Zukunft zeigen.

Sein neues PBV-Ökosystem will Kia in drei Stufen umsetzen. Nach der Markteinführung des PV5 in verschiedenen Varianten 2025 werde das An­gebot in den folgenden Jahren um die Modelle PV7 und PV1 erweitert. Durch die Verwendung von Schränken und Rahmen werde in der zweiten Phase ein nahtloser Transfer von Gütern zwischen verschiedenen Fahrzeugen möglich. Später sollen über Partnerschaften mit Unternehmen außerhalb und innerhalb des Hyundai-Konzerns, zu dem Kia seit 1998 gehört, Robotik und autonomes Fahren Einzug halten, um die PBVs fit für den Einsatz in der Smart-City zu machen.